Die Polanen waren der westslawische Urstamm Polens, dessen Namen das Land noch heute trägt. Die Namensgebung entstammt ihrem Ursprung: Polane war im Altweststlawischen die Bezeichnung für "Feldbewohner", also Bewohner bestellter Felder. In der modernen polnischen Sprache (und anderen slawischen Sprachen auch) heißt das Feld nach wie vor pole, der Begriff polana hingegen bezeichnet eine Lichtung in einem Wald.
Die Polanen siedelten sich wahrscheinlich etwa im 6. Jahrhundert im Zuge der Völkerwanderung zwischen den Flüssen Oder und Weichsel an. Ihre Hauptsiedlung war die heutige Stadt Gniezno. In der Folgezeit eroberten sie weitere Gebiete oder vereinigten sich mit anderen slawischen Völkern der Umgebung, so dass sie sich rasch zum mächtigsten Stamm der Region entwickelten. Aus den von ihnen kontrollierten Gebieten entwickelte sich dann im späten 10. Jahrhundert das Königreich Polen.
Die Fürsten der Polanen und später auch die ersten polnischen Könige stellten das Geschlecht der Piasten.