| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Baden-Württemberg | |
| Regierungsbezirk: | Tübingen | |
| Landkreis: | Sigmaringen | |
| Koordinaten: | 47° 55′ N, 9° 15′ O | |
| Höhe: | 654 m ü. NN | |
| Fläche: | 90,56 km² | |
| Einwohner: | 13.183 (31. Dez. 2006) | |
| Bevölkerungsdichte: | 146 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 88630 | |
| Vorwahl: | 07552 | |
| Kfz-Kennzeichen: | SIG | |
| Gemeindeschlüssel: | 08 4 37 088 | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Am Kirchplatz 1 88630 Pfullendorf |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Thomas Kugler | |
Pfullendorf ist eine ehemals freie Reichsstadt im Landkreis Sigmaringen in Baden-Württemberg, Deutschland
Inhaltsverzeichnis |
Pfullendorf liegt circa 20 Kilometer nördlich des Bodensees im Linzgau, an der Oberschwäbischen Barockstraße, der Deutschen Fachwerkstraße und an der Hohenzollernstraße.
Der Ort liegt an der Wasserscheide zwischen Rhein und Donau. Der Andelsbach fließt vom Höchsten (833 Meter ü.NN) in die Ablach und von dort in die Donau. Die Linzer Aach fließt in den Bodensee (Rhein).
Pfullendorf befindet sich auf einem Molassehang. Die Moränelandschaft ist durch verschiedene Eiszeiten entstanden.
Seit den 1970er Jahren gehören die Ortschaften Denkingen (mit Andelsbach, Langgassen, Straß und Hilpensberg), Aach-Linz (mit Reute und Sahlenbach), Gaisweiler (mit Tautenbronn und Bethlehem), Großstadelhofen (mit Kleinstadelhofen, Krähenried, Sylvenstal, Furtmühle und Wattenreute), Mottschieß, Otterswang (mit Litzelbach und Weihwang) und Zell-Schwäblishausen zur Stadt Pfullendorf.
| Wappen | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Stadtteil | Pfullendorf (Ort) | Denkingen | Aach-Linz | Gaisweiler-Tautenbronn | Großstadelhofen | Mottschieß | Otterswang | Zell-Schwäblishausen |
| Einwohner(*06) | 10.500 | . | . | . | . | . | 252 | . |
Bereits in der vor- und frühgschichtlicher Zeit fanden sich in der Gegend um Pfullendorf Siedlungsspuren. Etwa einen Kilometer nördlich von Ruhestetten, einem Teilort der Nachbargemeinde Wald und rund fünf Kilometer westlich von Pfullendorf, findet sich im Wald ein Grabhügel, dieser könnte mit den spätatènezeitlichen Streufunde (mögliche Siedlung) in Aach-Linz im Gewann „Thiergarten“ zusammen hängen. Südlich davon im Gewann „Gertholz“ befinden sich die Reste einer Keltischen Viereckschanze an der Straße von Aach-Linz nach Herdwangen. Ebenfalls bei Aach-Linz, im Wald Remser Holz befindet sich die Reste einer vorgeschichtlichen Wallanlage.[1]
Römische Mauerreste einer Villa Rustica im Gewann „Maueräcker“ (Aach-Linz) weisen auf eine späterere römische Besiedlung hin. Die Villa Rustica wurde vermutlich bei der Alamanischen Landnahme durch die Lentienser zerstört. Pfullendorf wurde von den Alemannen während ihrer dritten Besiedlungswelle in zwei Besiedlungen gegründet.
Auf dem „Schloßbühl“ bei Großstadelhofen befindet sich eine vermutlich frühmittelalterlich Ringwallanlage. Bei der doppelten Ringwallanlage könnte es sich um die Burg der Hildegard vom Linzgau, der Frau Kaiser Karls des Großen, handeln.[2]
Ein Dorf Pfullendorf entstand im 12. Jahrhundert im Bereich der heutigen Oberstadt, ein zweites in der Senke am Pfuol (=Weiher), dem heutigen Stadtweiher. Vermutlich entstanden Teile der Stadt aus der Stadtburg der Grafen von Pfullendorf. Diese stand dort wo heute die Kirche St. Jakob steht. Eine weitere Burgstelle der Grafen von Pfullendorf wird auf dem „Galgenbühl“ (Pfullendorf) vermutete.[3]
Über die Entstehung des Klosters der Dominikanerinnen zu Pfullendorf sind sich die Historiker nicht ganz einig. Nach F. Andreas Rogg, dem Chronisten von Pfullendorf, hatte das uralte Rittergeschlecht der Edlen von Ramsberg in der Stadt einen Herrensitz, die „Herrenburg“. Im Jahr 1255 übereigneten die Edlen von Ramsberg diesen Sitz den Dominikanern auf der Insel zu Konstanz als Herberge. Die Predigerbrüder ließen einige fromme Jungfrauen in dieser Herberge wohnen zu Pflege und Betreuung des Hauses. Aus diesem Anfang entstand mit der Zeit die „Sammlung“ der Dominikanerinnen, die nach ihrem Kleid die „Weißen Nonnen“ hießen. Später nannte man das Kloster auch „Gotteshaus Maria der Engelen“ nach dem Titel der Klosterkirche „Maria von den Engeln“.[4]
Die Grafen von Pfullendorf werden erstmals gegen Ende des 11. Jahrhunderts erwähnt. Graf Rudolf II. von Pfullendorf war wohl der mächtigste dieser Grafen, er besaß Ländereien von der Donau bis zum Bündner Land. Weil er keine männlichen Erben hatte, setzte er Kaiser Friedrich Barbarossa als Erben ein. Rudolfs Tochter Ita von Pfullendorf-Bregenz, (*1150/52, † vor 1191), heiratete Albrecht III. Graf von Habsburg (genannt "der Reiche"). Heinrich der Löwe und Kaiser Friedrich I. Barbarossa waren ihre Vettern.
