| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
![]() |
|
|
| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Hessen | |
| Regierungsbezirk: | Darmstadt | |
| Kreis: | Groß-Gerau | |
| Koordinaten: | 49° 57′ N, 8° 28′ O | |
| Höhe: | 86 m ü. NN | |
| Fläche: | 13,77 km² | |
| Einwohner: | 10.189 (31. Dez. 2006) | |
| Bevölkerungsdichte: | 740 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 64569 | |
| Vorwahl: | 06152 | |
| Kfz-Kennzeichen: | GG | |
| Gemeindeschlüssel: | 06 4 33 009 | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: | Weingartenstraße 46-50 64569 Nauheim |
|
| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Ingo Waltz (SPD) | |
Nauheim ist eine Gemeinde im Kreis Groß-Gerau in Hessen.
Inhaltsverzeichnis |
Sie liegt nordwestlich der Kreisstadt Groß-Gerau und südlich der Stadt Rüsselsheim.
Nach dem 2. Weltkrieg fanden viele Instrumentenbauer aus dem Sudetenland in der im südlichen Rhein-Main-Gebiet gelegenen Gemeinde eine neue Heimat. So produzierte hier die aus Graslitz stammende Firma Koestler von 1946 bis 1973 Mundharmonikas.
Die Stadt ist auch wegen der seit 1970 durchgeführten „Nauheimer Musiktage“ bekannt.
Nauheim grenzt im Norden an den Ortsteil Königstädten der Stadt Rüsselsheim, im Osten an die Stadt Mörfelden-Walldorf, im Süden an die Stadt Groß-Gerau, sowie im Westen an die Gemeinde Trebur.
Im Lorscher Codex wird die Gemeinde 851 erstmals urkundlich unter dem Namen "Niewenheim" erwähnt. Die Endung "-heim" lässt auf eine fränkische Gründung schließen. Wechselnde Herren kennzeichnen die frühe Geschichte Nauheims. Einmal gehörte es zum Kloster Eberbach, dann zu den Herren von Falkenstein, dann dem Grafen von Isenburg. 1600 wurde es dem Landgrafen von Hessen verkauft. Zu Nauheim zählten damals rund 170 Einwohner. Durch die Ereignisse des 30-jährigen Kriegs dezimierte sich diese Zahl jedoch weiter. Bereits im Jahre 1593 wurde die Schule gegründet als damalige Kirchenschule. 1753 fand die Einweihung der evangelischen Kirche statt. 1755 wurde das "neue" Rathaus errichtet auf den Grundmauern des bereits 1588 gebauten älteren in der Rathausstraße (heute: Heinrich-Kaul-Platz). In den folgenden Jahren wurde die Gemeinde immer wieder Opfer von Naturkatastrophen, wie großen Überschwemmungen, Erdbeben, Dürren oder Trockenheiten. In den Jahren 1793-1799 war Nauheim Quartier für preußische und österreichische Truppen, die das napoleonisch besetzte Mainz belagerten. 1806 wurde die Gemeinde von französischen Truppen besetzt. Johannes Kuhlmann wurde 1821 zum 1. Nauheimer Bürgermeister gewählt.
1838 wurde das erste eigenständige Schulhaus errichtet und es folgte die Pflasterung der Straßen und der Ausbau der "Chausee" nach Königstädten. Auf Grund von großer Not übernahm die Gemeinde 1853 die Kosten der Auswanderungen von 20 Familien nach Amerika. Bereits 1866 diente Nauheim erneut als Quartier von Truppen. Im Jahre 1877 folgte schließlich der Bau des sogenannten "mittleren" Schulhauses. Heute dient es als Sitz des Nauheimer Heimatmuseums. 1881 wurde der Friedhof in der Waldstraße eingeweiht (heute: Feuerwehrgerätehaus).
