Peter Lothar Oesterreich (* 10. März 1954 in Wesel) ist seit 1995 Philosophieprofessor an der Augustana-Hochschule Neuendettelsau. Er habilitierte sich im Jahr 1990 mit einer Arbeit über die Fundamentalrhetorik.
Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Deutschen Idealismus und in der Rhetorik. Oesterreich gilt als hervorragender Fichte-Kenner; er war maßgeblich an der zweibändigen Ausgabe des Deutschen Klassiker Verlags beteiligt. Er vertritt einen weit gefassten Begriff der Rhetorik, der von dem, was 'landläufig' unter Rhetorik verstanden wird, abweicht: Rhetorik befasst sich nicht nur mit der Einkleidung der Gedanken in Worten (elocutio), sondern sie befasst sich auch mit der Auffindung von Argumenten (inventio), der Gliederung des Vortrags (dispositio), dem Einprägen desselben (memoria) und dem Vortrag selbst in seiner stimmlichen, mimischen und gestischen Aufführung (actio). Oesterreich geht noch weiter und postuliert, dass die Existenz des Menschen wesentlich auf das Reden-Können basiere und kann so vom homo rhetoricus sprechen: Jeder Mensch erfinde sich und die Welt durch die Rede neu.
Oesterreich ist u.a. Mitglied der Internationalen Johann-Gottlieb-Fichte-Gesellschaft, des Arbeitskreises Rhetorik und der Internationalen Schelling-Gesellschaft.