Der Panzer, kurz für der Panzerkampfwagen, ist ein motorisiertes, meistens auf Gleisketten rollendes und oft mit einem Geschütz bestücktes Militärfahrzeug, welches durch Panzerung gegen Beschuss geschützt ist. Es gibt Panzer in sehr unterschiedlichen Ausführungen. Bis in die 1930er Jahre war dafür noch der Begriff Tank üblich, der im englischsprachigen Raum weiterhin verwendet wird.
Heute besteht der wichtigste Panzertyp, der Kampfpanzer, aus einem „Wanne“ genannten Fahrwerk, sowie einem drehbaren Aufbau (Turm). Meistens ist im Turm als Hauptwaffe eine Kanone montiert. Als Sekundärwaffen sind Panzer oft mit Maschinengewehren (MGs) und Nebel-/Granatwerfern ausgestattet. Sind diese parallel zur Kanone angeordnet, so spricht man von einer koaxialen Anordnung (obwohl die Waffen nicht koaxial im geometrischen Sinne sind).
Die Panzerung besteht aus Stahllegierungen zum Teil in Kombination mit Keramik- und Kunststoffschichten. Angetrieben werden Panzer heute ganz überwiegend mit leistungsfähigen Dieselmotoren (teilweise auch mit Gasturbinen), die in Kombination mit dem Kettenlaufwerk eine hervorragende Geländegängigkeit ermöglichen. Die Besatzung besteht üblicherweise aus 3 – 4 Mann. Davon sitzt oder liegt im Allgemeinen der Fahrer in der Wanne und im Turm befinden sich der Kommandant, der Richtschütze und – falls der Panzer keinen automatischen Lader für die Kanone hat – ein Ladeschütze.
Die herausragenden Eigenschaften des Panzers sind hohe Beweglichkeit im Gelände, große Feuerkraft, der Panzerschutz und eine umfangreiche Sensorik zur Aufklärung.
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Im engeren Sinne ist mit dem Begriff Panzer der Kampfpanzer als mit einem drehbaren Turm ausgestattetes Kettenfahrzeug gemeint, darüber hinaus gibt es eine Vielzahl konstruktiver Varianten und Spezialfahrzeuge. Panzer können nach verschiedenen Gesichtspunkten kategorisiert werden, wobei einige Kategorien nicht fortbestanden haben, wie z. B. Sturmgeschütze, schwere Panzer oder Infanteriepanzer. Außerdem ist eine Zuordnung manchmal schwierig, weil Panzer wiederholt modifiziert wurden oder in ursprünglich nicht vorgesehen Funktionen erfolgreich waren. So könnte man das Sturmgeschütz III der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg wahrscheinlich auch als Jagdpanzer kategorisieren, obwohl er als Artilleriepanzer konzipiert wurde.
Gepanzerte Fahrzeuge wurden für fast jeden Zweck modifiziert, so dass eine vollständige Liste kaum möglich ist. Häufige Verwendungen sind bzw. waren:
Im Zivilen Bereich kommen Panzer zum Einsatz, z. B. als
In Jahre 1903 erschien H. G. Wells Erzählung The Land Ironclads (etwa „Die Land-Panzerschiffe“) im Strand Magazine. In der Geschichte, die in keinem bestimmten Land spielt, geht es um einen Stellungskrieg, in dem keine Bewegung mehr möglich scheint – bis der Gegner Fahrradkavallerie und landgängige gepanzerte Kriegsmaschinen einsetzt, die die gegnerische Infanterie vernichten und sogar in der Lage sind, breite Schützengräben zu überwinden. Wells entwickelte somit, Jahre bevor der Panzer erfunden wurde, bereits das Konzept dieser modernen Kriegsmaschine. Seine Kriegsmaschinen sind allerdings erheblich größer als es die Panzer dann waren und erinnern eher an kleine, landgängige Panzerkreuzer. Bemerkenswert ist, dass die Schützen in Wells Panzern bereits mit einer Art von Joystick arbeiten und über Sichtgeräte mit Zielautomatik verfügen.
Schon um die Jahrhundertwende hatte der bei Škoda in Pilsen tätige Ingenieur Franz Klotz eine „Panzerglocke“ entwickelt und patentieren lassen. Auf einem Fahrgestell sollte die Panzerung vertikal beweglich aufgebaut werden. Wurde dieses Gefährt in ein Gefecht verwickelt, sollte die Panzerung auf Bodenniveau abgesenkt und der Feind mit Maschinengewehren bekämpft werden. Anschließend wurde die Panzerung wieder auf eine Höhe von etwa 30 Zentimeter über den Boden angehoben und die Fahrt fortgesetzt. Diese „Panzerglocke System Klotz“ fand aber keine Akzeptanz bei den Militärbehörden.
