| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Mecklenburg-Vorpommern | |
| Landkreis: | Mecklenburg-Strelitz | |
| Koordinaten: | 53° 22′ N, 13° 4′ O | |
| Höhe: | 75 m ü. NN | |
| Fläche: | 138,15 km² | |
| Einwohner: | 22.152 (31. Dez. 2006) | |
| Bevölkerungsdichte: | 160 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 17235 | |
| Vorwahl: | 03981 | |
| Kfz-Kennzeichen: | MST | |
| Gemeindeschlüssel: | 13 0 55 050 | |
| Stadtgliederung: | 13 Stadtteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Markt 1 17235 Neustrelitz |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Andreas Grund | |
| Lage der Kreisstadt Neustrelitz im Landkreis Mecklenburg-Strelitz | ||
Neustrelitz ist die Kreisstadt des Landkreises Mecklenburg-Strelitz in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland).
Inhaltsverzeichnis |
Neustrelitz liegt inmitten der wald- und wasserreichen Mecklenburgischen Seenplatte am Zierker See, der über den Kammerkanal und den Woblitzsee mit der Oberen Havel-Wasserstraße verbunden ist. Innerhalb oder nahe der Stadt liegen mehrere größere und kleinere Seen (Glambecker See, Zierker See, Großer Fürstenseer See, Langer See, Krebssee und Domjüchsee).
Neben der Kernstadt gehören zum Stadtgebiet:
Die Entstehung der Residenzstadt Neustrelitz ist das Ergebnis einer Reihe historischer Zufälle. Im Zuge der Dritten Mecklenburgischen Hauptlandesteilung war u. a. in Südostmecklenburg das (Teil-) Herzogtum Mecklenburg-Strelitz entstanden. Zur ersten Residenzstadt dieses neuen Landesteils des mecklenburgischen Gesamtstaates wählte man die altmecklenburgische Landstadt Strelitz (heute ein Stadtteil von Neustrelitz), nachdem die Ansiedlung der Regierungsbehörden in Neubrandenburg am dortigen Bürgerstolz gescheitert war. Als in Strelitz jedoch 1712 das alte Residenzschloß abbrannte und die Bürger ihre Unterstützung beim Wiederaufbau verweigerten, setzte eine Entwicklung ein, die ab den 1730er Jahren zum Entstehen einer neuen Residenzstadt Neustrelitz führte.
Bereits zuvor hatte Herzog Adolf Friedrich III. auf dem Gelände der Meierei Glienke (auch Glienecke oder Glieneke) ein einfaches Jagdhaus errichten lassen. Als seine alte Residenz in Strelitz 1712 mit allen Wirtschaftsgebäuden abbrannte, wurde dieses Jagdhaus schrittweise zu einem Schloss erweitert und anschließend aus praktischen Gründen in unmittelbarer Nachbarschaft eine neue Siedlung für Hofbedienstete angelegt, wohin man bald auch die Verwaltungsbehörden des Strelitzschen Landesteils verlagerte. Anfangs war Neustrelitz nur als Ortsteil von Strelitz geplant. Erst ab der Mitte des 18. Jahrhunderts entwickelte sich Neustrelitz zur Hauptresidenz der Strelitzer Herzöge und zur Landeshauptstadt von Mecklenburg-Strelitz. Nach dem Ende der Monarchie war Neustrelitz von 1919 bis 1933 Hauptstadt des gleichnamigen Freistaates. Während Neustrelitz bis 1918 keine Kommunalautonomie besaß und damit im politischen System des mecklenburgsichen Staates bedeutungslos blieb, war die Vorderstadt Neubrandenburg wie schon seit Jahrhunderten bis an die Schwelle zum 19. jahrhundert die größte und bedeutendste Stadt der Region.
Als Name tauchte Neuenstrelitz bereits am 20. März 1732 in einer Quittung auf, die Julius Löwe einem Arbeiter ausstellte. [1] Mit einem herzoglichen Rescript vom 20. Mai 1733, das heute als Gründungsaufruf für Neustrelitz gilt, wurde die Verlegung verschiedener Hofbehörden hierher verfügt und allen Ansiedlungswilligen verschiedene Vergünstigungen wie eine zehnjährige Steuerfreiheit gewährt. Seither wurde die altmecklenburgische Landstadt Strelitz zur besseren Unterscheidung von Neu-Strelitz umgangssprachlich immer häufiger als Alt-Strelitz bezeichnet, ohne dass es jedoch zu einer offiziellen Umbenennung gekommen wäre. [2]
Besonders baufreudige Landesherren waren Herzog Adolf Friedrich IV. und Großherzog Georg. In Georgs Diensten konnte der von der Schinkelschule geprägte Friedrich Wilhelm Buttel von 1821 bis 1869 seine architektonischen und landschaftsgestalterischen Fähigkeiten unter Beweis stellen. Das Stadtbild wurde von ihm im Stil des Klassizismus und der Neogotik entscheidend geprägt.
