Nidda

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen finden sich unter Nidda (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen von Nidda
Markierung
Deutschlandkarte, Position von Nidda hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Wetteraukreis
Koordinaten: 50° 25′ N, 9° 1′ O
Höhe: 131 m ü. NN
Fläche: 118,34 km²
Einwohner: 18.069 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 153 Einwohner je km²
Postleitzahl: 63667
Vorwahl: 06043
Kfz-Kennzeichen: FB
Gemeindeschlüssel: 06 4 40 016
Stadtgliederung: 18 Stadtteile
Adresse der Stadtverwaltung: Schloßgasse 34
63667 Nidda
Webpräsenz:
Bürgermeisterin: Lucia Puttrich (CDU)

Nidda ist eine Stadt in der hessischen Wetterau. Ihren Namen verdankt sie dem Fluss Nidda.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Nachbargemeinden

Nidda grenzt im Norden an die Stadt Laubach (Landkreis Gießen), im Osten an die Stadt Schotten (Vogelsbergkreis) und die Gemeinde Hirzenhain, im Süden an die Stadt Ortenberg und die Gemeinde Ranstadt, im Südwesten an die Gemeinde Echzell, sowie im Westen an die Gemeinde Wölfersheim (alle im Wetteraukreis) und die Stadt Hungen (Landkreis Gießen).

Stadtgliederung

Nidda besteht aus den Ortsteilen Bad Salzhausen, Borsdorf, Eichelsdorf, Fauerbach, Geiß-Nidda, Harb, Kohden, Michelnau, Nidda, Ober-Lais, Ober-Schmitten, Ober-Widdersheim, Schwickartshausen, Stornfels, Ulfa, Unter-Schmitten, Unter-Widdersheim und Wallernhausen

Geschichte

Nidda - Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655
Nidda - Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655
  • Anfang des 9. Jahrhunderts wurde Nidda erstmals urkundlich erwähnt. Nach dem Aussterben der Grafen von Nidda ging deren Titel auf die Landgrafen von Hessen über. Heute ist im Haus Hessen der „Graf von Nidda“ Bestandteil des Familiennamens.

Religionen

Überwiegend Evangelisch

Politik

Stadtverordnetenversammlung

Die Kommunalwahl am 26. März 2006 lieferte folgendes Ergebnis:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 46,0 17 45,7 17
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 40,3 15 41,5 15
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 5,4 2 2,3 1
FWG Freie Wählergemeinschaft Nidda 1,1 1 7,4 3
FUB/FDP Freie Unabhängige Bürger/Freie Demokratische Partei 6,3 2
NPD Nationaldemokratische Partei Deutschlands 0,9 0 0,9 0
FDP Freie Demokratische Partei 2,1 1
Gesamt 100,0 37 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 52,1 56,8

Bürgermeisterwahlen

Die Bürgermeisterdirektwahl am 25. Februar 2007 gewann Lucia Puttrich mit 64,2 % aller Stimmen. Es ist ihre dritte Amtszeit.

Wappen

Wappenbeschreibung: „In Schwarz über einem achtstrahligen Stern (Ziegenhain) im Halbbogen eine silberne, rot (Tor und Fenster) abgesetzte Burg (Nidda).“ Flaggenbeschreibung: „Die Flagge zeigt die Farben Schwarz und Gold, im oberen Drittel das Stadtwappen“ Die Flagge ist senkrecht geteilt, links Schwarz und rechts Gold. Die Farben lassen sich bis zur Grafschaft Ziegenhain und Nidda zurückverfolgen.

Städtepartnerschaften

Nidda hat Städtepartnerschaften mit Crest in Frankreich, Bad Kösen in Sachsen-Anhalt, Weißenstein in Österreich und Cromer in England. Derzeit werden Verhandlungen über eine Partnerschaft mit Nida in Litauen und Salandra (Italien) geführt.

Wirtschaft

Verkehr

Nidda liegt an den Bundesstraßen B 455 und B 457 sowie an der Lahn-Kinzig-Bahn zwischen Gießen und Gelnhausen. Der Bahnhof in Nidda ist außerdem Endhaltestelle der Bahnlinie nach Friedberg.