Der weltweit erste gepanzerte Wagen wurde im österreichischen Wiener Neustadt von Paul Daimler hergestellt. Die Firma Austro-Daimler entwickelte in dreijähriger geheimer Arbeit den ersten Radpanzer. Im März 1906 wurde dieses Fahrzeug bei einer vom Österreichischen Automobil-Club in den Räumlichkeiten der k.u.k. Gartenbaugesellschaft in Wien im Rahmen einer Internationalen Automobilausstellung das erste Mal der Öffentlichkeit vorgestellt und beim Herbstmanöver der Heeresführung im Einsatz präsentiert. Der Panzerspähwagen hatte einen Vierradantrieb mit Vollgummireifen und Geländeübersetzung um auch Steilhänge überwinden zu können. Er war voll gepanzert und mit einer von Hand drehbaren Kuppel mit zwei Maschinengewehren ausgestattet.
Zur Präsentation der Leistungsfähigkeit gehörte unter anderem auch eine Erkundungsfahrt. An nur einem Tag absolvierte der Radpanzer eine Strecke von etwa 160 Kilometern bei größtenteils schlechter Straßenlage.
Nach dem Ende des Manövers in Teschen wurde das „Wunderfahrzeug“ zum Feldherrenhügel beordert, da es Kaiser Franz Joseph I. besichtigen wollte. Nach eingehender Erklärung des Straßenpanzers sollte noch einmal die Leistungsfähigkeit des Wagens vorgeführt werden. Beim Starten des Motors scheuten infolge des ungewohnten Lärms die Pferde der Offiziere. In dem folgenden Durcheinander grantelte der Kaiser von einer unbrauchbaren Erfindung. Der unterschriftsreife Kaufvertrag wurde daraufhin zu den Akten gelegt. Nach langen Bemühungen erlangte die Firma Austro-Daimler vom Reichskriegsministerium endlich die Genehmigung, das Fahrzeug ins Ausland zu verkaufen. Erworben wurde es von Frankreich.
Bereits 1911 entwarf der österreichische Oberleutnant Günther Burstyn den Plan für ein Motorgeschütz, das die Eigenschaften eines modernen Kampfpanzers, eine Panzerung, den Kettenantrieb und einen drehbaren Geschützturm, hatte. Er legte seinen Plan dem Technischen Militärkomitee von Österreich-Ungarn vor, doch dieses stufte das Motorgeschütz als völlig wertloses Phantasieprodukt ein, nicht zuletzt, weil die Pferde des Kaisers und seiner Begleitung während der Vorführung scheuten. Alles, was davon blieb, war ein Patent. Im Deutschen Reich reagierte man ähnlich arrogant auf Burstyns Entwurf.
Die ersten Kettenfahrzeuge, die einen Nutzen hatten waren die Traktoren der Firma Holt-Caterpillar. Eine simple Umlaufkette sorgte dafür das sich die rein zivilen Geräte auf unebenem oder schwierigen Boden besser bewegen konnten als die mit Reifen oder Speichenrädern bewährten. An eine militärische Nutzung dachte hier, etwa um die 1880er Jahre noch niemand. Doch 1912 legte der französische Ingenieur und Erfinder Lancelot de Mole dem französischen Kriegsministerium Pläne für ein gepanzertes Vollkettenfahrzeug vor. Zu dieser Zeit wurden die Pläne aber völlig ignoriert.
Hauptartikel: Panzer (1914–1933)
Im Herbst 1914, als der Erste Weltkrieg sich an der französischen Front zu einem in festgefahrenen Fronten erstarrten Stellungskrieg entwickelte, wurden auf Seiten der Alliierten erstmals Überlegungen angestellt, wie man mit Hilfe einer machtvollen motorisierten Waffe die erstarrten Fronten wieder in Bewegung setzen könnte.
Die ersten Panzer wurden ab September 1916 im Ersten Weltkrieg von den britischen Streitkräften eingesetzt. Sie waren einfach gepanzerte Fahrzeuge, die an entweder mit MGs oder Kanonen bewaffnet waren. Das Rüstungsprojekt trug die bewusst irreführende Codebezeichnung Tank. Tank bezeichnete ursprünglich selbstbewegliche Wasserbehälter, die von englischen Truppen vor allem in den Gebieten Palästina und Mesopotamien im Kampf gegen das Osmanische Reich verwendet wurden. Diese Tarnbezeichnung hat sich im englischen Sprachraum bis heute erhalten.
