Panzerreiter, präziser Fränkische Panzerreiter, sind eine während der Regierungszeit Karl des Großen geschaffene Truppengattung, bestehend aus Reitern, die als Körperschutz Schuppenpanzer trugen und meist mit einer Lanze und mit einem Schwert bewaffnet waren.
Diese Reitertruppe wurde als mobile Militäreinheit gegen die oftmals überraschend auftretenden Wikingerüberfälle an den nördlichen Küsten des Frankenreiches aufgestellt. Sie gelten als eine der Wurzeln des Rittertums.
Die Germanen hatten während der Völkerwanderungszeit ihre Reiche zu Fuß erobert. Nun kam ein neuer Feind von Süden über Gibraltar nach Spanien. Die Araber hatten in ihrem heiligen Krieg ganz Nordafrika und Spanien überrannt. Der fränkische königliche Verwalter Karl Martell erkannte den Ernst der Lage. Die Araber würden nicht an den Pyrenäen Halt machen. Um den arabischen Reitern entgegentreten zu können, brauchten sie selbst eine Reitertruppe. Tatsächlich konnten die Franken so dauerhaft die Araber aus Frankreich fern halten.
Das Besondere an den fränkischen Panzerreitern war ihre Ausrüstung. Sie war extrem teuer. Ein Pferd hatte den Wert von acht Ochsen und das Kettenhemd kostete so viel wie ein halber Bauernhof. Unter dem Kettenhemd trug der Reiter einen Lederwams. Hinzu kam ein Spangenhelm, Beinschienen, ein Holzschild, eine Lanze und das berühmte fränkische Langschwert. Die Lanze schwangen die Panzerreiter über dem Kopf, im Gegensatz zu den späteren Rittern, die sich ihre Lanze unter den Arm klemmten.
Die besondere Errungenschaft war jedoch der fränkische Sattel mit den Steigbügeln, der es dem Reiter erlaubte, frei im Sattel zu stehen. So war er im Kampf seinen Gegnern weit überlegen.
War der Panzerreiter unterwegs, kamen zu den Ausgaben für die eigentliche Ausrüstung noch die Kosten für ein Reisepferd, einen Ochsenkarren für die Rüstung sowie Knechte, Proviant etc. Etwa zehn fränkische Bauern mussten gemeinsam das Geld aufbringen, um einen der Ihren so auszustatten.
Außerdem musste der Reiter eine hochspezialisierte Ausbildung im Reiten und im Umgang mit seinen Waffen durchlaufen; er musste ständig trainieren, um nicht aus der Übung zu kommen; und er musste während dieser Zeit seinen eigenen Lebensunterhalt und den seiner Familie sicherstellen.
Hinweis: Die Bezeichnung „Panzerreiter“ wird manchmal auch als Synonym für Kataphrakt verwendet. Hierbei ist zu beachten, dass fränkische Panzerreiter keine Kataphraktoi sind (obwohl wahrscheinlich von ihnen inspiriert).