Bildungseinrichtungen

  • Gymnasium des Wetteraukreises
  • Haupt- und Realschule
  • Berufsschule mit Berufsfach- und Fachoberschule.
  • Kindergärten
  • Stadtbibliothek Nidda

Freizeit- und Sportanlagen

  • Sportplatz der Viktoria Nidda (Rasenplatz, der Sandplatz wurde 2005/2006 in Rasenplatz umgewandelt)
  • Tennisplatz (fünf Sandplätze im Stadtteil Bad Salzhausen)
  • Minigolf;
  • Tartanbahn
  • Solebewegungsbad (im Stadtteil Bad Salzhausen)
  • Schwimmbad in Nidda mit Schwimmer-, Springer-, Kinder- und Babybecken, ein Fünfmeterturm, ein Dreimeterturm, zwei Einmeterbretter, zwei Beach-Volleyball-Felder
  • Reitverein mit Halle

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Der Marktbrunnen von 1650
Der Marktbrunnen von 1650
  • Evangelische Heiliggeistkirche.

Eine der ältesten evangelischen Saalkirchen Hessens nach dem Vorbild der Stadtkiche in Hungen. Erbaut 1615-18 im Renaissance-Stil. Eine Besonderheit stellt unter anderem das Kruzifix aus dem 17. Jahrhundert dar, nicht zuletzt deshalb, weil es die Inschrift INRI auf lateinisch, griechisch und hebräisch trägt.

  • Johanniterturm

Errichtet 1491/1992. Letzter Rest der Johaniterkirche St. Johannes Baptist. Der Turm wurde 1491-1492 nachträglich angebaut an das damals noch vorhandene romanische Kirchenschiff der Johanniterkirche. Noch heute ist der frühere Dachgiebel als Mörtelrest am Turm erkennbar. Das Gotteshaus war wahrscheinlich eine romanische Pfeilerbasilika mit einem Mittelschiff, zwei Seitenschiffen und fünf Altären. Bis heute hängen im Johanniterturm drei Glocken, die zu den ältesten und schönsten Geläuten Hessens zählen.

  • Marktbrunnen

Der im Mittelpunkt des Marktplatzes stehende Marktbrunnen wurde im Jahre 1650 mit einem neuen Aufsatz aus rotem Sandstein versehen, der das damalige Niddaer Stadtwappen trägt mit dem achtstrahligen Stern der Grafen von Nidda, den damals noch vorhandenen beiden Stadttoren und dem Schloss. Folgender Spruch ziert den Brunnen: Ich steh allhier auff offenem Marck, Geb hin mein Wahr ohne Gelt, Wer Lust hat trinck wans ihm gefelt, Ob ich schon werde gering geacht, So steht doch meine Kraft in Gottes Macht Welcher seine Brünlein lest fliesen, Die der Arm sowohl als der Reiche hat zu geniesen.

  • Schloss

Ehemals kreisrunde Wasseranlage, deren Gräben zugeschüttet sind. Der Niddaische Bau wurde wohl 1633 errichtet. Der Torbau wurde 1907–1908 neu erbaut. Aus den Fundamenten der alten Wasserburg der Grafen Bertold von Nidda erbautes Renaissanceschloss (um 1600). Diente als Sitz der Amtmänner, die von den Landgrafen von Hessen-Darmstadt zur Verwaltung eingesetzt wurden. 1889 wurde im Schlosshof das Gefängnis gebaut. Für jugendliche Straftäter dient es noch heute an Wochenenden als Arrestzelle. Im Sommer finden im Schlosshof jedes Jahr einige kulturelle Veranstaltungen wie Theater und Pantomime, sowie Musikveranstaltungen statt, die von der Bevölkerung und auch von Gästen gern besucht werden.

