Pfalzkapelle

Eine Pfalzkapelle im eigentlichen Sinn ist der zu einer Pfalz gehörige Sakralbau für die Herrscherfamilie und den mitreisenden Hofstaat. Im engeren Sinn wird heute das Wort Pfalzkapelle für den Zentralbau des Aachener Doms verwendet. Seine Baugestalt geht zurück auf ähnliche Herrschaftskapellen im byzantinischen Kulturbereich (vor allem justinianische Anlagen wie San Vitale in Ravenna oder Hagios Sergios und Bacchos in Konstantinopel). Fast alle mittelalterlichen Pfalzen besaßen solche Herrschaftskapellen, so etwa die Goslarer Pfalz, dessen jüngere Kapelle St. Ulrich aus der Mitte des 12. Jahrhunderts in der Rekonstruktionsfassung des späten 19. Jahrhunderts erhalten ist. Doch nicht nur weltliche Herrscher, auch geistliche Würdenträger legten sich solche Kapellen zu, so etwa der Mainzer Erzbischof, dessen Gotthardkapelle am Mainzer Dom aus dem 11. Jahrhundert ebenfalls noch existiert. Die meisten dieser Herrscherkapellen waren sogenannte "Doppelkapellen", also zweigeschossige Bauwerke mit einer verbindenden Öffnung zwischen der Ober- und der Unterkapelle.

Literatur

  • Mathias Haenchen: Die mittelalterliche Baugeschichte der Goslarer Pfalzkapelle St. Ulrich. Diss. TU Braunschweig 1998, Braunschweig 1998
  • Oscar Schürer: Romanische Doppelkapellen. Eine typengeschichtliche Untersuchung, in: Marburger Jahrbuch für Kunstwissenschaft 5, 1929, S. 99 - 192
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