Offener Leserahmen

Als offener Leserahmen (OLR) oder offenes Leseraster (als Übersetzung von engl. open reading frame, ORF) wird in der Genetik derjenige Bereich der DNA bzw. mRNA bezeichnet, dessen Leserahmen zwischen einem Start-Codon und einem Stopp-Codon liegt. Der offene Leserahmen codiert potentiell für die Aminosäuresequenz eines Peptids (kuze Sequenz) oder Proteins (lange Sequenz).

Schematische Darstellung von DNA mit einem ORF zwischen Start- und Stop-Codon. Dieser Bereich wird im Allgemeinen nach der Transkription auch Translatiert. Dieser Protein-kodierende Bereich wird von untranslated regions (UTR) flankiert, welche ebenfalls in mRNA überschrieben werden.
Schematische Darstellung von DNA mit einem ORF zwischen Start- und Stop-Codon. Dieser Bereich wird im Allgemeinen nach der Transkription auch Translatiert. Dieser Protein-kodierende Bereich wird von untranslated regions (UTR) flankiert, welche ebenfalls in mRNA überschrieben werden.

Offene Leserahmen werden von nicht-codierenden Bereichen des Gens umgeben, dem 5' UTR-Bereich und dem 3' UTR-Bereich. UTR steht für untranslated region. Dabei handelt es sich um Regionen eines Gens, die zwar bei der Transkription in mRNA transkribiert werden, bei der Translation jedoch nicht für eine Aminosäuresequenz codieren. In diesen Bereichen liegen wichtige Informationen für die Translation des offenen Leserahmens. Bakterielle mRNAs tragen manchmal mehrere ORFs. In so einem Fall spricht man von einem Operon, und die mRNA wird als "polygenisch" bezeichnet. In eukaryotischen Genen wird der ORF oft von Introns unterbrochen, die während der Prozessierung der mRNA herausgespleißt (herausgeschnitten) werden. Durch Alternatives Spleißen werden so eine Vielzahl von Proteinvarianten möglich.

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