| VII. Wiener Gemeindebezirk | |
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| Wappen | Karte |
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| Name: | Neubau |
| Fläche: | 1,61 km² |
| Einwohner: | 29.930 (1.1.2007)[1] |
| Bevölkerungsdichte: | 18.809 Einwohner je km² |
| Postleitzahl: | A-1070 |
| Adresse des Bezirksamtes: |
Hermanngasse 24-26 A-1070 Wien |
| Offizielle Website: | http://www.wien.gv.at/neubau |
| Politik | |
| Bezirksvorsteher: | Thomas Blimlinger (Die Grünen) |
| Bezirksvertretung (40 Bezirksräte) |
Grüne 18, SPÖ 12, ÖVP 7, FPÖ 3 |
Neubau ist der 7. Wiener Gemeindebezirk und liegt innerhalb des ehemaligen Linienwalls (= heutiger Gürtel).
Inhaltsverzeichnis |
Neubau liegt im Zentrum der Stadt Wien und ist mit einer Fläche von 1,613 km² der drittkleinste Wiener Gemeindebezirk, wobei Neubau nur 0,39 % der Fläche Wiens einnimmt. Der Bezirk liegt zwischen dem Wiener Gürtel und der sogenannten 2er Linie und gehört zu den am dichtest verbauten Bezirken Wiens. Nur 2,9 % der Bezirksfläche entfallen auf Grünland.
Neubau liegt auf dem Gebiet zwischen der Senke des heute kanalisierten Ottakringer Baches und dem Höhenrücken der Mariahilfer Straße. Der Ottakringer Bach verlief ursprünglich im Gebiet der heutigen Lerchenfelder Straße bzw. Neustiftgasse und diente der Vorstadt St. Ulrich zur Wasserversorgung und Abfallentsorgung. Die Meereshöhe fällt im Bezirk von Westen nach Osten ab und beträgt am Gürtel 212 m ü. A., beim Museumsquartier 182 m ü. A.[2]
Neubau wurde 1850 aus den vier Vorstädten Schottenfeld, Neubau, Sankt Ulrich und Spittelberg gebildet. Hinzu kamen kleinere Teile von Mariahilf, Laimgrube und Altlerchenfeld. Der größte Bezirksteil ist Schottenfeld im Westen. Der Bezirksteil umfasst im Wesentlichen das Gebiet zwischen dem Gürtel und der Neubaugasse. Neben dem Magistratischen Bezirksamt liegen das Finanzamt, die Hauptbibliothek, die Sankt Laurenzkirche und das Kaiserliche Hofmobiliendepot in Schottenfeld. Im Nordwesten liegt um die Altlerchenfelder Pfarrkirche an der Lerchenfelder Straße ein kleiner Teil von Altlerchenfeld. Östlich von Schottenfeld liegt der Bezirksteil Neubau zwischen Neubaugasse und Kirchengasse. Im Nordosten ist der Bezirksteil Sankt Ulrich situiert. Hier liegen das Justizministerium (Palais Trautson), das Mechitaristenkloster und die Pfarrkirche Sankt Ulrich. Südlich schließt sich der Spittelberg an, der sich als Lokalmeile etabliert hat. Auch das Volkstheater und das MuseumsQuartier gehören zum Spittelberg. Südlich des Spittelbergs liegt ein kleiner Teil der Laimgrube (Stiftskaserne), westlich der Laimgrube ein kleiner Teil von Mariahilf.
Neubau gehörte zu den sogenannten „Inneren Bezirken“ zwischen Gürtel und Ringstraße. Im Westen bildet der Wiener Gürtel mit den Abschnitten Lerchenfelder Gürtel und Neubaugürtel die Grenze zu den Außenbezirken Ottakring und Rudolfsheim-Fünfhaus. Im Osten trennt die sogenannte 2er-Linie im Bereich von Museumsstraße und Museumsplatz Neubau von der Inneren Stadt. Die nördliche Bezirksgrenze zum Bezirk Josefstadt verläuft entlang der Lerchenfelder Straße, im Süden bildet die Innere Mariahilfer Straße die Grenze zum Bezirk Mariahilf.