Nach Eingemeindung der Stadt Strelitz 1931, die fortan den Stadtteilnamen Strelitz (Alt) führte, war Neustrelitz kurzzeitig kreisfrei.
Mit der Wiedervereinigung der beiden mecklenburgischen Freistaaten verlor Neustrelitz ab 1934 die Funktion einer Landeshauptstadt. Die Aufgaben ehemaliger Landesbehörden wurden fortan nach Schwerin verlagert. Die Kultureinrichtungen des Landes - das erst in den 1920ern entstandene Neustrelitzer Landesmuseum und die bis ins 18. Jahrhundert zurückreichende Neustrelitzer Landesbücherei gerieten immer mehr ins Abseits. Das Hauptarchiv des früheren Landes hatte man bereits 1934 nach Schwerin überführt, wo es den Zweiten Weltkrieg überstand und bis heute im Landeshauptarchiv Schwerin einen eigenen Bestand bildet.
Neustrelitz gehörte neben Neubrandenburg, Rostock und Greifswald zu den Städten im heutigen Mecklenburg-Vorpommern, in denen es 1933 Bücherverbrennungen gab; diese fand auf dem heutigen Buttelplatz statt.
Am 29. April 1945 besetzte die Rote Armee die Stadt und blieb in mehreren Standorten verteilt bis zum Abzug der sowjetischen Truppen in der Garnison. Bei Kriegsende 1945 brannten das Residenzschloss, das Theater, ein Pavillon, das Alte Palais und das Kollegiengebäude unter ungeklärten Umständen ab.
Seit 1952 war Neustrelitz Kreisstadt und Verwaltungssitz des gleichnamigen Landkreises im neugebildeten Bezirk Neubrandenburg, welcher 1990 größtenteils im neukonstituierten Bundesland Mecklenburg-Vorpommern aufging. Mit der Verwaltungsreform von 1994 wurde Neustrelitz wiederum Kreisstadt des neugebildeten Landkreises Mecklenburg-Strelitz, zu dem wesentliche Teile des einstigen mecklenburgischen Teilstaates gehören.
Von 1951 bis 1975 war Neustrelitz Sitz der Bezirksleitungen der Parteien und Massenorganisationen, der Bezirksredaktion der Tageszeitung „Freie Erde“ sowie der Druckerei „Erich Weinert“ und auch der Bezirksredaktion der Tageszeitung „Der Demokrat“, die dann alle fast zeitgleich in die Bezirksstadt Neubrandenburg verlegt wurden.
Der Neubau einer Siedlung abseits der Stadt, der erst 1989 seinen Abschluss fand, schuf für Tausende neuen Wohnraum. Da etwa hier vordem nur brachliegende Flächen mit unregelmäßig vorhandenen Kiefernbeständen die Landschaft prägten, nannte man dies Neubaugebiet Kiefernheide.
Seit der Wende im Herbst 1989 nahm die Bevölkerung um etwa 5000 Einwohner ab – das sind etwa 20 Prozent der vormaligen Einwohnerzahl. Ab 1990 wurden zahlreiche Neustrelitzer Betriebe und Einrichtungen geschlossen, wie die Poliklinik, Elektroanlagenbau (EAB), Eisengießerei, Landtechnischer Anlagenbau (LTA), Maschinenfabrik Rogge, oder sie wurden in der Größe und Mitarbeiterzahl stark verkleinert wie das Bahnbetriebswerk von 1500 auf 70 Mitarbeiter. Einige Schulen mussten wegen Schülerrückgang geschlossen werden und wurden abgerissen wie die ehemalige Oberschule VII (Jahwaharlal-Nehru-Oberschule) und die Schule der sowjetischen Garnison.
Ab 1991 wurden im Rahmen der Städtebauförderung große Teile des historischen Stadtkerns der Residenzstadt mit seinem sternförmigen Zentrum sowie der Orangerie und der Schlosskirche gründlich saniert.