Die starke Industrialisierung der Nachbarstädte Rüsselsheim und Mainz brachte vielen Kleinbauern zusätzliche Arbeit; in Nauheim selbst wuchs die Bedeutung des Obst- und Spargelanbaus. Der Aufschwung erfuhr jedoch durch den ersten Weltkrieg ein jähes Ende. 1918 wurde Nauheim erneut von Franzosen besetzt, es mehrte sich jedoch der passive Widerstand. Nachdem die Besatzungstruppen abgezogen waren, begann sich die Gemeinde weiter zu entwickeln. Der Sportplatz wurde gebaut, es entstand der neue Friedhof. 1931 wurde für den gut gehenden Handel mit Obst und Gemüse eine Markthalle errichtet.
Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten brach auch über Nauheim das "braune Zeitalter" an. 1934 erfolgte die Gleichschaltung aller Vereine. Jüdische Einwohner verloren ihre Heimat und wanderten nach Amerika aus. Die Verbliebenen wurden 1940 in die Konzentrationslager deportiert. 1944 wurden alle Pferde der Landwirte durch die Wehrmacht beschlagnahmt. 1945 wurde Nauheim durch US-amerikanische Truppen besetzt. Diese setzten dann 1945/1946 Pfarrer Friedrich Daum und Friedrich Förster als Nachkriegsbürgermeister ein. 1946 fanden die ersten Nachkriegswahlen statt. Zum Bürgermeister gewählt wurde damals Heinrich Kaul IV. Er war damals zusammen mit den damaligen Gemeindevertretern verantwortlich, dass viele heimatvertriebene Musikinstrumentenbauer aus dem Egerland und dem Erzgebirge sich in Nauheim neu ansiedelten und die bekannte Nauheimer Musikindustrie begründeten. Dadurch stieg die Einwohnerzahl Nauheims stetig an. Bereits 1951, zur 1100-Jahr-Feier, zeigte sich Nauheim als ein schöner und fortschrittlicher Wohnstandort im wirtschaftlich stark expandierenden Rhein-Main-Gebiet. Im Jahre 1956 fand die Grundsteinlegung für die katholische Kirche St. Jakobus d. Ältere statt, ein Jahr später wurde sie feierlich geweiht. Im gleichen Jahr feierte man auch die Nauheimer Musikindustrie ihr zehnjähriges Bestehen. 1958 legte man schließlich den Grundstein für das neue Rathaus in der Weingartenstraße. 1960 wurden weitere Baugebiete erschlossen. Dadurch schuf man die weitere bauliche Ausdehnung Nauheims Richtung Königstädten. 1963 wurde Dr. Herbert Fürbeth (SPD) zum Bürgermeister gewählt. In seiner Amtszeit gelang die Erschließung des Erholungsgebiets "Hegbachsee" sowie die Eröffnung des Kindergartens "Schulstraße", dessen Gebäude heute als Sitz des Heimatmuseums dient. Im darauffolgenden Jahr feierte man die 1. Nauheimer Musiktage, die zu einer bis heute anhaltenden Tradition geworden sind und immer wieder ein kultureller Höhepunkt in Nauheim sind. 1971 verschwisterte sich die Gemeinde Nauheim mit Born (Niederlande). 1972 feierte die Nauheimer Musikindustrie ihr 25-jähriges Jubiläum. Zu diesem Anlass veranstaltete man die 2. Nauheimer Musiktage. Im gleichen Jahr eröffnete auch der neue Sportpark für die Sportlerinnen und Sportler. 1976 erhielt die Freiwillige Feuerwehr Nauheim auf dem Gelände "Feldchen" in der Waldstraße ihr neues Gerätehaus. Im gleichen Jahr feierte man die 1125-Jahr Feier nach der ersturkundlichen Erwähnung Nauheims. 1978 wurde die Verschwisterung mit der französischen Stadt Charvieu-Chavagneux feierlich besiegelt.