Die Flächen von Neubau werden fast ausschließlich als Baugebiet oder für Verkehrsflächen genutzt. 72,0 % des Bezirksgebietes werden von Bauflächen eingenommen, der höchste Wert eines Wiener Gemeindebezirkes. Der Großteil der Baufläche (82,5 %) entfällt dabei auf Wohngebiete, der Rest fast ausschließlich auf kulturelle, öffentliche und religiöse Einrichtungen (14,0 %). Als Betriebsgebiet gewidmete Flächen nehmen in Neubau hingegen einen geringen Anteil ein, nur 3,6 % der Baufläche entfallen auf diesen Nutzungstyp. Neben den Bauflächen nehmen die Verkehrsflächen mit 25,2 % die größte Flächen ein. Neubau ist dadurch der Bezirk mit den drittwenigsten Grünflächen. Nur 2,9 % der Bezirksfläche entfallen auf diese Nutzungsart, wobei alle Grünflächen des Bezirks Parkanlagen sind.[3]
| Baufläche | Grünfläche | Gewässer | Verkehrsflächen | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 116 | 4,66 | - | 40,58 | |||||||
| Wohnbau | Betriebsgebiet | öffentliche Einrichtungen | Landwirtschaft | Parks | Wälder | Wiesen | Kleingärten | Freizeit- Flächen | ||
| 95,65 | 4,13 | 16,22 | - | 4,66 | - | - | - | - | ||
Die älteste Siedlung im Bereich des heutigen Bezirks war das Dorf Zeismannsbrunn. Seit 1302 heißt die Siedlung aber nach dem Patron der Kirche St. Ulrich. St. Ulrich war die wichtigste Hochburg des Protestantismus in Wien. 1693 wurde der westliche Teil von St. Ulrich abgetrennt und die selbständige Gemeinde Neubau. Etwas außerhalb befand sich eine Siedlung im Besitz des Schottenstiftes, die Neustift genannt wurde. Ebenfalls etwas außerhalb befand sich das Schottenfeld, das wegen seiner Industrie und des daraus folgenden Reichtums auch als Brillantengrund bzw. Seidengrund bezeichnet wurde.
Dagegen hatte der Spittelberg (früher: Spitalberg) einen denkbar schlechten Ruf. Die enge Bebauung war der Gesundheit nicht förderlich, außerdem war er eine Hochburg der Prostitution. Heute ist dieser Stadtteil ein Beispiel für eine Luxussanierung.
1850 wurden diese Vorstädte als 6. Bezirk Neubau eingemeindet. Nach der Teilung Wiedens im Jahr 1861 wurde Neubau zum 7. Bezirk, ein Jahr später wurden die Bezirksgrenzen neu gezogen, wodurch kleine Teile der ehemaligen Vorstädte Mariahilf, Laimgrube und Altlerchenfeld an den 7. Bezirk gingen.
Die Bebauung des Bezirkes stammt hauptsächlich aus der Zeit zwischen 1880 und 1910. Zu dieser Zeit gab es auch sehr viele Industriebetriebe, die später verschwanden oder wegsiedelten.
Der 7. Bezirk war 2001 der erste Bezirk Wiens und bis 2004 (Europawahl 2004) das einzige Gebiet Österreichs, in dem die Grünen bei Wahlen die relative Mehrheit erzielten.
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Daten lt. Statistik Austria [6] |
Neubau war bereits nach seiner Gründung 1850 sehr dicht besiedelt, weshalb im Bezirksgebiet 1869 80.043 Einwohner lebten, ein Wert, der nie wieder übertroffen wurde. Bis vor Beginn des Ersten Weltkriegs blieb die Bevölkerungszahl relativ stabil, danach begann ein sukzessiver Rückgang. Bedingt durch die steigenden Ansprüche auf Wohnraum verbunden mit Wohnungszusammenlegungen nahm die Einwohnerzahl in Neubau nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs bis heute um rund die Hälfte ab. Seit der letzten Volkszählung 2001 hat sich die Bevölkerungszahl stabilisiert und lag 2006 bei 29.930 Einwohnern.