Am 2. Juni 1220 wurde Pfullendorf von Kaiser Friedrich II. von Hohenstaufen zur Stadt erhoben, weil dieser einen militärischen Stützpunkt in der Gegend benötigte. Dadurch wurde die Ansammlung weniger Häuser sofort zur Reichsstadt und entwickelte sich schnell.
Auf dem Konstanzer Konzil (1415) verlieh König Sigismund der Reichsstadt die „Hohe Gerichtsbarkeit“, den Blutbann. Jetzt war Pfullendorf niemandem mehr hörig und nur noch Gott und dem Kaiser untertan. Durch florierendes Handwerk und zahlreiche Märkte kamen die Bürger zu Wohlstand.
Schon 1383 lebten in den Mauern Pfullendorfs so viele Handwerker, dass eine Zunftverfassung beschlossen wurde. Diese galt von 1383 bis 1803 und übertrug die meiste Macht den Zünften. Pfullendorf regierte sich mit dieser „demokratischen“ Zunftverfassung mit jährlicher Bürgermeisterwahl selbst. Es gab einen 50köpfigen Großen Rat, der jedes Jahr neu gewählt wurde und die ausübende Gewalt besaß, dazu gab es einen Kleinen Rat mit 17 Mitgliedern. Vorsitzender war der Bürgermeister. Diese Verfassung wurde zum Vorbild für andere Städte.
1628 fielen der Pest in Pfullendorf fast 600 Menschen zum Opfer.
Mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 wurden Pfullendorf wie viele andere noch bestehende Reichsstädte mediatisiert und Teil des Großherzogtums Baden. Es blieb bis 1936 Amtssitz eines badischen Bezirksamtes.
1873 bis 1875 erhielt Pfullendorf den Anschluss an das Eisenbahnnetz. Hier trafen sich die Linie der Badischen Staatsbahn Schwackenreute-Pfullendorf und die der Württembergischen Staatsbahn Altshausen-Pfullendorf.
1936 wurde Pfullendorf Teil des Landkreises Überlingen und kam 1973 im Rahmen der Kreisreform zum Landkreis Sigmaringen.
Bei der Gemeinderatswahl am 13. Juni 2004 ergab sich folgende Sitzverteilung:
Am 22. Oktober 2006 wurde Thomas Kugler mit 55,5 % der Stimmen im ersten Wahlgang zum Bürgermeister gewählt. Er ist Nachfolger von Dr. Heiko Schmid, der als Landrat nach Biberach wechselte.
Das Wappen von Pfullendorf zeigt in Gold gehalten, einen rot bewehrten und rot bezungten schwarzer Adler - als Zeichen der freien Reichsstadt.
Im Sommer 2001 wurde auf dem Gelände, das zum alten Baggersee gehörte, der so genannte Seepark eröffnet und lockte mit der kleinen Landesgartenschau Baden-Württemberg („Grünprojekt“) zahlreiche Besucher nach Pfullendorf. Peter Lenk steuerte einen Brunnen mit Graf Bernadotte als Motiv bei.
Seit 2005 gibt es im Seepark auch eine Wasserskianlage. Sie ist die größte Anlage dieser Art in Deutschland, bis zur Fertigstellung einer vergleichbaren Anlage in Osteuropa gilt sie als größte Europas. Sie war im Jahr 2006 Austragungsort der Deutschen Wakeboard Meisterschaften.
Im Mai 2007 wurde „Deutschlands verrückteste Abenteuer-Golfanlage“ eröffnet, die aus 18 aufwändigen Adventure-Golfbahnen auf Kunstrasen mit viel Wasser und technischen Überraschungen auf über 6400 m² besteht.
