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Oława

Dieser Artikel behandelt die Stadt Oława in Polen. Für den gleichnamigen Fluss siehe Oława (Fluss).
Oława / Ohlau
Wappen von Oława
Oława / Ohlau auf der Karte von Polen
Oława / Ohlau
Oława / Ohlau
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Niederschlesien
Landkreis: Oława
Fläche: 27,3 km²
Geographische Lage: 50° 57' N, 17° 18' O
Höhe: 133 m n.p.m
Einwohner: 31.078 (1. Jan. 2005)
Postleitzahl: 55-200
Telefonvorwahl: (+48) 71
Kfz-Kennzeichen: DOA
Wirtschaft & Verkehr
Straße: BrzegBreslau
Nächster int. Flughafen: Flughafen Breslau
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Franciszek Październik
Adresse: pl. Zamkowy 15
55-200 Oława
Webpräsenz: www.um.olawa.pl

Oława [ɔˈwava] (deutsch Ohlau) ist eine Stadt in Polen und liegt in der Woiwodschaft Niederschlesien zwischen den Flüssen Oława (Ohle) und der Oder. Oława ist Sitz eines Landkreises (Powiat Oławski) und hat rund 30.000 Einwohner.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Entstehung des Ortes dürfte ins 9. Jahrhundert zurückgehen. Die erste Erwähnung erfolgte im Jahr 1149 und findet sich in einem Dokument, das die Schenkung des Ortes an die Abtei St. Vinzenz in Breslau bestätigt. Im Jahr 1206 wurde der Ort eine Residenz der Piasten, die Oława 1234 das Stadtrecht verliehen; 1282 wurde es Sitz einer Kastellanei. Die Stadt wurde mehrmals zerstört, so 1241 durch die Tataren, 1448 durch die Hussiten und 1634 während des Dreißigjährigen Krieges. Nachdem der polnische König Kasimir III. im Vertrag von Trenčín 1335 auf Schlesien verzichtet hatte, wurde dieses ein böhmisches Lehen.

1526 gelangten die Habsburger auf den böhmischen Thron und wurden damit die neuen Landesherren, die Stadt blieb aber noch bis 1675 eine piastische Residenz. Nach dem Ersten Schlesischen Krieg fiel sie 1742 an Preußen. Im 18. und 19. Jahrhundert erlebte Ohlau einen deutlichen ökonomischen Aufstieg und wurde eines der Zentren des Tabakanbaus. Im Jahr 1842 wurde die erste Eisenbahn Schlesiens (und damit des heutigen Polens) zwischen Ohlau und Breslau eröffnet. Der Erste Weltkrieg verschonte Ohlau, dafür wurde es aber im Zweiten Weltkrieg zu etwa 50 % zerstört. Seit 1990 gehört Oława zu Polen, bereits seit 1945 stand es unter polnischer Verwaltung. Bis 1992 war Oława Standort einer Garnison der Roten Armee.

Sehenswürdigkeiten

Eine Auswahl der Sehenswürdigkeiten von Ohlau:

  • Rathaus, erbaut 1637–1668, mit charakteristischem Turm. Am Turm befindet sich eine wertvolle Uhr aus dem Jahre 1728, dort ist der Tod von Ohlau angebracht, eine sensenschwingende Skelettfigur. Weitere bewegliche Figuren sind der Herrscher der Zeit, sowie ein Hahn, der eine Henne jagt. Außerdem findet sich dort eine Monduhr. Das Rathaus selbst ist spätklassizistisch und wurde von 1823–1830 nach Plänen des preußischen Architekten Karl Friedrich Schinkel erbaut.
  • Pfarrkirche, erstmalig erwähnt 1201, gotischer Chor beendet um 1300, Schiff erbaut 1587–1589, nach schweren Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg 1634 wiederaufgebaut 1691–1692. Nach Einsturz des Turmes während eines Gewitters 1881 wurde 1886 der jetzige, neogotische Turm (62 m hoch) errichtet. 1534–1699 und 1707–1945 war die Kirche evangelisch (Pfarrkirche St. Blasius und Sperantus), seit 1945 ist sie wieder katholisch (Stadtpfarrkirche Maria Trost).

Städtepartnerschaften

Die Stadt Oława unterhält mit folgenden Städten Partnerschaften:

Persönlichkeiten

Der Abenteurer und Kapitän Hermann Eberhard wurde am 27. Februar 1852 in der Stadt geboren. 1892 bereiste er West-Patagonien und gründete die erste deutsche Siedlung in Süd-Chile namens Puerto Consuelo. Dort errichtete eine große Schafzucht. 1895 entdeckte er westlich des Nationalpark Torres del Paine in der Höhle von Milodon das Skelett eines Riesenfaultiers. Die Höhle ist heute eines der meistbesuchten Touristenziele im Bereich von Puerto Natales.

Zu Ehren von Hermann Eberhard wurde ein Fjord nach ihm benannt, der Fjordo Eberhard. Eberhard gilt in Chile als eine der großen Persönlichkeiten der Erschließung der Región de Magallanes y de la Antártica Chilena.

Bernhard Lichtenberg, geboren am 3. Dezember 1875, war katholischer Priester, der während der nationalsozialistischen Diktatur öffentlich gegen die Nazis Stellung bezog. Er verstarb auf dem Transport ins KZ Dachau am 5. November 1943 in Hof.

In der Nähe Oława wurde am 13. November 1904 Peter Graf Yorck von Wartenburg geboren, ein Jurist und Widerstandskämpfer. Er wurde am 8. August 1944 in Berlin-Plötzensee hingerichtet.

Weblinks

Quelle:
Artikel Oława aus der freien Enzyklopädie Wikipedia mit dieser Versionsgeschichte
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