Eine zunehmende Rolle im wirtschaftlichen Leben der Stadt spielt nach einer strukturellen Umwandlung der Einrichtungen in den Jahren nach 1989 wieder der Tourismus.
Blasonierung: In gespaltenem Schild vorn in Rot ein aus einer silbernen Wolke am Spalt wachsender silberner Arm mit Ärmel, an dessen Saum eine fliegende Schleife, in der Hand ein goldener diamantenbesetzter Ring; hinten in Gold ein hersehender schwarzer Stierkopf mit aufgerissenem Maul, silbernen Zähnen, ausgeschlagener roter Zunge, abgerissenem Halsfell, dessen Randung bogenförmig ausgeschnitten ist und sieben Spitzen zeigt und mit silbernen Hörnern, auf der Stirn eine goldene Fürstenkrone, von der fünf mit Blattornamenten und Perlen abwechselnd besteckte Zinken sichtbar sind.
Neustrelitz wurde als barocke Residenzstadt um einen quadratischen Marktplatz angelegt. Von diesem führen sternförmig acht gerade Straßen in die Haupthimmelsrichtungen ab. Im Jahr 1866 wurde das Rondell in der Mitte des Platzes angelegt und ein Denkmal für den Großherzog Georg errichtet. Das Denkmal wurde 1956 abgebaut und deponiert. Erst 1989 konnte es auf dem Wilhelm-Buttel-Platz neu aufgestellt werden. Der alte Standort auf dem Markt wurde für ein Ehrenmal für die Gefallenen der Sowjetischen Armee genutzt, welches Mitte der 1990er wieder entfernt wurde.
Die Stadtkirche am Markt entstand als Saalbau zwischen 1768 und 1778 und besitzt den dritthöchsten Kirchturm in Mecklenburg-Vorpommern, welcher erst 1831 nach Pänen des Architekten Friedrich Wilhelm Buttel vollendet wurde. Das Rathaus, ebenfalls ein Werk Buttels, entstand nach dem Bau eines Seitenflügels 1836 erst in den folgenden Jahren mit Unterbrechungen in spätklassizistischen, an den Tudorstil angelehnten Formen und wurde 1843 beendet.
Das ehemalige Residenzschloss von Neustrelitz existiert seit 1945 nicht mehr. Die Konturen des einstigen Baus auf dem Schloßberg am Rande des Stadtzentrums wurden vor einigen Jahren markiert.
Östlich des früheren Schlossbezirks findet sich die Schlosskirche, welche von 1855 bis 1859 nach Plänen von Friedrich Wilhelm Buttel entstand. Der kreuzförmige Backsteinbau, einschiffig ausgeführt im Stil der Neogotik, wurde um 1970 von der Evangelisch-Lutherischen Stadtkirchgemeinde aufgegeben und bietet nach einer grundlegenden Sanierung seit 2001 Raum für Ausstellungen. Die hölzerne Decke und die Empore ergeben einen besonderen Rahmen. Von der Inneneinrichtung sind Reste der Grüneberg-Orgel aus dem Jahr 1859 vorhanden. Bemerkenswert sind die vier Figuren am Portal, die von Albert Wolff für diese Kirche geschaffen wurden. Die Orangerie, am östlichen Rand des Schlossparks gelegen, wurde 1755 als eingeschossiger Bau errichtet und von 1840 bis 1842 zum Gartensalon ausgebaut. Das Gebäude dient heute als Konzertsaal und Restaurant. Dort ist ein Modell des ehemaliges Schlosses ausgestellt. Der angrenzende barocke Schlosspark mit Luisentempel und Hebetempel und seinen verschiedenen Statuen und Büsten ist ebenfalls sehenswert.
Südöstlich des Schlosses wurde 1721 ein Tiergarten angelegt. Der damalige Eingang führte durch das Hirschportal, das 1824 bis 1826 entstand und heute noch zu besichtigen ist. Außerdem erhalten sind verschiedene, zum Schloss gehörende Gebäude wie der Marstall (Reitstall) (Entwurf von Buttel, vollendet von Baurat Richard) und das Carolinenstift (Krankenhaus als Stiftung der Herzogin Caroline 1860 erbaut), das Marienpalais (ehemaliger Wohnsitz der Großherzogin-Witwe Marie, ab April 1950 Erweiterte Oberschule EOS Clara Zetkin) und das Carolinenpalais (1850 von Buttel im Tudorstil erbaut, gewidmet der Herzogin Caroline).