Den ersten Panzer-Angriff führte die britische 4. Armee am 15. September 1916 mit mäßigem Erfolg in der Somme-Schlacht durch. Am 20. November 1917 griff die britische Armee mit der für damalige Verhältnisse gewaltigen Anzahl von 375 Tanks die deutschen Stellungen bei Cambrai an.
Die Panzer des Ersten Weltkrieges erreichten im Feld Höchstgeschwindigkeiten von meistens nur 8 km/h (Renault FT-17), höchstens 12 km/h (Saint Chamond, Whippet) und waren gegen Flammenwerfer und Geschütze äußerst anfällig. Ihr Nutzen bestand vor allem darin, dass sie der Infanterie einen Weg durch ausgedehnte Stacheldrahtverhaue bahnen konnten. Tiefe Granattrichter und breite Gräben konnten aber bereits ein unüberwindbares Hindernis für die Panzer darstellen.
Zwischen den Weltkriegen experimentierten die Ingenieure in allen Ländern mit den unterschiedlichsten Konzepten an der Weiterentwicklung des Panzers. Häufig orientierten sich die Entwicklungen an den bisher bekannten Truppenarten: Langsame Infanteriepanzer, schnelle Kavalleriepanzer, Schwere Artilleriepanzer und Übergroße „fahrende Festungen“ waren das Ergebnis dieser Überlegungen. Dabei wurden jedoch häufig die speziellen Stärken eines Panzerfahrzeuges unzureichend berücksichtigt. Insbesondere Experimente mit Multiturmpanzern bewährten sich im Einsatz nicht, da die meist verschiedenartige Bewaffnung keinen Vorteil im Kampf verschaffte.
Schließlich setzte sich die noch heute übliche Form des Panzers mit einem Waffenturm durch. Zunehmend wurde die eigenständige Bedeutung der Waffe erkannt und zum Maßstab der Entwicklung. Richtungsweisend war dabei der französische FT-17, bei dem erstmals dieses Konstruktionsmerkmal umgesetzt wurde. Er wurde in viele Länder exportiert oder nachgebaut. Die meisten Panzerkonstruktionen zwischen den Weltkriegen blieben bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges in Dienst und mussten dort erstmals ihre Funktionalität unter Beweis stellen. Die Folge war eine dann einsetzende rasante Fortentwicklung der Waffentechnik in diesem Bereich.
Hauptartikel: Panzer (1933–1945)
Die Briten und Franzosen verloren Anfang der 30er Jahren ihren technischen Vorsprung sowohl in der in der Panzertechnik wie auch in der Taktik. Bei der Wiederbewaffnung in der Zeit des Nationalsozialismus setzte die deutsche Wehrmacht konsequent auf den Panzer und konnte so in den ersten Jahren des Zweiten Weltkrieges Erfolge im so genannten Blitzkrieg erringen, da die Gegner die taktischen und operativen Fähigkeiten des Panzers falsch eingeschätzt hatten. Die anfänglichen deutschen Erfolge wurden mit eher schwachen Panzern erreicht (Panzer I, Panzer II, Panzer III).
In den ersten Kriegsjahren entwickelte sich die Panzertechnik enorm weiter. Mit dem Erscheinen neuer Panzer wie dem sowjetischen T34 ab 1941 und der sich wandelnden Taktik der Gegner, die aus ihren Fehlern gelernt hatten, ging die deutsche operative Überlegenheit mehr und mehr verloren und konnte auch durch später überlegene deutsche Panzermodelle (Panzerkampfwagen V Panther und Panzerkampfwagen VI Tiger) nicht mehr ausgeglichen werden. Die technische Entwicklung ging immer mehr in Richtung schwerer Bewaffnung und Panzerung. Dedizierte Panzertypen wie Jagdpanzer wurden entwickelt.
Die Panzer der westlichen Alliierten konnte nicht mit den Leistungen deutscher Panzer während des Krieges mithalten, sie setzten aber auf eine andere Strategie. So war der M4 Sherman wohl der universalste Panzer des Krieges.
