Die Pont du Gard ist eine römische Aquäduktbrücke im Süden Frankreichs, nahe der Ortschaft Remoulins im Département Gard. Die Aquäduktbrücke ist von beeindruckender Höhe und beinhaltet einen der am besten erhaltenen Wasserkanäle aus der Römerzeit in Frankreich. Die Pont du Gard zählt zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Südfrankreichs.
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Pont du Gard bedeutet übersetzt Brücke über den Gard, womit der heutzutage besser unter dem Namen Gardon bekannte Fluss gemeint ist, von dem sich auch der Name des Départements ableitet.
Die Aquäduktbrücke Pont du Gard war Teil eines fast 50 km langen Aquädukts, mit dem Wasser von den Quellen nahe Uzès zur römischen Stadt Nemausus (Nîmes) transportiert wurde. Die Brücke ist 49 m hoch und umfasst drei Etagen:
Auf der oberen Ebene verläuft die alte Wasserleitung, die 1,8 m hoch und 1,2 m breit ist und ein Gefälle von 0,4 Prozent aufweist.
Auf der unteren und mittleren Etage der Brücke befinden sich Arkaden aus etwa 61, bis zu 6 t schweren Keilsteinen. Die Pfeiler sind genau übereinander gebaut. So konnte eine zu große Belastung der Bögen verhindert werden. Von der Mitte ausgehend wird die Bogenspannweite zum Ufer hin immer kleiner.
Lange Zeit glaubte man, die Aquäduktbrücke sei um das Jahr 19 vor Christus erbaut worden. Neuere Ausgrabungen deuten allerdings auf eine Entstehung in der Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr. hin. Die Brücke wurde gebaut, um das Tal des Flüsschens Gardon zu überwinden. Etwa 20.000 Kubikmeter Wasser flossen nach der Fertigstellung täglich über den Aquädukt nach Nîmes. Der größte Teil der Wasserleitung (ca. ⅔) verlief indes nicht überirdisch, sondern musste in den Fels gehauen werden. In Nîmes selbst standen jedem Einwohner bis zu 400 l Wasser täglich zu. Das ist mehr als das Doppelte des heutigen Verbrauchs.
Der gesamte Aquädukt besaß ein durchschnittliches Gefälle von 25 cm/km. Das notwendige Gefälle der Wasserleitung betrug 34 cm pro km. Auf welche Weise die damaligen Baumeister eine derart exakte Berechnung angestellt haben, ist bis heute ungeklärt. Denn die Wasserleitung nach Nîmes hat insgesamt einen alles andere als geradlinigen Verlauf. Die Luftlinie zwischen Quelle und Ziel beträgt zwar nur 20 km, aber dazwischen befinden sich diverse Gebirgsformationen und man musste einen großen Umweg von über 50 km in Kauf nehmen. Trotzdem ist das Gesamtgefälle nicht höher als 17 Meter auf 50 km, und das, obwohl man beim Bau auch noch auf die besonderen baulichen Erfordernisse der einzelnen Teilstrecken Rücksicht nehmen musste. In Kurven musste beispielsweise die Fließgeschwindigkeit durch Verminderung des Gefälles gesenkt werden, damit das Wasser mit seiner Fliehkraft nicht zu weit nach außen drängte, was schwierige Sicherungsmaßnahmen erforderlich gemacht hätte.
Seit dem 4. Jahrhundert wurde die Pflege der Wasserleitung zusehends vernachlässigt, Ablagerungen füllten bis zu zwei Drittel des Wasserkanals. Im Laufe des 9. Jahrhunderts wurde der Aquädukt vollends unbrauchbar und die Menschen der Umgebung begannen, die Steine der Wasserleitung abzutragen und für andere Zwecke zu nutzen.
Bereits in mittelalterlicher Zeit und bis ins 18. Jahrhundert hinein wurde die Pont du Gard zudem als Straßenbrücke genutzt. Dazu wurden sogar die Pfeiler der zweiten Etage verjüngt, um den Verkehrsfluss zu erleichtern - eine wahre Herausforderung für die Stabilität des Baus! 1702 wurden die Pfeiler wieder instandgesetzt, und damit der Verkehr den Fluss überqueren konnte, ohne den römischen Bau weiter zu beanspruchen, entstand 1747 neben dem Aquädukt eine neue Straßenbrücke, die in Höhe der unteren Ebene des Aquädukts verläuft.
Die oberste Ebene der Brücke kann im Rahmen von Führungen betreten und der Fluss dabei durch die Wasserleitung (siehe Foto) überquert werden. Die Straßenbrücke wurde mittlerweile für den Autoverkehr gesperrt und ein Museum, ein Besucherzentrum und Parkplätze in der Nähe des Pont du Gard eingerichtet.
Die Aquäduktbrücke Pont du Gard wurde 1985 in die UNESCO-Liste des Welterbes aufgenommen.
Die Aquäduktbrücke Pont du Gard ist im opus quadratum (römische Quaderbauweise) errichtet, d. h. es wurden Kalksteine verwendet, die alle gleich hoch waren. Das Baumaterial bestand aus grobem, gelbem Muschelkalk, wobei kein Mörtel verwendet wurde: Die Steine werden gegeneinander durch den vorhandenen Druck und die dadurch entstehenden Reibkräfte zusammengehalten.
Für den Bau an diesem eindrucksvollen Monument standen den Bauarbeitern (ca. 1000 Männer arbeiteten drei Jahre lang daran) folgende Werkzeuge und Hilfsmittel zur Verfügung: Meißel, Schlegel, Winkel, Wasserwaage, Schaufel, Baukräne mit Flaschenzügen. Die Baukräne wurden von Männern angetrieben, die ähnlich einem Hamster im Rad liefen.
Überall am Mauerwerk ragen unregelmäßige Steine hervor, an denen bei der Konstruktion die Baugerüste verankert wurden. Man ließ sie nach der Fertigstellung stehen, um bei eventuellen Reparaturen sofort neue Gerüste anlegen zu können.
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