Prinzipalmarkt

Prinzipalmarkt Nr. 10, