| Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen finden sich unter Oppeln (Begriffsklärung). |
| Oppeln | |||
|
|||
| Basisdaten | |||
|---|---|---|---|
| Staat: | Polen | ||
| Woiwodschaft: | Oppeln | ||
| Landkreis: | Kreisfreie Stadt | ||
| Fläche: | 96,21 km² | ||
| Geographische Lage: | 50° 40' N, 17° 56' O | ||
| Höhe: | 176 m n.p.m | ||
| Einwohner: | 128.864 (31. Dez. 2004) | ||
| Postleitzahl: | 45-059 bis 45-865 | ||
| Telefonvorwahl: | (+48) 77 | ||
| Kfz-Kennzeichen: | OP |
||
| Wirtschaft & Verkehr | |||
| Straße: | Breslau–Kattowitz | ||
| Nächster int. Flughafen: | Flughafen Kattowitz | ||
| Verwaltung (Stand: 2006) | |||
| Stadtpräsident: | Ryszard Zembaczyński | ||
| Adresse: | ul. Rynek 45-015 Opole |
||
| Webpräsenz: | www.opole.pl | ||
Oppeln (polnisch Opole [ɔ'pɔlɛ]; tschechisch Opolí), inmitten der Region Oberschlesien an der Oder gelegen, ist die Hauptstadt der gleichnamigen Woiwodschaft im Südwesten Polens. Sie liegt zwischen Breslau und Kattowitz und ist Zentrum eines Gebiets der deutschen Minderheit sowie katholischer Bischofssitz. Sie beheimatet eine Universität (mit der ersten katholischen Fakultät Polens), eine Technische Universität, eine Kunst- und Musikhochschule sowie wissenschaftliche Institute.
Inhaltsverzeichnis |
Der Name Oppeln oder auch Opole stammt von einem Territorialverband der Westslawen ab, die mit opole ein Gebiet bezeichneten, in dem ein Zusammenschluss von mehreren Siedlungen mit einem zentralen Ort bestand. Der Stadtname entwickelte sich von der slawischen Form Opule bzw. Opole im 12. Jahrhundert zu Opole, Oppol und Opul im 13. Jahrhundert. Aus den lateinischen Versionen Oppelia, Oppolia und Opulia im Mittelalter entstanden die eingedeutschten Bezeichnungen Opel, Oppel und Oppeln.
Außerdem existieren folgende Legenden und Sagen:
Oppeln entstand im 10. Jahrhundert als Gauhauptburg der Opolanen und wurde im 11. Jahrhundert bis 12. Jahrhundert zur Kastellanei. Bereits vor der Erwähnung erster fremder Siedler im Jahre 1217 wurde eine deutsche Stadt als Kaufmannsansiedlung am Oderübergang durch den damaligen Herzog (seit 1201: Herzogtum Oppeln) gegründet. Das Neumarkter Recht wurde 1327, das Magdeburger Recht 1410 verliehen. 1526 fiel die Stadt wie ganz Schlesien und Böhmen an die Habsburger. Nach dem Ersten Schlesischen Krieg fiel Schlesien unter Friedrich II. an Preußen.
Von 1816 bis 1945 war Oppeln die Hauptstadt des gleichnamigen preußischen Regierungsbezirks und von 1919 bis 1938 auch der Verwaltungssitz der Provinz Oberschlesien.
Bei der Volksabstimmung am 20. März 1921 stimmten 20816 Wahlberechtigte (94,7 % der abgegebenen Stimmen) für einen Verbleib beim Deutschen Reich, 1098 für Polen (5,0 %). Ungültig waren 70 Stimmen (0,3 %). Die Wahlbeteiligung betrug 95,9 %. Bis zur Abtretung Ostoberschlesiens an Polen im Jahre 1922 gehörte auch das Oberschlesische Industrierevier (die heutige Woiwodschaft Schlesien) rund um Kattowitz zum Oppelner Regierungsbezirk, während von 1939 bis 1945 dieser Bereich durch einen eigenen Regierungspräsidenten in Kattowitz verwaltet wurde. Neben Deutsch als Verkehrssprache gebrauchten viele Oppelner bereits vor 1945 einen slawischen Dialekt, das Oberschlesische, das auch Wasserpolnisch genannt wird.
