Obereisesheim ist ein Teilort der Stadt Neckarsulm (Landkreis Heilbronn, Baden-Württemberg). Die ehemalige Gemeinde wurde am 1. Mai 1972 als Ortschaft in die Stadt Neckarsulm eingemeindet. Sie hat 4.370 Einwohner (Stand: 31. Dezember 2005) und eine Fläche von 7,44 km² (Stand: 2000). Obereisesheim liegt an der Landstraße L1100 von Heilbronn-Neckargartach nach Bad Wimpfen und hat wie Neckarsulm die Postleitzahl 74172 und die Telefonvorwahl 07132.
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Obereisesheim wird im Jahre 767 erstmalig im Lorscher Codex erwähnt. Am 27. Mai 767 hat ein Eberwin dem Kloster Lorsch drei Morgen Land in der „Isinheimer“ Markung geschenkt. Bereits im Jahre 500 soll auf dieser Markung, ein fränkischer Herrenhof angelegt worden sein. Historiker gehen davon aus, dass es sich bei „Isino“ um den ersten Siedler und bei dem nach ihm benannten „Isinosheim“ um einen Großhof auf dem sogenannten Asperg im heutigen Obereisesheim handelte. Das Kloster Lorsch tauschte seine Eisesheimer Besitzungen bereits im Jahr 905 mit dem Gartachgauer Grafen Liutfried, dessen Sohn Burkhart die Besitzungen 950 an den Bischof von Worms abtrat.
Nach der Gründung des Ritterstifts im nahen Wimpfen erhielt dieses durch Bischof Albert von Worms († 1107) einen Hof in Eisesheim. Weitere Besitztümer in Eisesheim trat Worms an die Grafen von Lauffen ab, die ihrerseits einen Bligger von Steinach mit der Verwaltung betrauten. Nach dem Aussterben derer von Lauffen zog Kaiser Friedrich I. deren Reichslehen wieder ein. Im 13. Jahrhundert ging die Ortsherrschaft zunächst an die Grafen von Katzenelnbogen, danach anteilig an die Herren von Neideck und die Herren von Weinsberg. Das von den Weinsbergern gegründete Kloster Lichtenstern in den Löwensteiner Bergen erwarb ab 1395 nach und nach Güter in Obereisesheim und war ab 1451 alleiniger Ortsherr. 1504 hatte das Herzogtum Württemberg die Schirmherrschaft über das Kloster Lichtenstern und damit auch über Obereisesheim.
Im späten Mittelalter war das Dorf von einem Etter, einem aus Palisaden und teilweise aus großen Hecken bestehenden Zaun mit sechs Toren umgeben. Das Dorf umfasste im späten Mittelalter 22 Höfe, die sich bis auf das Spatzenhöfle auch innerhalb des Etters befanden und zumeist in geistlichem Besitz waren. Der Besitz an den Höfen war teilweise sehr zersplittert, so werden für den ursprünglich zum Kloster Lichtenstern zählenden „Großhof“ zeitweise bis zu 17 Teilbesitzer gezählt. Das Land außerhalb des Etters war Allmende, also Gemeinbesitz der Siedlergemeinde, und später Einzelbesitz, auf dem Ackerbau und Weidewirtschaft betrieben wurde.
1534 führte Herzog Ulrich die Reformation ein und hob die Klöster, darunter auch das Kloster Lichtenstern, auf. Der Besitz der Klöster wurde dem Fürstentum zugeschlagen. Im Jahre 1601 wurde die Mauritius-Kirche umgebaut und vergrößert, was die Jahreszahl über dem Portal bezeugt.
In der ersten Phase des 30jähriger Krieges kam es am 6. Mai 1622 auf Obereisesheimer Markung zur Schlacht bei Wimpfen. Bei dieser Schlacht schlug das vereinigte bayrisch-spanische Heer der katholischen Liga unter dem Feldherrn Johann t'Serclaes Graf von Tilly das protestantische Heer, welches vom Markgrafen Georg Friedrich von Baden-Durlach angeführt wurde. Im Kampf fiel auch der württembergische Herzog Magnus, an dessen Tod eine Gedenktafel nordwestlich außerhalb des Ortes erinnert. Diese Gedenktafel erwähnt aber nicht die etwa 4000 Soldaten, die in dieser Schlacht getötet wurden.
