| Wappen | Karte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Steiermark | |
| Politischer Bezirk: | Judenburg (JU) | |
| Fläche: | 33,52 km² | |
| Koordinaten: | 47° 13' N, 14° 35' O | |
| Höhe: | 790 m ü. A. | |
| Einwohner: | 2686 (31. Dez. 2005) | |
| Bevölkerungsdichte: | 80 Einwohner je km² | |
| Postleitzahlen: | 8761, 8754 Thalheim | |
| Vorwahl: | 03579 | |
| Gemeindekennziffer: | 6 08 14 | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Hauptplatz 7 8761 Pöls |
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| Offizielle Website: | ||
| Politik | ||
| Bürgermeister: | Ernst Korp (SPÖ) | |
| Gemeinderat: (2005) (15 Mitglieder) |
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Pöls ist eine Marktgemeinde im österreichischen Bundesland Steiermark. (Markterhebung am 1. Juni 2004)
Inhaltsverzeichnis |
Pöls liegt zwischen den südlichen Ausläufern der Rottenmanner und Wölzer Tauern sowie der Seckauer Alpen im Pölstal. Die südlichen Ortsteile Greith, Paig und Thalheim sind im bzw. an Südhängen zum Murtal gelegen. Höhere Berge im Gemeindegebiet sind der Geigerkogel (1402 m), der Falkenberg (1158 m) und der Raningerkogel (945 m). Der tiefste Punkt des Gemeindegebietes ist in der Mur an der Grenze zu Judenburg gelegen (ca. 710 m)
Die den Ort umgebende Landschaft ist geprägt von glazialen Formen, Endmoränen und Hügeln aus der letzten Eiszeit. Tief eingeschnitten in den Eiszeitschotter windet sich der Fluss Pöls, aus den niederen Tauern kommend, durch Tal und Ort
An die Gemeinde Pöls grenzen die Gemeinden Judenburg, Sankt Peter ob Judenburg, Sankt Georgen ob Judenburg, Oberkurzheim und Fohnsdorf (im Uhrzeigersinn)
Die Marktgemeinde besteht aus den vier Katastralgemeinden Pöls, Enzersdorf, Thalheim und Allerheiligen.
Ortschaften (In Klammer die Einwohner lt. Volkszählung 2001):
Hinweise für eine Besiedlung dieser Gegend schon im 2. Jahrtausend v. Chr. geben zahlreiche Funde von Werkzeugen und Gebrauchsgegenständen aus dieser Zeit. Zahlreiche Indizien deuten auch auf eine Römersiedlung auf dem zum Murtal abfallenden Pölshals hin. An diesem Pölshals lag aller Wahrscheinlichkeit nach auch die römische Poststation MONATE. Hier traf die Römerstraße in einem Straßenknoten mit einer vom Aichfeld kommenden Nebenstraße zusammen. Relikte römischer Grabanlagen wurden bis in das beginnende 20. Jahrhundert hinein um Pöls herum gefunden.
Nach 582 wanderten die Slawen von Osten her aus den von den Awaren beherrschten Gebieten ein. Die Siedlungen der Slawen mieden den sumpfigen Talgrund und waren hauptsächlich an den Talrändern zu finden. Viele Namen slawischen Ursprungs zeugen heute noch von der slawischen Siedlungstätigkeit.
Mit großer Wahrscheinlichkeit befand sich im Gebiet des Pölshals eine frühere Kirche, die als Kirche ad Undrimas im Jahr 767 vom Chorbischof Modestus geweiht wurde, und im Bereich des Riedes Ingring Wochen vermutet wird.
Im Jahre 860 wird Pöls erstmals urkundlich erwähnt (als "curtis ad pelisam" - der Gutshof am Pölsbach) und gehört somit zu den ältesten Orten der Steiermark. In der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts setzte der Zustrom bayrischer Bauern ein. Nicht wenige slawische Siedlungen erhielten deutsche Namen, es gab jedoch auch Siedlungsneugründungen durch die bayrischen Einwanderer. Einfälle von Ungarn brachten die bayrische Siedlungstätigkeit in der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts kurzfristig zum Erliegen, nach der für die Ungarn desaströsen Schlacht am Lechfeld (955) setzte die bayrische Kolonisation wieder umso stärker ein.
Im 12. und 13. Jahrhundert kam es zu umfassenden Rodungen und zur Anlage vieler neuer Höfe, eine Entwicklung, die um 1300 ihren Höhepunkt erreichte.Das 14. Jahrhundert sah den Niedergang vieler Höfe in Lagen, die wirtschaftlich nicht lebensfähig waren (Von 70 im Allerheiligengraben bei Pöls bewirtschafteten Höfen sind bis heute nur 2 Anwesen übriggeblieben). In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts war durch Zerschlagung des Großgutshofes „ad Pelisam“ und die Ansiedlung von Handwerkern und Taglöhnern das Dorf Pöls entstanden.
