O alte Burschenherrlichkeit ist die erste Zeile (und der spätere Titel) eines in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstandenen Studentenliedes, in dem das Studentenleben der Zeit rückblickend aus der Sicht eines bereits Berufstätigen beschrieben wird, der wehmütig an seine Jugendjahre zurückdenkt.
Dieser Titel ist aufgrund der Popularität des Liedes im 19. und 20. Jahrhundert zu einem geflügelten Wort geworden, mit dem die Studentenjahre in der besonderen Ausprägung der für Mitteleuropa typischen studentischen Kultur umschrieben werden, wie sie heute nur noch von den Studentenverbindungen gepflegt wird. So findet man diesen Ausdruck als Buchtitel, als Titel von Tonträgern und zwei deutschen Kinofilmen von 1925 bzw. 1930. Auch werden Bilder und Grafiken, die das traditionelle Studentenleben behandeln, gern mit diesem Titel versehen.
Das Lied ist heute fester Bestandteil des von Studentenverbindungen gesungenen Repertoires von Studentenliedern und im Allgemeinen Deutschen Kommersbuch abgedruckt.
Das Lied wurde in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts ins Schwedische übersetzt und ist noch heute sehr populär unter schwedischen Studenten. Es ist als "O, gamla klang- och jubeltid" ("O, alte Klang- und Jubelzeit") bekannt.
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Der erste gedruckte Beleg für das Lied findet sich in der Berliner Zeitschrift „Der Freimüthige oder Unterhaltungsblatt für gebildete, unbefangene Leser, herausgegeben von Dr. August Kuhn“ vom 9. August 1825 unter dem Titel „Rückblicke eines alten Burschen“. Diese Publikation geriet aber wieder in Vergessenheit. Autor und Herkunft des Liedes galten für lange Zeit als unbekannt.
Bei der 350jährigen Jubiläumsfeier der Universität Marburg im Jahre 1877 erklärte sich der Marburger Burschenschafter Sanitätsrath Dr. med. Eugen Höfling zum Verfasser dieses Liedes. Er sagte, er habe das Lied zwischen den Jahren 1830 oder 1839 verfasst und zuerst in der Frankfurter Didaskalia („Didaskalia oder Blätter für Geist, Gemüth und Publizität.“ Frankfurt a. M., 1. Jahrgang 1823) veröffentlicht.
Diese unbelegte Behauptung wurde lange Zeit für wahr gehalten, Eugen Höfling ging als Autor des Liedes in die Literatur ein und erfuhr zahlreiche Ehrungen.
Bezweifelt wurde die Autorenschaft zuerst von Wilhelm Erman, der im Wintersemester 1890/1891 die Erstveröffentlichung von 1825 wiederentdeckte und seine Erkenntnis publizierte. Zum Zeitpunkt dieser tatsächlichen Erstveröffentlichung war Höfling (geb. am 15. Oktober 1808, gestorben 21. Juli 1880) sechzehnjähriger „Lyzeist“, also Schüler am Gymnasium, in seiner Heimatstadt Fulda. Es wird als unwahrscheinlich angesehen, dass ein Unterprimaner aus Osthessen eine so reife Dichtung mit so großer Publikumswirkung zu einem Thema verfassen konnte, das die Betrachtungsweise eines älteren Herrn erforderte, und sie dann anonym fern seiner Heimat in Berlin veröffentlichte. Höfling hatte auch zugegeben, dass ihm zu Schülerzeiten das studentische Leben mit seiner typischen Kultur, wie sie im Lied detailliert beschrieben wird, noch vollkommen fremd gewesen war. Außerdem gibt es im Text sprachliche Hinweise auf eine Entstehung in Halle an der Saale, der Erscheinungsort Berlin weist auf eine Universitätsstadt im preußischen Herrschaftsgebiet hin. Höfling hat erst Jahre nach der tatsächlichen Erstveröffentlichung studiert und zwar in Marburg und Würzburg. Eine tatsächliche Veröffentlichung des Liedes in den Didaskalia, wie von Höfling behauptet, konnte bisher nicht nachgewiesen werden.
Trotzdem gilt Höfling in vielen Veröffentlichungen weiter als Autor. In Marburg, Eschwege und Fulda befinden sich Gedenktafeln für Höfling als Liederdichter, die letzte wurde 1983 enthüllt.
Aufgrund der großen Bekanntheit und der weiten Verbreitung des Liedes eignete es sich auch als Vorlage für Parodien auf das Studentenleben der jeweiligen Zeit. So erschien im Jahre 1910 in Straßburg das Liederbuch für Studentinnen, in denen einige typische Studentenlieder auf das weibliche Geschlecht ungedichtet wurden:
Brockhaus-1809: Das alte Römische Reich
DamenConvLex-1834: Arkadien (das alte)
Goetzinger-1885: Alter des Lebens u. alte Leute
Herder-1854: Alte [2] · Alte [3] · Alte [1] · Alte Land · Alte Mann
Meyers-1905: Alte Herren · Alte Land, das · Alte Welt · Alte Geographie · Alte Burg [1] · Alte Burg [2] · Alte Garde
Pierer-1857: Alte Oder · Alte Sprachen · Alte Literatur · Alte Mägde · Alte Welt · Ane der Alte · Alte Wasser · Alte Weichsel · Alte Land · Alte Fahre · Alte Feste · Acht alte Orte · Alte · Alte Gewerke · Alte Kunst · Alte Fluth · Alte Geographie, A. Geschichte etc.