Neuropeptid

Neuropeptide sind aus Aminosäureketten (Peptiden) zusammengesetzte Botenstoffe im Gehirn. Sie wirken oft als Hormone, erreichen also über die Blutbahn die Zielzellen. Da sie von Nervenzellen gebildet und freigesetzt werden, haben sie eine Zwischenstellung zwischen Neurotransmitter und Hormon. Heute sind über 60 verschiedene Neuropeptide bekannt. Hohen Bekanntheitsgrad haben die Endorphine als "körpereigene Opiate" erlangt. Man nennt Neuropeptide häufig Neuromodulatoren, wenn sie die Wirkung von anderen Neurotransmittern modulieren, also unterstützen oder hemmen. Man kann ihre Wirkung mit einem Dimmer vergleichen, der die Helligkeit einer Lampe reguliert, während der Neurotransmitter eher der Rolle des Lichtschalters entspricht.


Die Synthese und der Transport sind im Gegensatz zu kleinmolekularen Transmittern eher langsam und träge. Hauptsächlich werden Neuropeptide in den Ribosomen der Zelle hergestellt und nicht - wie bei kleinmolekularen Transmittern - im Axon. Neuropeptide binden zudem nicht direkt an Ionenkanäle und verändern somit auch nicht die Spannung der postsynaptischen Membran, sondern wirken über Rezeptoren auf Zellfunktionen und auf die Zellstruktur der postsynaptischen Zielzelle.

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