  • Kurpark in Bad Salzhausen
  • Ehemaliges Gymnasium, Hindenburgstraße 2. Expressionistischer Bau mit Portikus, um 1928.
  • Ehemaliges Gefängnis, Schlossgasse 36. Kubischer Putzbau des frühen 19. Jahrhunderts
  • Wohnbauten
    • Am Neubau Marktplatz 2 befindet sich ein Portal von 1599
    • Mühlstraße 2, Fachwerkgiebelhaus, um 1750
    • Mühlstraße 4, Fachwerkbau, um 1500
    • Schillerstraße 26 (Apotheke), spätklassizistischer Putzbau mit Freitreppe und flach gedecktem Anbau, um 1840
    • Schlossgasse 11, wohl erste Hälfte des 16. Jahrhu8nderts, 1597 renoviert
    • Schlossgasse 25, zweigeschossiger, mit Holz verschindelter Bau mit Freitreppe, wohl Mitte 19. Jahrhundert
  • Ortsteil Unter-Widdersheim mit einem unter Denkmalschutz stehenden Ortskern. Die ältesten Gebäude, die zum Teil liebvoll restauriert sind, stammen aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Eine handgezeichnete Flurkarte aus 1703 zeigt bereits 20 Gehöfte.

Sehenswürdigkeiten

  • Kindstein im Ortsteil Unter-Widdersheim, ein Megalith aus Phonolith (Klingstein) als Zeuge für einen vorzeitlichen Kultplatz. Der Stein muss von weit her an diese Stelle geschafft worden sein. Eine Gedenktafel gibt nähere Auskunft.

Museen

  • Institut für Kirchengeschichte von Böhmen, Mähren und Schlesien

Am Sportfeld 14, Geiß-Nidda

  • Niddaer Heimatmuseum

Raun 1. Das Heimatmuseum ist in einem der imposantesten Bauwerke am Marktplatz untergebracht, im 1632 von Baumeister Otterbein erbauten ehemaligen Stadtwirtshaus

  • Zimmermann-Strauss-Museum – Jüdisches Museum Nidda

Raun 62, Nidda

  • Feuerwehrmuseum Nidda

Markt 17, Nidda. Dieses Museum ist das dritte seiner Art in Hessen und das einzige im Wetteraukreis. Was die Feuerwehren der Großgemeinde in den letzten Jahren alles an Schätzen zusammengetragen haben, ist hier in eine zusammenhängende Ausstellung überführt worden. Im Feuerwehrmuseum sind auf 100 qm eine Handdruckspritze von 1877 der Freiwilligen Feuerwehr Nidda, eine Handdruckspritze der Freiwilligen Feuerwehr Stornfels, eine Saug- und Druckspritze der Freiwilligen Feuerwehr Geiß-Nidda, eine Holz-Kippleiter mit einer Steighöhe von 12 m der Freiwilligen Feuerwehr Nidda, historische Uniformen und Arbeitsgeräte von 1877 sowie Tragkraftspritzen, die älteste vom Baujahr 1938, zu sehen. Glanzstück ist das leichte Löschgruppen-Fahrzeug aus dem Jahre 1941 mit dem dazugehörigen Tragkraftspritzen-Anhänger.

Insgesamt 780 Arbeitsstunden wendeten Mitglieder der Feuerwehr mit Unterstützung weiterer Bürger aus Nidda auf, um das alte Spritzenhaus zu renovieren. Ziel war es, unter Ausnutzung der örtlichen Gegebenheiten ein lebendiges Museum mit dem Thema Feuerwehr im Wandel der Zeit von 1877 bis 1941 entstehen zu lassen.

Nach Terminabsprache mit der Freiwilligen Feuerwehr Nidda e. V. stehen den Besuchern kompetente Führungen und Erklärungen zu den einzelnen Ausstellungsstücken zur Verfügung.

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Nidda literarisch

Lesungen bekannter Autoren oder Schauspieler.

  • Kirmes Unter-Widdersheim

Am 2. Wochenende im Juni jeden Jahres findet die legendäre Kirmes in Unter-Widdersheim im Festzelt statt. Freitag abend findet die Beach-Party statt. Rund um 2 Teiche ist Sand aufgeschüttet. Samstag ist Tanz mit Kapelle. Sonntags ab 11 Uhr findet bis abends der Frühschoppen statt; bis 14 Uhr spielt eine Blaskapelle aus der Gegend, danach eine Tanzkapelle.

Söhne und Töchter der Stadt

Weblinks

Quelle:
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