Hauptartikel: Panzer des Kalten Krieges
Bis heute bildet der Kampfpanzer das offensive Rückgrat jeder modernen Landstreitmacht, wenngleich deren taktischer Wert durch moderne Panzerabwehrwaffen zunehmend in Frage gestellt wird. Klassische Gegner eines Panzers sind Kampfflugzeuge, Panzer und Infanteristen mit kleinen, panzerbrechenden Waffen wie der Panzerfaust oder Panzerminen. Auf dem modernen Gefechtsfeld kommen Hubschrauber, Artillerie mit zielsuchender Munition, bewaffnete Drohnen und kleine, von Infanteristen verwendete Panzerabwehrraketen (MILAN, TOW) hinzu.
Insbesondere die Verbreitung dieser Raketen führte zu einem radikalen Umbruch im Panzerbau in den 70er Jahren, der in vielen neuen Panzermodellen mündete. So wurden die Typen Leopard 2, M1 Abrams, T-72 und andere in Hinblick auf diese neue Bedrohungssituation konstruiert.
Seit den ersten Tagen des Panzers bestand die Panzerung aus verschiedenen Stahllegierungen. Hohlladungsgeschosse (HEAT) und Raketen stellten nach 1945 eine enorme Bedrohung für Kampfpanzer dar, da sie Panzerungen aus Stahl in Stärken durchschlagen konnten, die es nicht mehr praktikabel machten, einen dagegen sicheren Panzer zu bauen. Fortschritte wie die Verbundpanzerung, Schottpanzerung oder Reaktivpanzerung machten Panzer wieder konkurrenzfähig.
Der Vorteil der Reaktivpanzerung ist, dass diese durch Modernisierungsmaßnahmen den Kampfwert eines Panzers steigern kann. Es werden zusätzlich auf der Panzeroberfläche kleine Sprengladungen angebracht (Reaktivpanzerungselemente). Diese verhindern im Falle des Aufschlages einer Hohlladung durch ihre Detonation die Entwicklung des panzerbrechenden Metallstrahls der Hohlladung.
Die Panzerungen wird auf ein vom Gewicht her noch vertretbares Maß verstärkt. Obwohl über ein halber Meter an Panzerung an der Front heute durchaus nicht ungewöhnlich ist, kann ein Panzer aus Gewichts- und anderen naheliegenden Gründen (Mobilität, Transportfähigkeit) nicht überall eine derartige Panzerstärke aufweisen. Die Panzerungen sind in den meisten Fällen ausreichend dimensioniert, um die jeweils vorhergehende Generation feindlicher Panzerabwehrwaffen abzuweisen.
Es erfolgt immer eine Rüstungswettlauf zwischen der Panzerung und den Panzerabwehrwaffen verschiedener Art sein, die oft auch noch dazu entwickelt wurden, schwächere Regionen eines solchen Fahrzeugs anzugreifen wie die Oberseite, das Heck, den Boden oder die Ketten. Außerdem sind die Panzer nach wie vor durch Landminen verwundbar.
Neue Anforderungen werden seit dem Ende des Kalten Krieges gestellt. Die Guerilla-ähnlichen Kriege in Ländern der Dritten Welt (Irak, Tschetschenien, Afghanistan) zeigen weniger die Verwendung schwerer panzerbrechender Waffen, sondern vielmehr einfacher Waffen. Darauf zielen ein verbesserter Minenschutz und ein verbesserter Rundumschutz statt starker Frontpanzerung, um auch im städtischen Gebiet und in Gebieten mit Partisanentätigkeit bestehen zu können.
Die genaue Zusammensetzung sowie die genauen Panzerstärken unterliegt vielfach der Geheimhaltung. Einige Beispiele, in denen moderne, westliche Kampfpanzer nicht durch Feindeinwirkung zerstört wurden (Friendly Fire), lassen Rückschlüsse auf ihre Panzerstärken schließen. So zeigte sich im Zweiten Golfkrieg 1991, dass eine US-amerikanische Hellfire-Rakete einen M1 Abrams zerstören konnte. Im Dritten Golfkrieg 2003 griff ein britischer Challenger 2 irrtümlich einen gleichen britischen Panzer an und setzte ihn außer Gefecht, wobei die Besatzung diesen Vorfall zum Erstaunen der meisten Fachleute überlebte.
Als Aktive Panzerung bezeichnet man alle aktiven Systeme gegen angreifende Projektile, die nicht nur aus passiven Panzerungsmaterialien bestehen. Dazu zählen z. B. Systeme, die automatisch die Besatzung vor feindlichen Kräften warnen, insbesondere vor anfliegenden Projektilen. Zum Teil werden durch sie auch selbständig Gegenmaßnahmen ergriffen, wie etwa den Turm mit seiner stark gepanzerten Front und der Rohrwaffe automatisch dem Angreifer entgegenzudrehen, die Nebelwurfanlage zu betätigen, um so anfliegenden Raketen mit Suchkopf die Sicht zu nehmen und elektronische Gegenmaßnahmen gegen radargeführte Raketen und gegen lasergestützte Systeme zu ergreifen. Daneben können anfliegende Projektile auch direkt angegriffen werden. Dies geschieht etwa mit ungerichteten Schrotladungen aus Nebelwurfbechern oder mit gerichteten Schrotladungen aus drehbaren Abschussvorrichtungen.
