Plärrer (Nürnberg)

Dieser Artikel befasst sich mit dem Nürnberger Plärrer, weitere Bedeutungen siehe unter: Plärrer
Plärrer, gesehen vom Spittlertorturm
Plärrer, gesehen vom Spittlertorturm

Der Plärrer ist ein großer, südwestlich vor der Stadtmauer gelegener Platz, und ist einer der wichtigsten Verkehrsknoten in der Stadt Nürnberg. Er befindet sich an der nordöstlichen Grenze des Stadtteils Gostenhof.

Das Wort Plärrer (ursprünglich Plerrer) leitet sich aus dem Mittelhochdeutschen ab und kommt vom sogenannten Plerre was soviel wie "Freier Platz" bedeutet. Im Mittelalter konnten Händler, die keine Konzession für die Märkte innerhalb der Stadtmauern hatten hier am Plärrer, (freien Platz) ihre Waren anpreisen.

Verkehr

Eisenbahnbrunnen zur Erinnerung an die erste deutsche Eisenbahn, 1890 zuerst am Plärrer in Nürnberg ausgestellt.
Eisenbahnbrunnen zur Erinnerung an die erste deutsche Eisenbahn, 1890 zuerst am Plärrer in Nürnberg ausgestellt.

Vom Plärrer fuhr am 7. Dezember 1835 als erste deutsche Eisenbahn die Ludwigseisenbahn nach Fürth, gezogen vom „Adler“. Nachdem im Jahr 1896 die Elektrische Straßenbahn eingeführt wurde, wurde der Pferdebahnbetrieb eingestellt. Zur Zeit der Pferdebahn fuhren zwei Linien den Plärrer an, mit der Einführung der Elektrischen Straßenbahn waren es 5 Linien. Nachdem die Ludwigseisenbahn 1922 auf Grund der Inflation nach dem Ersten Weltkrieg den Betrieb eingestellt hatte, wurde am 10. September 1927 die "Straßenbahn-Schnelllinie 31" eröffnet. Auf der Strecke Fürth Hauptbahnhof über Plärrer - Sterntor - Hauptbahnhof - Lorenzkirche - Plärrer und zurück nach Fürth benötigten die "Roten 31er" zwei Minuten länger als heute die U1.

In den 1930ern waren es schließlich 10 Linien, die den Plärrer anfuhren.

In den Kriegsjahren wurde der Plärrer zerstört. 1947 fuhren wieder die Straßenbahnen unter anderem in Richtung Fürth. Die 1972 in Betrieb genommene U-Bahnlinie U1 erreichte 1980 den Plärrer. Im Jahr 1984 startete vom Plärrer aus die U2 in Richtung Südwesten. Der mit dem Bau der U-Bahn verbundene Wegfall von Straßenbahnlinien hinterließ am Plärrer seine Spuren.

Im Gegensatz zum U-Bahnhof Hauptbahnhof ist der zweite Umsteigebahnhof als Richtungsbahnhof (selbe Richtung - selber Bahnsteig) konzipiert. Von den verbliebenen sechs Straßenbahnlinien Nürnbergs fahren noch zwei den Plärrer an: die Linien 4 und 6. Der Plärrer ist Ausgangspunkt der Buslinie 36, die vom Plärrer in Richtung Burgstraße und über den Rathenauplatz zum Doku-Zentrum fährt und dabei an einem der Großteil der Nürnberger Sehenswürdigkeiten vorbeikommt. Seit einigen Jahren versucht die VAG Nürnberg die Linie 36 als das Nürnberger Gegenstück zur Berliner Buslinie 100 zu vermarkten.

Bis zum Bau der Bundesstraße 4R führten die Bundesstraßen 2, 4, 8 und 14 durch das Nürnberger Stadtgebiet und trafen sich am Plärrer.

Bauwerke

Der "Plärrer-Automat" aus dem Jahr 1931 war eine futuristisch wirkende Wartehalle des Architekten Walter Brugmann. Der Begriff leitet sich von dem darin installierten, großen Imbiss-Verkaufsautomaten ab. Das im Stil der klassische Moderne gehaltene Bauwerk überstand den Feldzug der Nationalsozialisten gegen die Moderne und die Luftangriffe im Januar 1945 ohne Schaden. Der Plärrer-Automat wurde 1977 im Zuge des U-Bahn-Baues abgebrochen.
Am Plärrer befinden sich mit dem Nicolaus-Copernicus-Planetarium und dem Plärrer-Hochhaus zwei der wichtigsten Gebäude aus der Epoche des Wiederaufbaus Nürnbergs nach dem Zweiten Weltkrieg (Architekt Wilhelm Schlegtendal).

Quelle:
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