Unweit des Friedrich-Wolf-Theaters befindet sich der Hobesche Saal (auch „weißes Herrenhaus“ genannt, 1740 erbaut), in dessen Saal das Standesamt untergebracht ist.
Wo heute das Friedrich-Wolf-Theater steht, befand sich seit 1755 ein Reithaus, erbaut von Martin Seydel, das 1775 zum „Komödien- und Redoutenhaus“ umfunktioniert wurde und seit 1779 die Bezeichnung „Mecklenburgisch-Strelitzsches Hoftheater“ trug. Es wurde von 1785 bis 1924 als Theater genutzt. Dann brannte das Gebäude ab und nach Plänen des Münchners Max Littmann wurde von 1925 bis 1928 ein neues errichtet. Am 1. September 1944 stellte es den Betrieb ein. Nach der Zerstörung 1945 wurde es wieder aufgebaut und dabei umgestaltet (1954 wiedereröffnet). Vor dem Theater befindet sich eine Bronzeplastik zur Ehren Friedrich Wolfs.
Der Hafen am Zierker See wurde zwischen 1841 und 1846 angelegt. Die ersten Speichergebäude kamen 1842 und 1846, erbaut durch den Kornhändler Stüver und durch den Kaufmann Behn, dazu. Den dritten Speicher ließ Bentzien erbauen. Sie wurden zum Teil nach 1990 zu Wohnhäusern umgebaut. Auf dem Wasserweg wurde von hier aus vorwiegend Getreide und Holz transportiert. Ein Gleisanschluss an die Bahnstrecke Berlin - Stralsund verhalf dem Hafen zu erneutem Aufschwung. Nach einigen Jahren des Erliegens aller Verladetätigkeiten wurden um 1995 neue Anlagen erstellt. Der Hafen bietet nach dem Umbau Liegeplätze für Boote und eine gut ausgerüstete Anlegestelle für Ausflugsschiffe.
Neben der ehemaligen Dampferanlagestelle findet sich an der Weißen Brücke der Chinesische Pavillon, der 1821 als Wäschespülhaus für den Herzog errichtet wurde.
Am Rande von Neustrelitz – bei der Kalkhorst – befindet sich seit Jahrzehnten eine Satelliten-Boden-Station. Sie wird heute vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) genutzt.
Im Schlosspark:
An der Orangerie:
Am Friedrich-Wilhelm-Buttel-Platz:
Am Eingang zum Wildpark:
Im Stadtgebiet:
Neben dem Binnenhafen, der Landwirtschaft und der wachsenden Tourismusbranche sind in Neustrelitz Fabriken des Maschinen- und Anlagenbaus ansässig. Die Ostmecklenburgische Bahnwerk GmbH betreibt hier ein Instandhaltungswerk für Eisenbahnfahrzeuge.
Neustrelitz bildet für den Eisenbahn-, Straßen- und Binnenschifffahrtsverkehr einen wichtigen Knotenpunkt im südlichen Mecklenburg-Vorpommern.
In Neustrelitz kreuzen sich die Bundesstraßen 96, 193 und 198. Die Bundesautobahn A 20 (Rostock–Stettin) ist 36 km entfernt (Anschlussstelle Neubrandenburg), die Bundesautobahn A 19 (Berlin–Rostock) 52 km (Anschlussstelle Röbel/Müritz).
Vom Bahnhof Neustrelitz bestehen direkte Bahnverbindungen unter anderem nach Berlin, Rostock, Neubrandenburg - Stralsund (Preußische Nordbahn) und Mirow. Ab dem 10. Juni 2007 werden einzelne ICE der Linie 28 auf der Relation Rostock – Berlin auch in Neustrelitz halten, siehe auch Liste der InterCityExpress-Bahnhöfe.
Stillgelegt wurden die Bahnstrecken nach Feldberg (im Mai 2000), die Verbindungskurve von Mirow in Richtung Berlin, die in den 1960er Jahren als strategische Reservestrecke angelegt worden war, sowie im Stadtgebiet die vom ehemaligen Südbahnhof in Richtung Wesenberg, Rechlin und Wittstock führenden Gleise.
Über den Kammerkanal besteht eine Verbindung an das überregionale Wasserstraßennetz.
Im ehemaligen Kühlhaus sind ein Kino und eine Discothek, das DiFa-Palace untergebracht. Es ist die größte Diskothek Mecklenburg-Vorpommerns.
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