Pleochroismus

Cordierit
Cordierit

Als Pleochroismus (Trichroismus) bezeichnet man in der Mineralogie die „Mehrfarbigkeit“ (aus dem Griechischen: pléōn für mehr und chros für Farbe) von Mineralen bei Betrachtung aus unterschiedlichen Blickrichtungen. Die Mehrfarbigkeit äußert sich dabei entweder in einem kompletten Farbwechsel (Alexandrit - grün bei Tageslicht, rot bei Kunstlicht) oder in einer unterschiedlichen Farbtiefe (Smaragd - grün, blau u. blaugrün bis gelbgrün).

Pleochroismus tritt bei durchsichtigen, farbigen Steinen ebenso auf wie bei undurchsichtigen. Die Ursache dafür ist die ungleiche Absorption des Lichtes abhängig von der Ausbreitungsrichtung und der Polarisationsrichtung.

Der Dichroismus ist eine Sonderform des Pleochroismus mit genau zwei verschiedenen Färbungen. Er wurde von Peter Debye im Jahre 1939 entdeckt.

Die pleochroistischen Eigenschaften eines Minerals können mit Hilfe eines Dichroskops festgestellt und zur Bestimmung und Prüfung vor allem bei Schmucksteinen genutzt werden. Seine Wirkung auf die Farbtiefe ist vor allem für Edelsteinschleifer von Bedeutung bei der Auswahl des Schliffs, um zu dunkle oder helle (blasse) Farben zu vermeiden.

Theoretische Grundlagen und Begründungen dafür, ob ein solcher Effekt auftreten kann werden in einem Teilbereich der theoretischen Kristallographie abgehandelt.

Weitere Beispiele:

  • Andalusit - gelb, olivgrün, rotbraun bis dunkelrot
  • Benitoit - farblos, blau
  • Cordierit - gelb, blauviolett, blassblau
  • Malachit - farblos, gelbgrün, tiefgrün
  • Tansanit - purpur, blau, braun bzw. gelb

Literatur

  • Walter Schumann: Edelsteine und Schmucksteine. 13. Auflage. BLV Verlags GmbH, 1976/1989, ISBN 3-405-16332-3

Farbe heißt auf Altgriechisch "to chroma" und nicht, wie im Artikel angegeben, "chros".

Weblinks

Quelle:
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