Oberrhein

Satellitenaufnahme des Oberrheingrabens mit dem Oberrhein, links oben das Rheinische Schiefergebirge, rechts unten der Bodensee
Satellitenaufnahme des Oberrheingrabens mit dem Oberrhein, links oben das Rheinische Schiefergebirge, rechts unten der Bodensee
Karte des Rheins, Oberrhein grün markiert
Karte des Rheins, Oberrhein grün markiert

Als Oberrhein wird ein ca. 350 km langer Abschnitt des europäischen Flusses Rhein zwischen Basel und Bingen bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

Geologie

Bis zum Tertiär floss der Urrhein vom heutigen Basel aus noch weiter nach Westen Richtung Saône und Rhône.

Heute markiert das Basler Rheinknie den Übergang vom Hoch- zum Oberrhein mit einer Änderung der Hauptfließrichtung nach Norden und dem landschaftlichen Wechsel vom relativ kleinkammrigen hochrheinischen Schichtstufenland zur breiten Riftzone des Oberrheingrabens. Die beiden stärksten Zuflüsse münden von rechts, der Neckar bei Mannheim, der Main gegenüber von Mainz. In der Nordwestecke des Oberrheingrabens, bei Bingen, wo die Nahe mündet, beginnt mit dem Eintritt des Rheins in die Mittelgebirgsschwelle der Mittelrhein.

Begradigung

Der Oberrhein wurde ab 1817 durch Johann Gottfried Tulla im Zuge der Rheinbegradigung von einem in teilweise zahlreichen Haupt- und Nebenarmen mäandrierenden in einen schneller fließenden, von Dämmen flankierten und stärker erodierenden Strom umgewandelt. Der Schiffahrtsweg des Oberrheins wurde dabei um 81 Kilometer verkürzt. Überbleibsel des ursprünglichen Flusses und der Auenlandschaft finden sich als Altrheine.

Kanalisierung und Staustufen

Zwischen Basel und Iffezheim ist der Rhein kanalisiert und mit zehn Staustufen versehen; auf einer Strecke von 180 km werden 150 m Höhenunterschied überwunden. Speziell zwischen Basel und Breisach führt das alte Flussbett des Rheins kaum Wasser. Die Wassermassen werden parallel dazu im Rheinseitenkanal (Grand Canal d’Alsace) geführt und dort außer für einen sicheren Schiffsverkehr zur Energiegewinnung in Wasserkraftwerken verwendet.

Die Kanalisierung senkte den Grundwasserspiegel ab und hatte dadurch nachteilige Folgen für Flora und Fauna. Darüber hinaus es fehlt dem Rhein wegen der Staustufen an Geschiebe, zu dessen Ergänzung unterhalb der Staustufe Iffezheim jährlich einige 100.000 Tonnen Rheinkies in den Strom eingebracht werden müssen. Damit wird einer größeren Sohlenerosion entgegengewirkt und das weitere Absinken des Grundwassers gemildert.

Weblinks

Wiktionary
Wiktionary: Oberrhein – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen
Quelle:
Artikel Oberrhein aus der freien Enzyklopädie Wikipedia mit dieser Versionsgeschichte
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