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Das US-amerikanische Testflugzeug X-15 war ein raketengetriebenes Hochgeschwindigkeitsforschungsflugzeug. Die gesammelten Daten dienten dem US-Raumfahrtprogramm wie etwa dem Space Shuttle. Das einsitzige Flugzeug wurde aus der Luft von umgebauten B-52-Bombern der NASA gestartet und landete auf eigenem Fahrwerk. Es beeindruckte durch damals unerreichte Flugdaten. Die Höchstgeschwindigkeit von 7.274 km/h (Mach 6,72) eines bemannten Flugzeugs wurde bis heute nur durch das Space Shuttle übertroffen, nach dem Space Shuttle und dem SpaceShipOne erreichte die X-15 die höchste Flughöhe von 107.960 m.
Von dem Flugzeugtyp wurden lediglich drei Exemplare gebaut, jeweils von der Firma North American Aviation (NAA) aus Los Angeles.
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Das Flugzeug hatte eine Reihe technischer Besonderheiten, um den extremen Flugbedingungen gerecht zu werden. So wurden neben aerodynamischen Flächen zur Steuerung in der Atmosphäre auch Steuerraketen eingebaut, um Manövrierfähigkeit außerhalb der Atmosphäre zu ermöglichen. In knapp 3 Minuten verbrauchte das regelbare Thiokol-Einkammer-Flüssigkeits-Raketentriebwerk XLR99-RM2 von Reaction Motors (Schubleistung: 26.000 kg in 14.000 m Höhe) der X-15A-2 etwa 15 Tonnen Raketentreibstoff und legte dabei bei einem typischen Testflug eine Strecke von 450 km zurück. Für die schnellsten Flüge wurde ein ablativer Hitzeschutz aufgetragen.
Das Heckfahrwerk bestand zur Gewichtsreduzierung aus Kufen.
Zwölf Piloten wurden für dieses Flugzeug ausgesucht:
Ab März 1959 wurden Testflüge unternommen, jedoch noch ohne Trennung vom Trägerflugzeug. Am 8. Juni desselben Jahres wurde der erste Gleitflug durchgeführt mit dem ersten, triebwerkslosen Exemplar. Am 17. September 1959 flog die zweite X-15 erstmals mit Raketenantrieb und brach bei einer Bruchlandung am 5. November in zwei Teile – der Pilot Scott Crossfield blieb unverletzt. Dieselbe Maschine stellt am 3. Oktober 1967 einen Geschwindigkeitsrekord auf: 7.274 km/h (in einer Höhe von 59 km), der Testflug musste allerdings abgebrochen werden und endete mit einer Notlandung.
Am 15. November 1967 brach das dritte Exemplar der X-15 während eines Flugs auseinander. Der Pilot, Major Michael Adams, kam dabei ums Leben.
Die inzwischen mit einem Triebwerk ausgestattete erste X-15 flog am 24. Oktober 1968 zum letzten Mal, den 199ten Flug einer X-15.
Vom 17. Juli 1962 bis zum 21. August 1968 wurden bei 13 Flügen eine Höhe von über 50 Meilen (ca. 80 Kilometern) erreicht. Nach Definition der US Air Force beginnt dort der Weltraum, so dass die acht Piloten dieser Flüge als Raumfahrer galten. Die fünf militärischen Piloten Robert White, Robert Rushworth, Joe Engle, William Knight und Michael Adams erhielten von der US Airforce hierfür Astronautenschwingen als Auszeichnung. Für die drei zivilen Piloten wurde dies erst am 24. August 2005 nachgeholt. Bill Dana nahm die Auszeichnung selbst in Empfang, die verstorbenen Piloten Joe Walker und John McKay wurden durch Angehörige vertreten. Michael Melvill erhielt am 21. Juni 2004 nach seiner Landung mit dem SpaceShipOne als erster Astronaut eines rein privat finanzierten Weltraumfluges ebenfalls diese Auszeichnung.
Nach Definition der Fédération Aéronautique Internationale (FAI) liegt die Grenze zum Weltraum bei 100 km. Nur zwei der X-15-Flüge überschritten diese Grenze: Flug 90 am 19. Juli 1963 mit 106.010 m und Flug am 22. August 1963 mit 107.960 m. Beide Male war der Pilot Joe Walker, so dass er, nach internationaler Definition, der einzige Pilot war, der mit der X-15 den Weltraum erreichte.
Die X-15-Piloten Neil Armstrong und Joe Engle traten später der NASA bei und erreichten dort Raumfahrerstatus. Armstrong betrat als erster Mensch den Mond, Engle kommandierte zwei Flüge des Space Shuttle.
| Commons: North American X-15 – Bilder, Videos und Audiodateien |
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