Im 15., 16. und 17. Jahrhundert wuchs das Dorf Pöls. Etliche Handwerker und Keuschler siedelten sich hier an. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts stockt die räumliche Ausdehnung von Pöls für etwa 200 Jahre, wahrscheinlich verursacht durch Wirtschaftskrisen, Seuchen und Kriege. Seit dem 18. Jahrhundert wurde das üblicherweise aus Holz gezimmerte Haus (Holzkeusche) abgelöst von aus Steinen gemauerten Häusern. Aufgestockt wurden viele Objekte erst in den letzten 150 Jahren. Bis in die jüngste Vergangenheit hinein war das Dorf umzäunt, selbstschließende Falltore versperrten die Zugänge als Schutz gegen eindringendes Weidevieh und Raubtiere. In der Zwischenkriegszeit entwickelte sich das bäuerliche Dorf Pöls zum Industrieort.
Am Beginn der Industrialisierung standen die Hammerwerke im Pölstal (Anfang 16. Jh.), Später folgten Sensenwerke und von 1865 bis 1901 wurde auch Eisen verhüttet. 1700 begann Ferdinand Fürst Schwarzenberg, der kurz zuvor das 1660 errichtete Schloss Gusterheim gekauft hatte, mit der Papiererzeugung in Pöls. Seit dieser Zeit ist die Geschichte der Gemeinde Pöls scheinbar untrennbar mit der der im Ort befindlichen Papier-bzw. Zellstoffproduktion verbunden. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde mit der Gewinnung von Zellstoff aus Holzfasern die moderne industrielle Entwicklung eingeleitet.
Im Ersten Weltkrieg war Pöls von Kampfhandlungen verschont geblieben, jedoch waren 19 Soldaten aus Pöls gefallen. Durch wirtschaftliche Unsicherheit und materielle Not waren die ersten Nachkriegsjahre besonders schwierig. Zusätzlich brach am 10. Oktober 1920 die Maul- und Klauenseuche aus, die den Viehbestand beträchtlich dezimierte und erst im April 1922 beendet war. Der Ausbau der Papierindustrie durch die italienische Firma BURGO ab 1921 ließ die Bevölkerung rasch wachsen. In der Folge vergrößerte sich Pöls durch die Notwendigkeit, Wohnraum für die Werksangehörigen zu schaffen und die daraus resultierende rege Bautätigkeit rasch. Wie in ganz Österreich war die Politische Lage in den folgenden Jahren äußerst gespannt.
Im Zweiten Weltkrieg blieb Pöls dank seiner inneralpinen Lage und nicht kriegswichtigen Industrie von Zerstörungen weitgehend verschont. Zwar wurde des Öfteren Luftalarm gegeben (z.B. im Dezember 1944 31 mal), jedoch wurde das Pölstal meist nur überflogen. Nur einmal, am 7. Februar 1945 wurde Pöls von fünf leichten amerikanischen Kampfflugzeugen im Tiefflug unter beschuss genommen. Ziel war vor allem die Fabrik, jedoch hatten auch 21 Privathäuser Einschüsse. Personen kamen dabei nicht zu Schaden. Die meisten Luftangriffe in der Region werden im März 1945 verzeichnet.Mehrmals war der Bahnhof Thalheim Ziel von Angriffen, so z.B. am 12. März, am 14. März und am 25. März. Am 11. Mai 1945 wurde Pöls von der roten Armee besetzt, kam jedoch in weiterer Folge wie die gesamte Steiermark unter britische Besatzung. Insgesamt fielen im Zweiten Weltkrieg 117 Pölser Soldaten
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges zeigte sich eine rasante bauliche Entwicklung, die sich auf die Gestaltung des Ortsbildes nachhaltig auswirkte. Das neue Amtsgebäude der Gemeinde, die Kirche und der renovierte Pfarrhof bildeten nun den Kern des Ortes. Am Ortsrand entstanden Ansammlungen von Einfamilienhäusern. In den letzten Jahrzehnten gingen die Bemühungen der Gemeinde vor allem in Richtung der Hebung der allgemeinen Lebensqualität, wie auch diverse Auszeichnungen bestätigen (siehe weiter unten).
laut der Volkszählung 2001 sind 83,9% der Bevölkerung römisch-katholische Christen, 2,5% evangelische Christen, 0,1% Muslime und jeweils 1,0% der Einwohner hatten ein sonstiges, bzw. ein nicht bekanntes Glaubensbekenntnis angegeben. 11,4% der Pölser Bevölkerung sind ohne Bekenntnis.
Ernst Korp (SPÖ)
Das Gemeindewappen der Marktgemeinde Pöls wurde im Jahre 1971 offiziell verliehen. Es nennt sich In rotem Schild auf silbernem, mit einem roten Zahnrad belegten Dreiberg drei silberne gezinnte Wehrtürme.
Das Zahnrad symbolisiert die wirtschaftlich bestimmende Industrie, die drei Wehrtürme sind ein Hinweis auf die drei umgebenden Burgen Offenburg, Reifenstein und Sauerbrunn.
Pöls pflegt Partnerschaften mit der Gemeinde Mainhausen in Deutschland und mit Medulin in Kroatien.
