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Ein Premierminister (von frz. le premier - der erste) ist das oberste Mitglied des Kabinetts in einem parlamentarischen System und damit der Chef der Regierung. Die weibliche Form des Wortes ist Premierministerin.
Premierminister, in einigen Staaten auch Ministerpräsident/-in oder Staatsminister/-in genannt; in Deutschland und Österreich Bundeskanzler/in, stehen damit über den restlichen Ministern einer Regierung.
Anders als in dieser Bedeutung des Regierungschefs mit seinen weit reichenden Kompetenzen wird der Titel Premierminister/-in in manchen präsidentiellen Regierungssystemen (Beispiele: Peru oder Republik China) zur Bezeichnung eines Regierungsbeamten verwendet. Dessen Pflichten bestehen dann ausschließlich in der Umsetzung der Direktiven des Präsidenten sowie in der Administration der öffentlichen Verwaltung.
Eine „Zwischenform“ zwischen präsidentiellen und parlamentarischen Systemen ist das Semipräsidentielle Regierungssystem, in dem Staatsoberhaupt und „Regierungschef“ beide einen Anteil an der Regierungsführung haben.
Eine Situation in einem semi-präsidentiellen Regierungssystem, in der der Präsident und der Premierminister unterschiedlichen politischen Richtungen angehören, wird als Kohabitation bezeichnet.
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Der erste britische König aus dem Haus Hannover, Georg I. (1714-1727), hatte nur geringe Englischkenntnisse und verstand so die Kabinettsitzungen nicht. Daher überließ er seinem Ersten Minister, Sir Robert Walpole, mit dem er Französisch sprach, die Ausübung der Regierungsgeschäfte. Der Begriff Prime Minister wurde zwar nie verwendet, doch Walpole hatte sich während Georgs Amtszeit die Macht eines Regierungschefs angeeignet. Die Macht des Premierministers stieg unter den folgenden Monarchen weiter. Georg III. versuchte vergeblich, sie einzuschränken; gegen seinen Willen musste er vom Premierminister designierte Minister ernennen. Unter Königin Viktoria verfügte der Premier über ähnliche Kompetenzen wie heute.
In verschiedenen parlamentarischen Systemen, insbesondere dem Westminster-Modell, ist der Premierminister Regierungschef während der Staatschef im Wesentlichen zeremonielle Aufgaben innehat.
Premierminister gibt es auch in konstitutionellen Monarchien (wie zum Beispiel im Vereinigten Königreich und Australien), und in Republiken, in denen der Staatschef ein gewählter oder ernannter Beamter mit mehr oder weniger Machtbefugnissen ist. In einem präsidentiellen System hingegen steht der Präsident (oder seine Entsprechung) sowohl dem Staat als auch der Regierung vor.
In den einzelnen Staaten gibt es mehrere Möglichkeiten, Premierminister zu werden: