Peter (Lateinisches Kaiserreich)

Peter von Courtenay (Pierre de Courtenay) (* ca. 1165/70; † 1219) aus der Familie der Kapetinger war Kaiser des Lateinischen Kaiserreichs von Konstantinopel von 1216 bis 1217.

Er war ein Sohn von Peter von Courtenay († 1181), einem jüngeren Sohn des Königs Ludwig VI. von Frankreich. Seine Mutter war Elisabeth von Courtenay.

Inhaltsverzeichnis

Streit um Gien

Peter heiratete 1184 in erster Ehe Agnes von Nevers, die Nevers, Auxerre und Tonnerre mit in die Ehe brachte und nahm selbst - bis zu Agnes' Tod 1192 - den Titel eines Grafen von Nevers an. Er begleitete seinen Vetter König Philipp August auf den Dritten Kreuzzug (1189-1192). In dieser Zeit starb seine Ehefrau und hinterließ die drei Grafschaften ihrer gemeinsamen Tochter Mathilde (* wohl 1188).

1198 geriet er in eine Auseinandersetzung mit Hervé IV. de Donzy um den Besitz der Burg von Gien, bei der es diesem gelang, seinen Gegner bei Cosne zu besiegen und gefangen zu nehmen. Durch Vermittlung des Königs Philipp August kam es 1199 zu einer Verständigung. Peter von Courtenay wurde freigelassen, musste seine Tochter Mathilde Hervé zur Frau geben. Hervé erhielt aber nur die Grafschaft Nevers zur Verwaltung, Peter selbst trug seitdem die Titel eines Grafen von Auxerre und Tonnerre. Die Ehe wurde im Oktober 1199, wohl am 20., geschlossen. Hervé wiederum willigte ein, dass der König die Burg von Gien an sich nahm.

Später begleitete Philipp August auf dem Albigenserkreuzzug und nahm 1214 an der Schlacht von Bouvines teil.

Kaiser von Konstantinopel

Seine zweite Ehefrau seit dem 1. Juli 1193 Jolante (Yolande, † 1219), eine Schwester von Balduin I. und Heinrich, den beiden ersten Kaisern des Lateinischen Kaiserreichs von Konstantinopel.

Als sein Schwager, der Kaiser Heinrich 1216 ohne Söhne starb, wurde Peter zu seinem Nachfolger gewählt. Mit einer kleinen Armee brach er von Frankreich auf, um seine Krone in Besitz zu nehmen. Er wurde in Rom in S. Lorenzo fuori le mura von Papst Honorius III. am 9. April 1217 zum Kaiser gesalbt. Er lieh sich von Venedig einige Schiffe mit dem Versprechen, unterwegs Durazzo für sie zu erobern, was ihm aber nicht gelang, und legte den Rest des Wegs nach Konstantinopel über Land zurück. Auf seiner Reise wurde er von Theodor Angelos, dem Despot von Epirus festgesetzt und starb nach zweijähriger Gefangenschaft. Peter regierte sein Reich keinen Tag, an seine Stelle trat seine Ehefrau Jolante, der es gelungen war, Konstantinopel zu erreichen. Zwei seiner Söhne Robert und Balduin II. hingegen bestiegen den Thron des Lateinischen Kaiserreichs.

Nachkommen

Aus seiner ersten Ehe hatte mit Mathilde nur ein Kind. Aus seiner zweiten Ehe hatte er 13 Kinder:

  1. Margarete († 17. Juli 1270) Markgräfin von Namur 1228-1237 ∞ 1) um 1210 Raoul III. d'Issoudun († 1. März nach 1212), ∞ 2) vor 1217 Heinrich I. Graf von Vianden († 19. November wohl 1253)
  2. Elisabeth († nach August 1253) ∞ 1) Gaucher Graf von Bar († 1219), ∞ 2) 1220 Eudes I. de Montagu († nach August 1253)
  3. Jolante († 1233) ∞ 1215 Andreas II. König von Ungarn
  4. Agnes († nach 1247) ∞ 1217 Gottfried II. von Villehardouin, Fürst von Achaia († 1245)
  5. Maria († nach 1228) ∞ 1218 Theodor I. Laskaris Kaiser von Nicäa
  6. Eleonore († vor 1230) ∞ Philippe I. de Montfort († 1270/3)
  7. Konstanze, 1210
  8. Sibylle (*1197, † 1210) Nonne
  9. Philipp II. († 1226), Graf von Namur 1216, lehnte die angebotene Kaiserkrone von Konstantinopel ab
  10. Peter, 1210, Geistlicher
  11. Robert († 1228 vor 13. Februar) Kaiser von Konstantinopel ∞ 1228 NN, Tochter des Balduin de Neufville
  12. Heinrich II. († 1229) Graf von Namur 1226
  13. Balduin II. (* 1218, † nach 15. Oktober 1273) Kaiser von Konstantinopel ∞ 19. April 1229 Marie de Brienne († nach 5. Mai 1275), Tochter des Johann von Brienne, König von Jerusalem, dann Mitkaiser in Konstantinopel,

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