Die Altersstruktur der Neubauer Bevölkerung wich 2001 in mehreren Teilbereichen vom Wiener Durchschnitt ab. So lag der Anteil der Bewohner unter 15 Jahren bei 12,5 %, während dieser Wert in Wien mit 14,7 % deutlich höher war. Dem gegenüber lag der Anteil der Bevölkerung im Alter von 20 bis 39 Jahren in Neubau mit 36,2 % stark über dem Wien-Durchschnitt von 30,9 %, ein Beleg für den Ruf von Neubau als Anziehungspunkt für junge Wirtschaftstreibende, Künstler und Kreative. Der Anteil der Bevölkerung im Alter von 60 oder mehr Jahren lag mit 18,3 % unter dem Wiener Wert von 21,7 %. Die Geschlechterverteilung im Bezirksgebiet entsprach mit einem Anteil von 46,8 % Männern und 53,2 % Frauen dem Wiener Durchschnitt, während die Neubauer mit 35,7 % gegenüber 41,2 % weniger oft verheiratet waren als die Durchschnittswiener.[4]
Der Anteil der ausländischen Bezirkseinwohner lag 2005 bei 23,6 % (Wien: 18,7 %), und weist eine steigende Tendenz auf (2001: 20,2 %). Den höchsten Anteil der Ausländer stellten 2005 mit rund 4,7 % Anteil an der Bezirksbevölkerung Staatsbürger aus Serbien und Montenegro. Weitere 2,7 % waren deutsche, 1,6 % türkische, 1,2 % polnische und je 0,9 % kroatische oder bosnische Staatsbürger. Insgesamt waren 2001 27,5 % der Neubauer Bevölkerung nicht in Österreich geboren worden. 7,0 % sprachen daher als Umgangssprache Serbisch, 3,8 % Türkisch und 2,7 % Kroatisch.[4] [5]
Das Religionsbekenntnis der Bevölkerung von Neubau wich bei der Volkszählung 2001 gegenüber dem Durchschnitt Wiens vor allem im Bereich der Menschen mit römisch-katholischer Konfession ab. So gaben 2001 45,4 % der Bewohner an, der römisch-katholischen Kirche anzugehören (Wien: 49,2 %). 7,8 % der Bewohner waren islamischen Glaubens, 7,0 % gehörten der Orthodoxen Kirche an und 5,0 % waren evangelisch. 23,8 % der Bezirksbevölkerung gehörter keiner Religionsgemeinschaft an, 8,7 % hatten kein oder ein anderes Religionsbekenntnis angegeben.[4]
| Bezirksvorsteher seit 1945 | |
|---|---|
| Josef Matz (KPÖ) | 4/1945-7/1945 |
| Wilhelm Dürnbacher (ÖVP) | 1945-1950 |
| Ferdinand König (ÖVP) | 1950-1954 |
| Franz Glamm (ÖVP) | 1954-1959 |
| Peter Platzer (ÖVP) | 1959-1964 |
| Franz Pospisil (ÖVP) | 1964-1965 |
| Otto Limanovsky (ÖVP) | 1965-1978 |
| Josef Karrer (ÖVP) | 1978-1991 |
| Herbert Tamchina (SPÖ) | 1991-1998 |
| Gabriele Zimmermann (SPÖ) | 1998-2001 |
| Thomas Blimlinger (Grüne) | 2001- |
Das Bezirkswappen von Neubau setzt sich aus fünf Teilen zusammen, die für die fünf Bezirksteile stehen. Das Herzschild in der Mitte symbolisiert den Bezirksteil Neubau. Es zeigt einen liegenden Mond und ein goldenes Kreuz. Vermutlich symbolisiert das Wappen die Abwehr der Wiener Türkenbelagerung. Der linke, obere Teil des Bezirkswappens steht für den Bezirksteil Altlerchenfeld als sprechendes Wappen. Es zeigt vier goldene Lerchen und ein silbernes Kreuz. Die Lerchen stellen neben den Bäumen eine Möglichkeit für die Entstehung des Namens dar. Rechts daneben befindet sich das Wappen des Bezirksteils Sankt Ulrich. Es zeigt den Heiligen Ulrich von Augsburg, den Kirchenpatron der Siedlung, auf blauem Hintergrund mit einer grünen Wiese. Er trägt Bischofskleidung und Insignien. In der linken hält er einen silbernen Fisch. Dieser symbolisiert eine Legende, in der erzählt wird, dass Ulrich einem Boten ein Stück Gänsebraten schenkte, das sich in einen Fisch verwandelte. Der linke, untere Wappenteil repräsentiert den Bezirksteil Schottenfeld. Es zeigt einen Schottenpriester (Benediktiner) vor silbernem Grund auf einer Wiese wandern und symbolisiert damit die frühere Zugehörigkeit des Gebietes zum Schottenstift. Der rechte, untere Wappenteil symbolisiert als sprechendes Wappen den Bezirksteil Spittelberg ("Spitalsberg"). Auf einem roten Hintergrund ist ein Felsenberg mit einem blauen Reichsapfel abgebildet, darüber schwebt der Heilige Geist in Gestalt einer silbernen Taube. Teile des Wappens sind dem Siegel des dortigen Bürgerspitals entnommen.
I. Innere Stadt | II. Leopoldstadt | III. Landstraße | IV. Wieden | V. Margareten | VI. Mariahilf | VII. Neubau | VIII. Josefstadt | IX. Alsergrund | X. Favoriten | XI. Simmering | XII. Meidling | XIII. Hietzing | XIV. Penzing | XV. Rudolfsheim-Fünfhaus | XVI. Ottakring | XVII. Hernals | XVIII. Währing | XIX. Döbling | XX. Brigittenau | XXI. Floridsdorf | XXII. Donaustadt | XXIII. Liesing