Die Bewaffnung ist je nach Typ und Einsatzzweck sehr unterschiedlich. Typischerweise sind es großkalibrige Kanonen bei Kampfpanzern und Maschinenkanonen und Panzerabwehraketen bei Schützenpanzern.
Anfangs wurden Benzin- oder Petroleummotoren als Reihen-, V- oder auch Sternmotor verwendet. Diese Antriebsart hatte den Nachteil einer hohen Brand- und Explosionsgefahr bei Beschuss. Heute sind Benzinmotoren ungebräuchlich.
Seit dem Zweiten Weltkrieg finden sich Dieselmotoren in Kampfpanzern. Sie stellen den heute vorherrschenden und am weitesten entwickelten Antriebstyp dar, so auch für den Leopard-Panzer der Bundeswehr. Hochleistungsdieselmotoren als V-Motor, in Boxeranordnung oder als Gegenkolbenmotor sind eine komplexe, allerdings auch sehr leistungsfähige Antriebsvariante, die in einigen Fällen als Vielstoffmotor ausgebildet ist. Panzerdieselmotoren können zum Teil in wenigen Minuten gewechselt werden, wie bei militärischen Demonstrationen gezeigt wurde.
Gasturbinen kommen als Antriebe in den Panzermodellen M1 Abrams der US-Streitkräfte, im schwedischen S-Tank (Hybridantrieb) sowie teilweise im sowjetisch-russischen T-80 zum Einsatz.
Der Vorteil des Gasturbinenantriebs gegenüber Hubkolbenmotoren liegt theoretisch im geringeren Leistungsgewicht, d. h. im Vergleich zu einem Hubkolbenmotor ist die Gasturbine bei gleicher Leistung deutlich leichter. Dabei entsteht allerdings ein wesentlich höherer Luft- und Kraftstoffverbrauch, vor allem im Teillastbetrieb, was die Reichweite des Fahrzeugs einschränkt und logistische Probleme in der Treibstoffnachführung verursacht. Ein weiterer Nachteil besteht in der höheren Abgastemperatur und dadurch stärkeren Infrarotsignatur, anhand derer der Panzer leichter zu orten ist.
Die Probleme des hohen Treibstoffverbrauchs und der nicht vorhandenen Stromversorgung ohne laufenden Motor versuchte man mit zusätzlichen Stromaggregaten und hybriden Mischantrieb (Diesel und zusätzliche Gasturbine) beim S-Tank zu beheben. Das bessere Leistungsgewicht bzw. Triebwerksgesamtgewicht spielt bei rund 50 – 60 Tonnen Gesamtmasse (heutiger Kampfpanzer) eine untergeordnete Rolle, das Problem des Treibstoffverbrauchs bleibt bestehen.
Elektromotoren als Panzerkettenantrieb oder Radantrieb befinden sich in der Entwicklung. Welche Rolle sie bei künftigen Panzerkonstruktionen spielen werden, lässt sich noch nicht abschätzen. Sie ersetzen im wesentlichen Getriebe und Kardanwellen, die Frage des Energieproduzenten bleibt bestehen.
Die ersten elektronischen Sensoren waren Nachtsichtsgeräte für den Panther gegen Ende des Zweiten Weltkrieges. Seit dem findet ein zunehmender Einsatz elektronischer Sensor- und Feuerleittechnik wie hochauflösender Wärmebildgeräte, Radargeräte und Laserdetektoren statt. Dabei besteht allerdings die Gefahr, anfällig gegen Kampfmaßnahmen der elektronischen Kriegführung zu sein, weswegen bisweilen eine Parallelauslegung für manuellen und elektronischen Betrieb vorgenommen wird. Als Maßnahmen gegen elektronische Sensoren werden z. B. IR-reflektierende Tarnanstriche zur Störung feindlicher Nachtsichtgeräte (beim T-90) verwendet.
Hauptartikel: Panzermodelle des Ersten Weltkrieges
Hauptartikel: Panzermodelle zwischen den Kriegen
Hauptartikel: Panzermodelle nach 1945
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