Park am Weißen See

Der Park am Weißen See ist eine Berliner Sehenswürdigkeit im Bezirk Pankow, Ortsteil Weißensee. Er liegt unmittelbar am Weißen See.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Mitte des 19. Jahrhunderts entstand durch den Landwirten und Schnapsbrenner Johann Heinrich Leberecht Pistorius ein Gutsgarten, der den Weißen See umgab. Nach seinem Tod entstand 1859 an Stelle des alten Gutshauses ein weitläufiger Bau, der als "Schloss Weißensee" bekannt wurde und in dessen Umgebung sich ein herrschaftlicher Garten befand. Das sogenannte Schloss wurde seit 1874 für Restaurationszweck verpachtet. Das Schloss wurde unter der Bezeichnung Zum Sternecker ein sehr beliebtes Etablissement für Berlin und Umgebung. Es gab viele Attraktionen, die den See und den Park hineinbezogen. So gab es unter anderem ein See-Theater, das ins Wasser hineingebaut wurde, ein Riesenkarussell, einige Musikpavillons, mehrere Verkaufspavillons, eine Schießhalle, ein Taucher-Bassin, ein Riesenrad und eine Rutschbahn.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die Anlage zu einem Volks- und Bürgerpark umgestaltet. Das ist auch der heutige Ursprung des Parkes am Weißen See. In den danach folgenden Jahren entstanden neue Spielplätze und die Planschwiese. Während des Krieges wurde das Schloss als Kaserne genutzt und brannte am 21. Februar 1919 infolge eines Feuers vollständig ab. In den 1950er Jahren wurden noch bemerkenswerte Veränderungen durchgeführt, so wurde eine Freilichtbühne gebaut und eine Schwimmfontäne wurde angelegt. Das bekannte Weißenseer Blumenfest hat seinen Ursprung aus dieser Zeit. Die letzten Umbau- und Rekonstruktionsarbeiten fanden nochmals 1995 bis 1999 statt.

Der Park heute

Park am See
Park am See

Heute ist der Park 21 Hektar groß und hat einen 1,3 Kilometer langen Rundweg. Es gibt ein Tiergehege und zahlreiche Kinderspielplätze auf 4.500 m². Außerdem ist im Park ein behindertengerechter Parkteil und das historische Milchhäuschen, ein Café direkt am See. Folgende Sonderanlagen gibt es außerdem: Bootsverleih, Freibad, Freilichtbühne, ein Blumenbeet als Sonnenuhr und einen Rosengarten.

Baumbestand

Der alte Baumbestand, der teilweise mehr als 150 Jahre alt ist, bietet für viele Besucher ein besonderes Naturerlebnis, vor allem folgende als Naturdenkmal geschützte Bäume:

Baum Alter Stelle
Rosskastanie 180 Jahre oberhalb der Seeterrassen am Spielplatz
Sommerlinde am Rundweg südlich des "Milchhäuschens"
Schwarznuss 120 Jahre im Parkteil an der Albertinenstraße
Bitternuss 70 Jahre im Parkteil an der Albertinenstraße
Zerreiche 110 Jahre Albertinenstraße 6-8

Denkmale und Skulpturen

Der Weiße See, links die Aussichtsterrasse mit Figurengruppe
Der Weiße See, links die Aussichtsterrasse mit Figurengruppe

Im Park gibt es folgende Denkmale und Skulpturen:

Auf der Aussichtsterrasse sind die zwei Tritonen auf den Eckpfeilern, die 1912 von Hans Schellhorn erbaut wurden (Triton war der Sohn des Poseidon). Am Rande des Weißenseer Parks nahe der Amalienstraße/Ecke Albertinenstraße stehen das „Lesende Mädchen“ und die „Raufenden Knaben“, ebenfalls von Hans Schellhorn. Im selben Teil des Parks gibt es außerdem noch die „Aufbauhelferin“ als Würdigung der beim Aufräumen der Innenstadt nach dem Zweiten Weltkrieg tätigen sogenannten Trümmerfrauen. Des weiteren steht nahe der Freilichtbühne der „Arbeiter“ und nahe der Berliner Allee das von Studenten erschaffene „Denkmal für die antifaschistischen Widerstandskämpfer“.

Der Weiße See

Weißer See im Winter
Weißer See im Winter

Der See ist vom Park umgeben, einem sogenannten Grünsteifen. Die Weichseleiszeit prägte den See mit der umgebende Landschaft. Die späteren Eisreste, die durch das vom Norden vorrückende Inlandeis entstanden, tauten auf und hinterließen einen sogenannten Toteissee. Durch diesen Toteissee entstand der heutige Weiße See. Es entstanden über Jahrhunderte Siedlungen am See, die vor allem landwirtschaftlich geprägt waren, die erste ist aus dem 13. Jahrhundert bekannt. Der Ort Weißensee wurde schnell zu einem bedeutendem Berliner Stadtteil, auch dank des Weißen Sees.

näheres steht im Artikel: Berlin-Weißensee

Wasserbestand

Der Weiße See ist mit etwa 9,7 m Tiefe eines der tiefsten Gewässer in Berlin. Der See hat eine Ausdehnung von rund 305 m in die Ost-West-Richtung und 350 m in die Nord-Süd-Richtung. Er besitzt eine Fläche von ca. 84.000 m² und sein Volumen beträgt ca. 350.000 m³. In den letzten 150 Jahren wurde der Wasserhaushalt wegen der ufernahen Bebauung immer mehr gestört, sodass zu den benachbarten Pfuhlen die unterirdische Verbindungen unterbrochen wurde. Da der Weiße See als Bade- und Erholungsgewässer erhalten bleiben sollte, wurden bis 1980 eine Anzahl von Maßnahmen zur wassergütewirtschaftlichen Steuerung des Sees durchgeführt. Heutzutage kann der See zum Baden benutzt werden, es gibt ein sogenanntes Strandbad.

Literatur

  • Folkwin Wendland: Berlins Gärten und Parke von der Gründung der Stadt bis zum ausgehenden neunzehnten Jahrhundert; (Das klassische Berlin); Propyläen: Berlin 1979; ISBN 3-549-06645-7; S. 320f.

Quelle:
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