Im Jahre 1626 wurde Obereisesheim von einer Pestepidemie heimgesucht, bei der es sich wahrscheinlich um die Rote Ruhr handelte und der etwa 300 der insgesamt 600 Einwohner zum Opfer fielen. In den Jahren 1635 und 1645 hatte der Ort unter Plünderungen und Brandschatzungen der kaiserlichen bzw. französischen Soldaten zu leiden.
Die Orte Obereisesheim und Untereisesheim bildeten etwa 300 Jahre lang eine württembergische Exklave zwischen der Reichsstadt Heilbronn im Süden und dem Deutschen Orden im Norden und Osten. Sie waren bis 1805 die nördlichsten Orte Württembergs.
Im 18. Jahrhundert nahm das Dorf einen wirtschaftlichen Aufschwung und ab 1807 gehörte Obereisesheim zum Oberamt Heilbronn. Nach der Notzeit der Napoleonischen Kriege kam 1806 / 1807 eine Hungersnot über den Ort. Unter anderem durch ein Hagelwetter wurden große Teile der Ernte vernichtet. Ab Ende des 19. Jahrhunderts begannen Obereisesheimer zunehmend in Neckarsulm im NSU-Werk und in anderen Fabriken zu arbeiten. Der Ort veränderte sich nach und nach von einer bäuerlichen zu einer Arbeiterwohngemeinde.
In Obereisesheim wurde zwischen 1908 und 1910 die Wasserversorgung eingerichtet und in den Jahren 1910 bis 1911 das Leitungsnetz für den elektrischen Strom installiert. Als erstes Freibad im Unterland (in Württemberg rings um Heilbronn) wurde 1933 das heutige „Ernst-Freyer-Bad“ eröffnet.
In den beiden Weltkriegen waren in Obereisesheim 46 bzw. 109 Menschenleben zu beklagen. Der Ort selbst blieb im Zweiten Weltkrieg bis zum Kriegsende weitestgehend von Luftangriffen und Zerstörungen verschont. In den ersten Apriltagen des Jahres 1945 geriet das Dorf in die Frontlinie zwischen amerikanische und deutsche Kampfeinheiten; der Ortskern wurde dabei stark zerstört.
1951 wurde der Wiederaufbau des im Zweiten Weltkrieg zerstörten Rathauses abgeschlossen und 1953 wurde dort auch die Ortsbücherei untergebracht. In den Jahren 1952 und 1953 wurde die Ortskanalisation und 1956 bis 1957 eine Sammelkläranlage gebaut. Eine weitere Verbesserung der Wasserversorgung erfolgte 1963 bis 1966 nochmals durch den Bau eines neuen Hochbehälters. Im Jahre 1957 war die Einweihung der „Wilhelm-Maier-Schule“, die nach dem Ehrenbürger Wilhelm-Maier benannt ist, der die Gemeinde 37 Jahre als Bürgermeister geleitet hat.
Im Jahre 1972 erfolgte im Zuge der Verwaltungsreform in Baden-Württemberg die Vorbereitungen für eine Eingliederung Obereisesheims nach Neckarsulm. Nach einer Mehrheit bei der Bürgerbefragung und der Abstimmung im Gemeinderat wurde der Ort mit Wirkung zum 1. Mai 1972 in die Stadt Neckarsulm eingemeindet.
In den Jahren 1971 bzw. 1974 wurden die Gewerbegebiete in den Gewannen „Binsing“ bzw. „Mühlrain“ eingerichtet, in denen vermehrt auch größere Firmen ansiedelten. Durch die steigende Einwohnerzahl gab es einen verstärkten Bedarf an Wohnungen, so dass in der Zeit nach 1945 einige neue Wohnbaugebiete entstanden, so zum Beispiel die Gebiete: „Spatzenäcker“ und „Kirchhofäcker“ (1970), „Auf der Breit“ (1971), „Sender“ (ab 1975), „Auf der Breit II“ und „Auf der Breit III“. Verkehrstechnisch bedeutsam für Obereisesheim waren die Eröffnung der Autobahn A6 im Jahre 1965, die Anbindung der Neckartalstraße L1100 an die Neckarsulmer Straße L1101 (Brückenstraße) Anfang der 1970er Jahre und die Ortsumgehung mit Verkehrsberuhigung des Ortskernes, die 1992 fertiggestellt wurde. Bisher letztes größeres Bauvorhaben war die Eberwinhalle, die 1995 eingeweiht wurde.
