Mit dem Begriff New Economy (engl.: neue Wirtschaft) verband sich die Idee, dass durch das Aufkommen von Computern und neuen Kommunikationsmedien im Zuge der digitalen Revolution eine radikal neue, durch die Globalisierung geprägte Wirtschaftsform entstehe.
Die Verfechter der New Economy gingen davon aus, dass die industrielle Massenfertigung von Waren weniger wichtig werde und die bisher gültigen Grundannahmen der kapitalistischen Wirtschaftsweise ihre Bedeutung verlören. Die Prioritäten lägen nun im weltweiten Wettbewerb um innovative Ideen, in der Erzeugung, Verarbeitung und Verbreitung von Informationen bzw. Inhalten (Content), also immateriellen Werten, z.B. in Form digitaler Güter (Software, Musik, Videos). Physische Arbeitsprozesse und Absatzkanäle würden weitgehend von digitalen Prozessen überlagert.
Im Gegensatz zu klassischen Wirtschaftstheorien ging die New Economy nicht mehr davon aus, dass die Knappheit der Güter deren Preis bestimmt. In der New Economy steige der Preis eines Gutes erst, wenn es universell (bzw. zumindest für eine kritische Schwellenmenge) verfügbar ist. Insbesondere unter dem Eindruck der weltweiten Vernetzung von Informationssystemen (Internet) besteht die Theorie der New Economy darin, dass Kommunikationsgeräte erst einen Nutzen stiften könnten, wenn sie universell verfügbar sind. Während die Güter der klassischen Wirtschaft wie Rohstoffe und industrielle Fertigprodukte ihren Wert durch ihre Knappheit bestimmten, bestimmen die Güter der New Economy ihren Wert vor allem durch ihren Verbreitungsgrad. Die Güter der New Economy seien daher vor allem Kommunikationsmittel (Telefon, E-Mail, Fax, Internet) die erst nutzbar sind, wenn möglichst viele Menschen Zugang hierzu haben.
Charakteristisch für die New Economy sind neue, innovative Unternehmen aus Zukunftsbranchen wie z. B. Informationstechnologie, Multimedia, Biotechnologie, Telekommunikation oder Erzeuger forschungsintensiver Produkte, die in der Regel mit flachen Hierarchien operieren.
Diese Idee hat im Aufschwung der informationstechnischen Unternehmen Ende der 1990er Jahre eine wichtige Rolle gespielt. Investoren haben damals große Summen eingesetzt, um sich innovative Ideen zu sichern und so einen Vorsprung bei der Erschließung der neuen Märkte zu erhalten. Mit dem Ende dieses Booms hat sich die Einschätzung verbreitet, dass die digitale Revolution die Grundregeln des Kapitalismus nicht außer Kraft setzt. In diesem Zusammenhang verbreitete sich mit dem Abflauen auch die Einschätzung, dass eine mehr oder weniger strikte Trennung zwischen New- und „Old Economy“ nicht sinnvoll ist. Angestammte Unternehmen der „Old Economy“ investierten außerdem zunehmend in Bereiche, welche zuvor als idiosynkratisch für die New Economy angesehen wurden, wie z.B. Online-Portale und weitgehend web-basierte Dienstleistungen. Des weiteren erwies sich eine Vielzahl von Geschäftsmodellen der New Economy als konzeptioneller Fehlschlag, was am Ende der Hochphase zum Platzen der „Dotcom-Blase“ und zu Penny-Stocks (radikaler Kursverfall an den Börsen) führte. Damit verschwanden viele der zuvor oft vielversprechend gestarteten Dotcom-Unternehmen wieder.
Im deutschen Sprachgebrauch ist in jüngerer Zeit im Rückblick auf die Entwicklungen der 90er Jahre zunehmend festzustellen, dass „New Economy“ nicht nur eine (vermeintlich neue) Wirtschaftsform, sondern auch diese Epoche an sich bezeichnet.
Eine Weiterentwicklung, welche die informationstechnischen Gegebenheiten berücksichtigt, ist die Internetökonomie.
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