Die Kriegsfolgen erreichen Oppeln wenige Monate vor Kriegsende. Anfang 1945 wird die deutsche Bevölkerung mit Zügen nach Breslau evakuiert. Am 23-24. Januar 1945 werden die westlichen Stadtteile westlich der Oder durch ukrainische Truppen und am 15. März 1945 das restliche Stadtgebiet und die Altstadt durch polnische Truppen erobert. Bei der Einnahme der Stadt befinden sich nur 170 Menschen hier (25. März 1945). Nach Kriegsende treffen die ersten Repatrianten aus den polnischen Ostgebieten sowie ein Teil der deutschen Zivilbevölkerung (vor allem aus den Vororten) ein. Da viele Deutsche neben Deutsch den oberschlesischen Dialekt sprachen, führte dieser Umstand dazu, dass die polnische Verwaltung nach 1945 anders als in Niederschlesien keine flächendeckende Zwangsaussiedlung durchführte, sondern vielen Bewohnern die Möglichkeit gab, als so genannte Autochthone ein Bleiberecht zu erhalten. Da auch manche Deutschsprachige diesen Weg nutzten, blieb in Oppeln und Umgebung eine deutschpolnische bzw. oberschlesische Minderheit zurück, die nicht vertrieben wurde.
|
|
|
¹ erste Einwohnerzählung der Stadt
² davon 8320 Deutsche (93,7%) und 557 Polen (6,3%)
³ davon 80% deutsch sprechend, 16% polnisch sprechend und 4% deutsch und polnisch sprechend
Seit 1963 findet in Oppeln jährlich ein Musikfestival des polnischen Liedes statt (Krajowy Festiwal Piosenki Polskiej w Opolu). Mit diesem Musikfestival assoziieren die meisten Polen den Stadtnamen überhaupt, wenn jemand „Opole 2005“ hört, weiß er sofort, dass es sich nur um das Musikfestival (des Jahres 2005) handeln kann.
In der Altstadt ist aus der Zeit unter Preußen (ab 1742) und Österreich nur wenig erhalten. Sehenswert sind das Rathaus (im florentinischen Palazzo-Stil, 1934 zur heutigen Größe ausgebaut) und der Marktplatz mit barocken Bürgerhäusern. Die heute katholische Franziskanerkirche stammt aus dem 14. Jahrhundert und war bis Ende des 2. Weltkrieges die evangelische Stadtpfarrkirche; in den Jahren 1914-1933 war dort Erster Pastor und Superintendent Felix von Dobschütz, unter dessen Leitung die Kirche in den 1920er Jahren restauriert wurde. Teile des Doms sind noch älter. Vom Piastenschloss aus dem 13. Jahrhundert ist noch der Turm erhalten.
Oppeln unterhält mit folgenden Städten Partnerschaften:
Außerdem ist die Woiwodschaft Oppeln seit dem 23. Februar 1996 mit dem deutschen Bundesland Rheinland-Pfalz partnerschaftlich verbunden.
Oppeln ist ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt mit Verbindungen in alle Himmelsrichtungen. Nach Inbetriebnahme der ersten Eisenbahnlinie zwischen Breslau und Oppeln am 29. Mai 1843 war der Oppelner Hauptbahnhof das dritte Gebäude der Reichsbahn, das den Reisenden zur Verfügung stand. Oppeln war auch Sitz einer Reichsbahndirektion. Das heutige eklektische Bahnhofsgebäude entstand um 1899.
Im Straßenpersonennahverkehr transportieren über 100 Busse 25 Millionen jährliche Fahrgäste. Die Gesamtlänge aller innenstädtischer Linien beträgt ca. 120 km.
An Oppeln vorbei verläuft die Autobahn 4 (Grenzübergang Ludwigsdorf, Deutschland–Breslau–Krakau–Grenzübergang Korczowa/Krakiwez, Ukraine). Durch Oppeln verlaufen die Fernverkehrsstraßen 45, 46 und 95 (E 40) sowie weitere wichtige Verbindungsstraßen.
Der etwa 24 km entfernte Flughafen Oppeln befindet sich im Dorf Kamień Śląski in der Gemeinde Gogolin. Im nahe gelegenen Dorf Polska Nowa Wieś (deutsch Neudorf) gibt es einen Flugplatz, der durch den Aeroklub Opolski betrieben wird. Die nächsten internationalen Flughäfen sind der Flughafen Breslau und der Flughafen Kattowitz.
Die Oder diente bereits früh der Binnenschifffahrt, weist aber einen deutlichen Rückgang in den jährlichen Transportzahlen auf. So konnten nach dem 2. Weltkrieg jährlich rund 23 Millionen Tonnen Güter befördert werden, heute sind es nur noch 9 Millionen Tonnen. Durch das Projekt Odra 2006 soll zukünftig ein jährliches Transportvolumen von 20 Millionen Tonnen erreicht werden.
Politik und Wirtschaft
Kunst und Musik
Wissenschaft, Technik und Forschung
Sport
Sonstiges
| Commons: Opole – Bilder, Videos und Audiodateien |
Kreisfreie Stadt: Oppeln
Landkreise: Brzeg | Głubczyce | Kędzierzyn-Koźle | Kluczbork | Krapkowice | Namysłów | Nysa | Olesno | Opole | Prudnik | Strzelce