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In Blau ein liegender (steigender) gebildeter goldener Mond, darüber und darunter je ein sechsstrahliger goldener Stern.
Quelle: [6] |
Schultheißen, Bürgermeister und Ortsvorsteher (ab 1972)
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Auf einer Anhöhe, weithin sichtbar, befindet sich die evangelische Mauritius-Kirche, die Ende des 15. Jahrhunderts im spätgotischen Stil erbaut wurde.
Ein Vorgängerbau hat bereits im 11. Jahrhundert existiert. Die Kirche wurde 1601 umgebaut und vergrößert und im 20. Jahrhundert mehrfach renoviert, zuletzt 1980. Direkt davor befindet sich das Pfarrhaus, ein fränkischer Fachwerkbau, der 1684 erneuert und in den 1970er Jahren komplett restauriert wurde. Ein wichtiges Gebäude ist das Rathaus, welches um 1700 errichtet wurde. Nach der Zerstörung im April 1945 wurde es in veränderter Form wieder aufgebaut und im Oktober 1951 fertiggestellt. Neben dem Rathaus befindet sich der Eberwin-Brunnen und eine Eberwin-Skulptur, welche an den ersten urkundlich erwähnten Stifter erinnern sollen. Stadtgeschichtlich bedeutsam sind auch mehrere alte Gasthäuser. Sehenswert ist das Gasthaus „Zur Linde“, das wahrscheinlich aus dem 18. Jahrhundert stammt und im Jahre 2004 im Rahmen des City-Outfit-Programms der Stadt Neckarsulm renoviert wurde. Vor diesem Gasthaus stand früher eine große Linde unter der sich an schönen Sonntagnachmittagen die Männer zu einem Schwatz trafen bzw. unter der auch Gerichtsverhandlungen geführt wurden.
In nordwestlicher Richtung etwa 500 Meter außerhalb des Ortes befindet sich die Herzog-Magnus-Gedenkstätte, die an die Schlacht bei Wimpfen im Jahre 1622 und an den gefallenen württembergischen Herzog Magnus erinnert.
Quelle: [9]
Südlich von Obereisesheim bei 49° 11′ 28" nördlicher Breite, 9° 11′ 47" östlicher Länge betreibt der Südwestrundfunk (früher der Süddeutsche Rundfunk) seit 1952 einen Rundfunksender für Mittelwelle. Diese Anlage, die mit dem Sender in Ulm-Jungingen ein Gleichwellennetz bildet, strahlt auf der Frequenz 711 kHz das Programm von SWR cont.ra aus. Als Sendeantenne wird ein 74 Meter hoher, in drei Ebenen abgespannter, gegen Erde isolierter, fußpunktgespeister selbststrahlender Sendemast verwendet, der als Stahlfachwerkkonstruktion mit dreieckigem Querschnitt ausgeführt ist. [10] Die Sendefrequenz wurde 1978 im Zuge der Einführung des Genfer Wellenplans von 1169 kHz auf 711 kHz geändert. Bis zur Inbetriebnahme des Senderstandorts Weinsberg-Galgenberg 1976 wurde von hier auch das Erste Deutsche Fernsehen ausgestrahlt.
Neben dem Kindergarten, der Grund- und Hauptschule („Wilhelm-Maier-Schule“), Arzt, Zahnarzt und Apotheke gibt es die Eberwinhalle, die Festhalle sowie das Freibad („Ernst-Freyer-Bad“) und ein Sportgelände.
Quelle: [11]
Im Ort gibt es mehr als 20 vereinsmäßige Organisationen, von denen folgende genannt seien: der Sängerbund Germania-Hoffnung (gegründet 1841), der VfL (Verein für Leibesübungen, gegründet 1902 mit fünf Abteilungen: Fußball, Ringen, Schwimmen, Tischtennis und Turnen), der Musikverein Obereisesheim (vor 1870 gegründet), der Kleintierzuchtverein (seit 1913). Der Kegelklub (seit 1953), die Freiwillige Feuerwehr (ging 1926 aus der Pflichtfeuerwehr hervor) und viele andere mehr.
Quelle: [12]
Quelle: [13]
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