Mit der Gemeinde Oberkurzheim besteht eine enge gesellschaftliche Verstrickung, weil viele öffentliche Institutionen (Volksschule, Hauptschule, Kath. Pfarrkirche, früher auch Gemeindeamt) für beide Gemeinden zuständig sind, bzw. das Gemeindeamt von Oberkurzheim sich bis vor kurzem in Pöls befunden hat.
Erwähnenswert ist die im 12. Jahrhundert errichtete romanische Pfarrkirche (geweiht der Maria Himmelfahrt), eine dreischiffige Pfeilerbasilika mit vier Jochen und einem Querschiff, die ein gotisches Kreuzrippengewölbe aufweist. Die im barocken Stil gehaltene Innenausstattung stammt im wesentlichen aus dem 18. Jahrhundert. Der Hochaltar ist ein Werk des Judenburger Bildhauers Balthasar Brandstätter. Neben der Kirche stehen der romanische Karner (derzeit Aufbahrungsstätte) und eine gotische Totenleuchte.
Im Norden von Pöls, auf einem Felsvorsprung des Geigerkogel, liegt in ca. 1050 m Seehöhe die um ca. 1074 erbaute Burgruine Offenburg, die nach einem verheerenden Brand im Jahr 1590 rasch verfallen ist und so heute nur noch der ehemals fünfstöckige Bergfried bis zur Höhe des hoch über dem Erdboden liegenden Eingangstores erhalten ist.
Im Südosten, am Falkenberg, liegt die Burgruine Reifenstein, die um 1145 im gotischen Stil erbaut und im 16. Jahrhundert im Renaissancestil erweitert wurde. Als im Jahr 1809 Napoleon I. mit seinen Truppen einmarschierte und in der mittlerweile verlassenen Burg ein Lazarett einrichten wollte, wurden die Dächer durch die Österreicher abgerissen und die Einrichtung weggeschafft, womit der endgültige Verfall eingeleitet wurde. Doch auch heute noch zeugen die mächtigen Ruinen von der einst so imposanten Burg.
Am Pölshals, an einem Südhang des Murtales, liegt das um 1550 von Franz von Teuffenbach über 12 Mineralquellen errichtete Schloss Sauerbrunn. Kurz darauf folgte auch die Sternschanze, vermutlich eine befestigungstechnische Spielerei, deren tatsächliche Funktion wohl nie geklärt werden wird. Das Schloss Sauerbrunn ist aufgrund seiner Verwendung (Abfüllanlage des "Thalheimer Mineralwassers") bis heute sehr gut erhalten.
Im Osten von Pöls liegt im gleichnamigen Ortsteil das Schloss Gusterheim, an dessen Standort im damaligen Dorf Unterkurzheim sich früher ein großer Bauernhof befand, der Gusterhof, dessen damaliger Besitzer Johann Christian Payrlechner von Lerchenthal am 24. August 1661 vom österreichischen Kaiser die Erlaubnis erhielt, diesen Hof in ein Schloss auszubauen und sich fortan von Lerchenthal und Gusterheim zu nennen. Der Name des Schlosses geht also auf die Verschmelzung der Wörter Gusterhof - Unterkurzheim zurück. Es dient heute der Adelsfamilie von Pezold als Wohnsitz.
Zahlreiche sportliche Betätigungsmöglichkeiten:
Pöls lebt hauptsächlich von der Zellstoff- und Papierindustrie, sowie der damit auch verbundenen Holzverarbeitung. In geringerem Ausmaß ist aber auch der Tourismus ein entscheidender Wirtschaftsfaktor. Hier stehen vor allem die guten Sportmöglichkeiten und bis vor wenigen Jahren die Nähe zur Formel 1 - Rennstrecke am A1-Ring in Spielberg (Entfernung ca. 15km) als Attraktionen bereit.
Pöls war in früherer Zeit ein Verkehrsknoten, da sich hier die Straßen aus dem Aichfeld mit der Paßstraße über den Triebener Tauern trafen. Noch heute Kreuzen sich im Gemeindegebiet die B114 (Triebener Tauern Straße), die B114a (Alter Pölshals) und die L503 (Fohnsdorferstraße). In Thalheim befindet sich ein ÖBB-Bahnhof, die Zellstoff-Pöls AG besitzt einen eigenen Güterbahnhof, der an die Nebenbahn-Verbindung Zeltweg-Fohnsdorf angebunden ist.
Der größe Arbeitgeber in Pöls ist die zur Heinzel-Group gehörende Zellstoff-Pöls AG mit derzeit ca. 360 Mitarbeitern, gefolgt von der Stenqvist Austria Ges.m.b.H. (ehemalige 3P Verpackungswerke) mit ca. 90 Beschäftigten
Quellen
Amering | Bretstein | Eppenstein | Fohnsdorf | Hohentauern | Judenburg | Maria Buch-Feistritz | Obdach | Oberkurzheim | Oberweg | Oberzeiring | Pöls | Pusterwald | Reifling | Reisstraße | Sankt Anna am Lavantegg | Sankt Georgen ob Judenburg | Sankt Johann am Tauern | Sankt Oswald-Möderbrugg | Sankt Peter ob Judenburg | Sankt Wolfgang-Kienberg | Unzmarkt-Frauenburg | Weißkirchen in Steiermark | Zeltweg