In der Stadtmitte hat Pfullendorf einen kleinen „Stadtgarten“ genannten Stadtpark. Dort befindet sich auch ein Gedenkstein an die vergangenen Weltkriege.
Der auch weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Sportclub Pfullendorf spielt in der Fußball-Regionalliga Süd. Seinen größten Erfolg feierte der Verein im Jahr 2000 unter dem damaligen Trainer Frank Wormuth, als er sich als Zweitplatzierter der Regionalliga Süd für die Relegationsrunde zur 2. Bundesliga qualifizierte. Der Aufstieg wurde aber nach einem 1:1 zuhause gegen den späteren Aufsteiger LR Ahlen sowie einer 1:3-Niederlage beim 1. FC Union Berlin verpasst. Außerdem schlug der Verein den Bundesligisten Arminia Bielefeld in der 1. Runde des DFB-Pokals 2006/2007 mit 2:1 und zog dadurch in die zweite Runde ein.
In der Teilgemeinde Denkingen gibt es den „SV Denkingen 1969 e.V.“, der seit Jahren in der Landesliga spielt und in Aach-Linz den „TSV Aach-Linz“ mit breitgefächertem Sport- und Freizeitangebot.
In Pfullendorf gibt es einen aktiven Schwimmverein, der zum einen im Pfullendorfer Hallenbad, aber vor allem im Pfullendorfer Waldbad sehr gute Trainigsmöglichkeiten hat.
Neu gegründet hat sich in Pfullendorf ein Ruderclub, der im Seepark seine Trainingsmöglichkeit hat.
Desweiteren gibt es in Pfullendorf noch den Tennisclub TC Pfullendorf, sowie den Turnverein TV Pfullendorf.
Jenische aus Pfullendorf gewannen in einer gemischten Mannschaft das weltweit erste Bootsch-Turnier 2005 in Singen.
In Pfullendorf wird die schwäbisch-alemannische Fasnet durch die Narrenzunft Stegstrecker e. V. gepflegt.
Der Öffentliche Nahverkehr wird durch den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO) gewährleistet. Die Stadt befindet sich in der Wabe 448, für die Stadt selbst gilt der Stadttarif 48. Die kleine Stadt besitzt zwar einen Bahnhof, jedoch wird dieser seit 1972 nicht mehr für den Personenverkehr benutzt. Bis ins Jahr 2003 wurden die Schienen jedoch noch für die Transportwege der großen Firmen genutzt.
In Pfullendorf hat die Alno AG ihren Ursprung und Hauptsitz. Ursprünglich die Werkstatt des Möbelschreiners Albert Nothdurft, beschäftigt die Alno AG heute rund 1.500 Beschäftigte und fertigt Küchen, die in die ganze Welt exportiert werden.
Geberit entwickelt Systeme und Produkte für Bad und Sanitär. Am Standort Pfullendorf werden vorwiegend Aufputz- und Unterputz-Spülkästen aus Kunststoff hergestellt. Rund 1.400 Mitarbeiter arbeiten in Vertrieb, Produktion und Logistik.
2005 siedelte sich die Firma Escad in Pfullendorf an. Escad stellt unter anderem elektronische Elemente für verschiedene Autofirmen her.
Ab 2008 wird Kramer Allrad auch in Pfullendorf ansässig sein. Sie stellen Baumaschinen her. Bis 2008 ist Kramer noch in Überlingen ansässig.
Pfullendorf besitzt eine gut sortierte Stadtbücherei, die eine große Auswahl an Büchern und Medien besitzt.
In Pfullendorf gibt es zum einen in der Innenstadt sowie im neuen Stadtteil Rosslauf ein städtisches Jugendhaus.
In der Generaloberst-von-Fritsch-Kaserne in Pfullendorf sind folgende Einheiten untergebracht:
Insgesamt sind dort etwa 1.000 Soldaten und Zivilisten stationiert oder angestellt. Am Ausbildungszentrum Spezielle Operationen (bis 2003: Internationale Fernspähschule) werden Soldaten aus Deutschland – vor allem für die Division Spezielle Operationen (DSO) und das Kommando Spezialkräfte (KSK) - sowie aus acht weiteren Nationen ausgebildet.
Das Bildungsangebot in Pfullendorf besteht aus folgenden Einrichtungen
Bad Saulgau | Beuron | Bingen | Gammertingen | Herbertingen | Herdwangen-Schönach | Hettingen | Hohentengen | Illmensee | Inzigkofen | Krauchenwies | Leibertingen | Mengen | Meßkirch | Neufra | Ostrach | Pfullendorf | Sauldorf | Scheer | Schwenningen | Sigmaringen | Sigmaringendorf | Stetten am kalten Markt | Veringenstadt | Wald