Pegel (Wasserstandsmessung)

Pegeluhr in Emmerich am Rhein
Pegeluhr in Emmerich am Rhein

Ein Pegel ist ein Messgerät zur Feststellung des Wasserstandes in Flüssen oder Meeren. Der Wasserstand, die Tiefe eine Wasserspiegels wird ebenfalls mit Pegel (Wasserpegel) bezeichnet. Für die Schifffahrt in Flüssen, Seen und Meeren ist der Pegel von großer Bedeutung. Ein Pegel wird am Gewässer so angebracht, dass er bei einem Höchststand und Tiefststand des Gewässers den Wasserstand noch messen kann.

An einem Fluss bildet die zuverlässige Erfassung und Auswertung von Wasserständen die Grundlage für den Betrieb, die Unterhaltung und den Aus- und Neubau der Wasserstraße, für die Steuerung der einzelnen Anlagen am Fluss, insbesondere der Staustufen mit Wehr und Wasserkraftwerk, für die Schifffahrt zur Ermittlung der Fahrwasserverhältnisse und der Disposition der Abladetiefe sowie für den Hochwassernachrichtendienst für die Schifffahrt und die Anlieger, die in bedrohten Gebieten leben.

Für notwendige Hochwasserwarnungen werden zunehmend automatische Pegelmessstationen entlang von Flüssen aufgestellt, die bei Erreichen einer einstellbaren Warnschwelle Alarm auslösen.

Nach Hochwasserwarnungen werden auf den Flussstrecken zwischen den automatischen Stationen zusätzliche Behelfspegel errichtet, so dass der Fluss laufend von Wachen beobachtet werden kann und kurzfristig notwendige Maßnahmen ergriffen werden können.

Inhaltsverzeichnis

Richtpegel

Der Pegel kann an Wasserstraßen, die von Schiffen genutzt werden, als Richtpegel dienen. Die Pegelanlage ist in diesem Fall für einen bestimmten Gewässerabschnitt, der bei Flüssen mit Schleusenanlagen meistens bei einer bestimmten Schleuse liegt, zuständig, wobei an die Endpunkte ein anderer Richtpegel grenzt. Die Wasserstände am Richtpegel haben Einfluss auf die Abladetiefe der Schiffe, die Durchfahrtshöhe von Brücken und die Begrenzung der Schifffahrt bei Hochwasser. Wird am Richtpegel die Marke eins erreicht, beginnen für den entsprechenden Gewässerabschnitt die ersten Einschränkungen. Dies ist von Gewässer zu Gewässer unterschiedlich und ist abhängig von der Technologie der Schiffe, deren Größe, Geschwindigkeit und Abladetiefe. Es kann aber auch zur Sperrung des betroffenen Abschnittes kommen. Bei dem Überschreiten der Marke zwei am Richtpegel ist die Wasserstraße für die Schifffahrt, bis auf wenige Ausnahmen, komplett gesperrt. Beim Ablauf eines Hochwasser und Unterschreiten der einzelnen Marken werden die Beschränkungen wieder aufgehoben.

Geschichte

Die Messung von Wasserständen reicht schon lange zurück. Schon die alten Ägypter haben den Pegel am Nil gemessen, um diese Messungen bei der Bewirtschaftung ihrer Felder zu nutzen. Die ersten regelmäßigen Beobachtungen der Wasserstände in Deutschland gehen auf den Anfang des 19. Jahrhundert zurück.

Messung des Wasserpegels (Wasserstands)

Pegellatte an der Ilm in Ilmenau
Pegellatte an der Ilm in Ilmenau
Pegellatte der Isar an der Brudermühlbrücke in München
Pegellatte der Isar an der Brudermühlbrücke in München

Ein Pegel wird durch eine Pegellatte und drei Höhenfestpunkte definiert, mit deren Hilfe die Höhenlage der Pegellatte (Pegelnullpunkt) über Normalnull bezogen wird. Gemessen wird der Wasserstand am Pegel heutzutage mit Hilfe von Schwimmern, Drucksonden, Druckluftwaagen, Radar- und Ultraschallgeräten. Die Messungen werden auf Pegelbögen, einem Bandschreiber und/oder in digitalen Datensammlern im Pegelhäuschen registriert. Manchmal wird der Wasserstand an Pegeluhren angezeigt.

Die Übertragung des Wasserstandes zum Pegelhäuschen kann durch einen Schwimmer mit Seil und Gegengewicht erfolgen, kann aber auch durch Pneumatikpegel, auch Druckluftpegel genannt, erfolgen. Die Wassersäule drückt hierbei in dem Verbindungsschacht ein Gewicht nach oben. Gleichzeitig steht der Bereich oberhalb des Gewichtes unter Druck, der durch einen Kompressor oder durch Druckluftflaschen erzeugt wird. Die Druckdifferenz betätigt einen mechanischen Schreiber oder steuert einen elektronischen Messwertgeber an, der den Wasserstand aufzeichnet.

Pegellatte

Die älteste und einfachste Form, den Wasserstand zu messen, geschieht mit einer Pegellatte, die meist senkrecht an einer Kaimauer, Schleusenkammer oder einer anderen Mauer befestigt ist. Sie kann aber auch an einem geneigten Gelände der Uferböschung angebracht sein. Eine Pegellatte ist mit nummerierten schwarzen E-Marken auf gelbem Grund dezimeterweise eingeteilt. Da die Querbalken der E jeweils zwei Zentimeter breit sind und zwei Zentimeter auseinander liegen, ist eine Ablesung auf dieses Maß genau möglich. Bei geneigten Pegellatten wird die Einteilung entsprechend abgeändert.

Eine Pegelanlage kann aus mehreren Pegellatten, auch Pegelstaffeln genannt, ausgestattet sein. Wenn eine Pegellatte vom Wasser überflutet wird, erfolgt die Ablesung an der nächsten, höher gelegenen Pegellatte. Beim Übergang von der einen zu der anderen Pegellatte sind die Ablesewerte gleich, da sich die Nullpunkte auf gleicher Höhe befinden.

Heute haben fast alle Pegelanlagen mit Pegellatte auch eine Schreibregistrierung. Bei extremen Hochwasserereignissen, wie dem Elbehochwasser 2002, dem Elbehochwasser 2006 und dem Pfingsthochwasser 1999 ist auch heute die Pegellatte ein wichtiges Messinstrument, wenn durch Stromausfall oder Überflutung des elektrischen Pegels keine Aufzeichnungen vorgenommen werden können.

Solche Pegellatten können aber auch behelfsmäßig hergestellt werden. Sie werden erst im Beobachtungsfall an markanten Stellen errichtet. Diese weisen zwar auch die Einteilungen auf, aber nicht mit den farblichen Kennzeichnungen, da diese ja erst vor Ort eingemessen werden müssen.

Pegeluhren

Die Pegeluhr kann durch einen Schwimmer in einem Pegelschacht, der mit einem Kanal durch eine sogenannte kommunizierende Röhre mit dem Gewässer verbunden ist, die gemessenen Werte anzeigen. Solche Pegeluhren befinden sich z. B. in Emmerich am Rhein, oder am Pegel Köln. Die Anzeige selbst ist in vielen Fällen digital. Die Pegeluhr wird schon seit vielen Jahren nicht mehr benutzt.

Siehe auch

Weblinks

Wasserstände Deutschland

Weitere aktuelle Wasserstände in Deutschland können bei den Wasserwirtschaftsverwaltungen der Bundesländer eingesehen werden. Wasserstände Österreich

Wasserstände Tschechien

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