Philipp I. von Kastilien, genannt der Schöne (span.: Felipe el Hermoso, * 22. Juli 1478 in Brügge; † 25. September 1506 in Burgos), war der erste Habsburger, der in Spanien König wurde und kurzfristig über Kastilien, León und Granada herrschte.
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Er war der älteste Sohn Kaiser Maximilians I. und der Maria von Burgund, die an ihn den Länderkomplex des Hauses Burgund vererbte. Die meiste Zeit seines Lebens verbrachte er daher in Brüssel. Seine Hochzeit am 21. August 1496 in Lier mit der Infantin Johanna ging parallel mit der seiner Schwester Margarete mit dem spanischen Thronfolger Johann (Juan), Sohn der katholischen Könige Isabella von Kastilien und Ferdinand von Aragón. Diese Hochzeit war - anders als die burgundische Heirat Maximilians - nicht von vornherein der Thronfolge wegen geschlossen worden. Die Politik der Habsburger war vielmehr darauf gerichtet, die Beziehungen zu Spanien durch die Ehe zu festigen und somit den Erzrivalen Frankreich weiter zu isolieren. Durch den plötzlichen Tod des Infanten Johann im Jahre 1497 stellte sich jedoch auch die Frage der Nachfolge in der kastilischen Königswürde.
Der Erbfall trat 1504 beim Tod Isabellas ein. Isabella hatte die Krone gleichermaßen ihrer Tochter Johanna, Philipps Ehefrau, und ihrem Ehemann Ferdinand von Aragón vermacht. Zusammen mit Johanna wurde Philipp König von Kastilien, León und Granada. Die Lage war also durchaus offen, zumal auch Ferdinand erneut heiratete und damit gerechnet werden musste, dass aus dieser Ehe möglicherweise ein Erbe hervorgehen könnte, was jedoch im weiteren Verlauf der Ereignisse nicht geschah.
Philipp starb plötzlich nach einer kurzen Fieberinfektion im Jahre 1506. Seine sterblichen Überreste liegen neben seiner Frau und deren Eltern in der Krypta der Capilla Real in Granada.
Philipp hinterließ zwei minderjährige Söhne, Karl und Ferdinand. Während Ferdinand bei seinem Großvater Ferdinands von Aragón verblieb, wurde Karl von Phlipps Schwester Margarethe in den burgundischen Niederlanden erzogen. Nach dem Tod Ferdinands von Aragon im Jahre 1516 wurde Karl spanischer König und 1519 zum deutschen König gewählt. Bei der Krönung nahm Karl den Titel erwählter Kaiser an. Erst mit dem Rücktritt Karls als Kaiser teilte sich das Haus Habsburg in zwei Zweige: Karl wurde zum Begründer der spanischen Linie und sein Bruder Ferdinand wurde zum Begründer der österreichischen.
Aus der Ehe des Erzherzogs von Österreich und späteren Königs Philipp I. "des Schönen" von Kastilien (1478-1506) und seiner Gemahlin der Prinzessin Johanna "die Wahnsinnige" von Kastilien (1479-1555) entstammen sechs Kinder.
Hermann Wiwsflecker, Maximilian I., Wien München 1991, ISBN 3-7028-0308-4, sowie ISBN 3-486-55875-7
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| Vorgängerin |
König von Kastilien und León 1504-1506 |
Nachfolger |
| Vorgänger |
Großmeister des Ordens vom Goldenen Vlies 1482-1506 |
Nachfolger |
Wilhelm I. von Egmond | Philipp von Croÿ | Wilhelm II. von Egmond | Adolf III. von Nassau-Wiesbaden-Idstein | Johann V. von Nassau-Dietz | Philipp der Schöne | Florens von Egmond | Renatus von Oranien-Nassau | Philipp von Lalaing | Philipp II. von Montmorency | Karl von Brimeu | Ägidius von Berlaymont | Johann VI. von Nassau-Dietz | Wilhelm IV. zum Bergh | Adolf von Nieuwenaar | Moritz von Oranien-Nassau | Friedrich Heinrich von Oranien-Nassau | Wilhelm II. von Oranien-Nassau | Wilhelm III. von Oranien-Nassau | Wilhelm IV. von Oranien-Nassau | Wilhelm V. von Oranien-Nassau