Otto Warburg (* 20. Juli 1859 in Hamburg; † 10. Januar 1938 in Berlin) war ein deutscher Botaniker und Zionist.
Inhaltsverzeichnis |
Nach seinem Abitur 1879 studierte er Naturwissenschaften (Botanik, Chemie und Zoologie) in Bonn, Berlin und Straßburg. In Straßburg legte er 1883 seine Dissertation vor. 1885 unternahm er eine vierjährige Ostasienreise, die ihn unter anderem nach Indien und Ceylon, in die niederländische Kolonie Java, nach China, Korea, Japan, Formosa und Australien führte. Nach seiner Rückkehr 1889 erregte er mit den auf seinen Expeditionen erworbenen hunderten von Pflanzen reges Interesse, hielt zahlreiche Vorträge und publizierte Aufsätze in Fachzeitschriften. Nach Abschluss der Systematisierung und wissenschaftlichen Auswertung übergab er seine Sammlung 1893 dem Botanischen Museum zu Berlin.
Als Tropenbotaniker war er Mitglied in verschiedenen Gremien der Deutschen Kolonialgesellschaft. Warbung war ein engagierter Verfechter einer angewandten Botanik zur Entwicklung der Landwirtschaft in den deutschen Kolonien und gründete diesem Ziel entsprechend mit Ferdinand Wohltmann die Zeitschrift Der Tropenpflanzer.
Um 1900 folgte seine Hinwendung zum Zionismus. Gemeinsam mit Franz Oppenheimer und Selig Eugen Soskin war er Mitglied der vom Sechsten Zionistenkongress (Basel 1903) eingesetzten Commission zur Erforschung Palästinas und Herausgeber der Zeitschrift Altneuland. Als Mitglied der Kommission war Warburg maßgeblich an frühen Initiativen zur Entwicklung Palästinas beteiligt, beginnend mit dem Aufruf zur 'Ölbaumspende' (1904). Warburgs Engagement mündete 1911 in seine Wahl zum Präsidenten der Zionistischen Organisation.
1920 gründete Warburg im Auftrag der Zionistischen Organisation eine landwirtschaftliche Versuchsstation in Rehovot. 1922/23 warb er auf Reisen in den USA für die Hebräische Universität Jerusalem. Unter seiner Leitung ging die ursprünglich selbständige Versuchsstation 1925 mit der biologisch-botanischen Fakultät als Institute of Agriculture und Natural History eine enge Verbindung ein. Nach seiner Emeritierung 1933 förderte Warburg von Berlin aus weiter die Universität. Als Vorsitzender (1934-1937) der Gesellschaft der Freunde der Jerusalem-Bibliothek engagierte er sich dafür, dass Buchnachlässe von jüdischen Familien, die unter dem Druck der NS-Verfolgung auswandern mussten, nicht verschleudert, sondern geordnet an Bibliotheken in Erez Israel gehen sollten.
Das 1984 als israelisch-deutsches Joint-Venture gegründete Otto Warburg Minerva Center for Agricultural Biotechnology (Rehovot/Israel) erinnert durch seine Namensgebung an die Leistungen Warburgs.
Nicht selten wird Otto Warburg mit dem weitaus bekannteren Nobelpreisträger Otto Heinrich Warburg verwechselt, etwa bei den Personenstammdaten von Online-Bibliothekskatalogen. Beide Warburgs waren entfernt verwandt, kannten sich aber nicht persönlich, und erhielten oft irrtümlich die Post des jeweils anderen.