Parti Socialiste (Belgien)

Der Parti Socialiste (PS) ist eine französischsprachige belgische politische Partei. Zusammen mit ihrem flämischen Pendant SP.a sowie den französischsprachigen (Mouvement Réformateur) und flämischen Liberalen (Vlaamse Liberalen en Democraten) ist sie in Belgien an der Koalitionsregierung unter Führung des liberalen Ministerpräsidenten Guy Verhofstadt beteiligt. Der PS ist bei den meisten Wahlen in der Wallonischen Region die stärkste Partei. Seit den Regionalwahlen von 2004 stellt der PS auch im Parlament der Region Brüssel-Hauptstadt die stärkste Fraktion, wo er vorher nur an dritter Stelle rangierte. 14 von 26 sozialistischen Abgeordneten im Brüsseler Regionalparlament sind muslimische Immigranten (10 Marokkaner, 2 Türken, ein Tunesier und ein Guineer).

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

1885-1945: Belgische Arbeiterpartei

Im April 1885 wird die Belgische Arbeiterpartei, auf französisch Parti ouvrier belge (POB) und auf niederländisch Belgische Werkliedenpartij (BWP)als Folge eines allmählichen Zusammenschlusses von mehr als 100 Arbeitervereiningungen in Brüssel im Café "LeCygne" gegründet.

1945-1978: Belgische sozialistische Partei

Da POB/BWP-Präsident Henri de Man 1940 zur Kollaboration mit Nazideutschland aufgerufen hatte, nennt sich die Partei nach dem Krieg Belgische sozialistische Partei (fr: Parti socialiste belge/ nl: Belgische Socialistische Partei).

Historische Persönlichkeiten der Belgischen Arbeiterpartei und der Belgischen sozialistischen Partei

  • Édouard Anseele
  • Louis Bertrand (1856-1943)
  • Louis De Brouckère
  • Henri De Man (1885-1953)
  • César de Paepe (1842-1890)
  • Jules Destrée
  • Alfred Defuisseaux (1843-1901)
  • Camille Huysmans (1861-1978)
  • Désiré Maroille (1862-1919)
  • Paul Pastur
  • Paul-Henri Spaak (1899-1972)
  • Freddy Terwagne
  • Achille Van Acker (1898-1975)
  • Émile Vandervelde (1866-1938)
  • Alfred de Fuisseaux

1978: Spaltung in PS und SP

1990-2006 : Von der Agusta-Affäre bis di Rupo

Sowohl die Agusta-Affäre, wie auch das schlechte Management der Dutroux-Affäre und der Dioxin-Skandal führen zu schlechteren Wahlergebnissen. Bei den Föderal und Regionalwahlen von 1999 sieht die Partei einen Teil der Linkswählerschaft zu den Grünen abwandern und seine Position als stärkste frankophone Partei durch den PRL-FDF-MCC (heute Mouvement Réformateur) gefährdet.

Im März 2005 wird die Partei durch die Lizin-Affäre erschüttert: Anne-Marie Lizin, Präsidentin des Senats, hatte einen Brief an die Präsidentin des Appelationshofes in Lüttich geschrieben, in dem sie darauf drängte gegenüber einer Gerichtspartei besonders wohlwollend zu sein, und zwar in einem streng privaten Fall[1]. Anne-Marie Lizin erklärt und entschuldigt sich vor dem Senat, bleibt aber im Amt.[2] Ende 2005 ist es die Carolorégienne-Affäre, die die Partei schwächt. Hierbei handelt es sich um Veruntreuungen in der Verwaltung einer Gesellschaft des Sozialen Wohnungsbaus.[3] Drei PS-Schöffen aus Charleroi wird ihr Mandat entzogen und einer von ihnen, Claude Despiegeleer kommt in Untersuchungshaft und wird angeklagt.[4] Destabilisiert tritt eine andere sozialistische Persönlichtkeit, Jean-Claude Van Cauwenberghe, Ministerpräsident der Wallonischen Region zurück.[5] Er wird durch Elio Di Rupo ersetzt.

Die Stadt Charleroi macht im Mai 2006 wieder von sich reden. Es hadelt sich wieder um Fälle von Untreue in öffentlichen Betrieben: Die ICDI, eine interkommunale Gesellschaft zur Abfallbehandlung und Foyer marcinellois, eine soziale Wohnungsbaugesellschaft.[6] Ein Schöffe von Charleroi, Lucien Cariat wird seiner Kompetenzen entbunden, angeklagt und kommt in Untersuchungshaft. Gleichzeitigtauchen andere Dossiers auf, die andere Personen aus der PS von Charleroi belasten: ein Dossier behandelt die Vergangenheit eines Konkursverwalters eines sozialistischen Permanentdeputierten , ein anderes die eines der PS nahestehenden Geschäftsmannes.[7]

Einige Mitglieder

  • Bernard Anselme
  • Marie Arena
  • Philippe Busquin
  • Guy Coëme
  • Robert Collignon
  • André Cools
  • Jean Cornil
  • Michel Daerden
  • Magda De Galan
  • Véronique De Keyser
  • Jean-Maurice Dehousse
  • Willy Demeyer
  • Rudy Demotte
  • Claude Desama
  • Elio Di Rupo
  • André Flahaut
  • Pierre Galand
  • José Happart
  • Emir Kir
  • Fadila Laanan
  • Roger Lallemand
  • Edmond Leburton (letzter wallonischer Premierminister von Januar 1973 bis Januar 1974)
  • Anne-Marie Lizin
  • Edmond Machtens
  • Guy Mathot
  • Philippe Moureaux
  • Laurette Onkelinx
  • Charles Picqué
  • Guy Spitaels
  • Willy Taminiaux
  • Freddy Thielemans
  • Eric Tomas
  • Jean-Claude Van Cauwenberghe
  • Bruno Van Grootenbrulle
  • Yvan Ylieff

Quellen

  1. Article de La Dernière Heure-Les Sports du 12 mars 2005
  2. Article de La Libre Belgique du 14 mars 2005
  3. Article de La Libre Belgique du 6 septembre 2005
  4. Article de La Libre Belgique du 20 septembre 2005
  5. Article de La Libre Belgique du 30 septembre 2005
  6. Article de La Libre Belgique du 12 mai 2006
  7. Article de La Libre Belgique du 19 mai 2006

Weblink

Offizielle Webseite


Quelle:
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