Pöhla

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Markierung
Deutschlandkarte, Position von Pöhla hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Regierungsbezirk: Chemnitz
Landkreis: Aue-Schwarzenberg
Koordinaten: 50° 31′ N, 12° 49′ O
Höhe: 550–600 m ü. NN
Fläche: 11,79 km²
Einwohner: 1286 (30. Apr. 2005)
Bevölkerungsdichte: 109 Einwohner je km²
Postleitzahl: 08352
Vorwahl: 03774
Kfz-Kennzeichen: ASZ
Gemeindeschlüssel: 14 1 91 240
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Gemeindeverwaltung: Karlsbader Str. 43
08352 Pöhla
Webpräsenz:
Bürgermeisterin: Annerose Grund (FDP)
Lage der Gemeinde Pöhla im Landkreis Aue-Schwarzenberg
Karte

Pöhla ist eine Gemeinde im Tal des Pöhlwassers gelegen, die mit Markersbach und Raschau eine Verwaltungsgemeinschaft im Landkreis Aue-Schwarzenberg in Sachsen bildet.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Ortsgliederung

Ortsteile sind Großpöhla mit Siegelhof und Kleinpöhla mit Pfeilhammer.

Geschichte

Die Gemeinde Pöhla entstand in ihrer heutigen Form erst Mitte des 19. Jahrhunderts. Am 13. Dezember 1855 wurden die beiden heutigen Ortsteile Großpöhla und Kleinpöhla unter dem Sammelnamen Pöhla zusammengeschlossen. Der Ortsname ist slawischen Ursprungs und leitet sich von dem in Orts- und Flurnamen häufig verwendeten Wort bjelo für hell oder weiß ab. Namensgebend für den Ort war der ihn durchfließende Bach, das Pöhlwasser.

Die Ortsteile Großpöhla und Kleinpöhla hatten sich zunächst eingeständig entwickelt. Ersteres wurde als die Behl bzw. die Böhl erstmals 1406 urkundlich erwähnt und weist eine Gutsblockflur auf. Noch 1495 ist in einer Belehnung von nur „zwene Menner in der Bele“ die Rede. Vermutlich in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts errichtete man links des Pöhlwassers den späteren Pfeilhammer, sodass sich die Bevölkerungszahl erhöhte und 1551 bereits zwei Gutsbesitzer, sechs Häusler und neun Inwohner in Pöhla ansässig waren. Im Verlaufe der Jahrhunderte blieb der Pfeilhammer einer der Hauptarbeitgeber des Dorfes und trug zum steigen Bevölkerungswachstum bei. Siehe auch: Pfeilhammer.

Auf der gegenüberliegenden, rechten Seite des Pöhlwassers hatte sich zur gleichen Zeit eine zweite Siedlung herausgebildet. Um beide Orte zu unterscheiden, gebrauchte man die Bezeichnungen "Kleinpöhla" für den linken und "Großpöhla" für den rechten Teil der Siedlung. Das Pöhlwasser trennte zu dieser Zeit nicht nur die beiden Dörfer, sondern war auch Grenze der beiden später zusammengelegten Ämter Schwarzenberg und Crottendorf. Großpöhla war als Waldhufendorf angelegt worden. Die vier Hufen bewohnten gegen Ende des 16. Jahrhunderts 26 "besessene Mann", darunter elf "kleine Häusler", mit ihren Familien. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts bestand Großpöhla bereits aus 75 Häusern und etwa 750 Einwohnern, die sich vom Spitzenklöppeln, Löffelmachen, Holzarbeiten, Berg- und Hammerarbeiten usw. ernährten. Im Dorf gab es ein Erbgericht und ein Beigeleite von Schwarzenberg. In der Nähe des Ortes befand sich auch ein Privatkalkofen. Siehe auch: Siegelhof.

Heute ist Pöhla wirtschaftlich kaum mehr von Bedeutung. Vor allem Tourismus und Wintersport sollen der Gemeinde zu einem neuen Aufschwung verhelfen.

Die Gemeinde ist bestrebt, sich aus der seit 1995 bestehenden Verwaltungsgemeinschaft mit Markersbach und Raschau zu lösen. Diese Maßnahme wird von den Bürgermeistern und Gemeinderäten von Markersbach und Raschau abgelehnt. Ein Bürgerentscheid am 26. November 2006 blieb ohne Ergebnis, obwohl die Einwohner Pöhlas mehrheitlich für den angestrebten Austritt und gleichzeitige Eingemeindung in die Große Kreisstadt Schwarzenberg stimmten. Auch ein wiederholtes Nachsuchen beim sächsischen Innenministerium blieb bis jetzt ergebnislos. Seit Januar 2007 lassen die Pöhlaer Gemeinderäte ihre Mandate ruhen, weil sie aus rechtlichen Gründen keine Möglichkeit sehen, den o. g. Bürgerentscheid umzusetzen. Die Bürgermeisterin von Pöhla billigt dieses Vorgehen.

Sehenswürdigkeiten

  • 1992 eröffnetes Besucherbergwerk im Luchsbachtal mit den größten Zinnkammern Europas. Seit dem 26. Juni 2006 für Besucher geschlossen, ab Juli 2007 wieder für Besucher zugänglich.
  • Ebenfalls im Luchsbachtal befindet sich das Besucherbergwerk „Erbstollen Morgenstern“. Bereits im 17 Jahrhundert wurde am Hahnel intensiver Bergbau auf Zinn und Silber betrieben. Durch den Förderverein Luchsbachtal e. V. wurde der Obere Erbstollen Morgenstern in ehrenamtlicher Tätigkeit bzw. mit ABM-Kräften wieder aufgewältigt. Die Länge des Stollens beträgt 190 Meter ( 97 1/4 Lachter), wovon 80 Meter als Besucherstollen begehbar sind. Die Temperatur im Stollen ist ganzjährig 11-12°C.
  • Bergbaulehrpfad der Grubenbaue des Altbergbaus sowie der SDAG Wismut (ab 1946) miteinander verbindet
  • Herrenhäuser der einstigen Hammerwerke

Persönlichkeiten

  • Der Dichter des Liedes Dar Vugelbeerbaam Max Schreyer (1845-1922) war hier von 1893 bis 1919 als Oberförster tätig.
  • Der Skispringer Jens Weißflog ist hier aufgewachsen.

Literatur

  • August Schumann: Vollständiges Staats- Post- und Zeitungs-Lexikon von Sachsen. 3. Band, Zwickau 1816, S. 523

Weblinks

Quelle:
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