Weit über die Grenzen der Gemeinde hinaus bekannt ist das Nauheimer Dorffest. Die "Naumer Kerb", welche im Jahre 1992 nach einer Pause wiederbelebt wurde und seit dem von der jungen Truppe fort- und angeführt wird, ist im Gegensatz zu den "Kerwe-Festen" Kirchweih in der näheren Umgebung nicht in den Kneipen und Gaststätten, sondern zentral in der Nauheimer TV Halle am Sportplatz, direkt neben dem Kerweplatz, untergebracht.
Beendet wird die Naumer Kerwewoche am Nachkerwesamstag mit der Nachkerb bei der Freiwilligen Feuerwehr Nauheim, wo auch seit Jahren der Kerwewatz an den höchstbietenden versteigert wird.
Seid der Wiederbelebung der Naumer Kerb waren folgende Mitgieder die Kerweeltern und der Watz:
Jahr/ Kerwevadder/ Kerwemudder/ Watz/ Beivadder
1992 Matthias Dammel ,Martina Broo , Andreas Hartenberger , - - -
1993 Bernd Fischer , Judith Sünner , Christopher Lehmann ,Matthias Dammel
1994 Andreas Sever , Regina Hartl , Kai Engroff , Matthias Dammel
1995 Werne Mertens , Ronja Kolb , Andreas Baum , Andreas Sever
1996 Felix Sünner , Andrea Speh , Stefan Kolbe , Werner Mertens
1997 Kai Engroff , Petra Fischer , Matthias Leiss , Felix Sünner
1998 Uwe Gremm , Meike Reinhard , Felix Sünner , Kai Engroff
1999 Sascha Wyborny , Sandra Rössler , Stefan Kolbe , Uwe Gremm
2000 Heiko Prozeller ,Geske Bittner , Sven Dionysius , Sascha Wyborny
2001 Andreas Engel , Liane Hartwig , Sascha Wyborny , Heiko Prozeller
2002 Sven Dionysius , Julia Steinmann , Tim Türke , Andreas Engel
2003 Steven Wolferstädter , Jenny Wolferstädter ,Patrick Treber † , - - -
2004 Patrick Treber † ,Conny Uhlig , Andre Schmidt , - - -
2005 ChristianKungel ,Cassandra Hormuth , Martin Müller , - - -
2006 Santino Hormuth ,Yasmin Wolferstädter , Lars Hanselmann , Christian Kungel
2007 Stefan Kolbe , Janina Ebert , Rafael Kirschner, Santino Hormuth
Die Kommunalwahl am 26. März 2006 lieferte folgendes Ergebnis:
| Parteien und Wählergemeinschaften | % 2006 |
Sitze 2006 |
% 2001 |
Sitze 2001 |
|
| CDU | Christlich Demokratische Union Deutschlands | 35,2 | 11 | 43,1 | 16 |
| SPD | Sozialdemokratische Partei Deutschlands | 41,5 | 13 | 34,7 | 13 |
| GRÜNE | Bündnis 90/Die Grünen | 8,6 | 3 | 9,6 | 3 |
| FDP | Freie Demokratische Partei | 7,1 | 2 | 7,4 | 3 |
| FLN | Freie Liste Nauheim | 7,6 | 2 | 5,3 | 2 |
| gesamt | 100,0 | 31 | 100,0 | 37 | |
| Wahlbeteiligung in % | 46,9 | 56,1 | |||
Das Nauheimer Wappen stellt einen Wäschebleuel auf blauem Grund dar. Dies steht symbolisch für die Leinenweberei im Flurnamen "Tuchbleiche" und dem Straßennamen "Bleichstraße".
Heimatmuseum
Biebesheim am Rhein | Bischofsheim | Büttelborn | Gernsheim | Ginsheim-Gustavsburg | Groß-Gerau | Kelsterbach | Mörfelden-Walldorf | Nauheim | Raunheim | Riedstadt | Rüsselsheim | Stockstadt am Rhein | Trebur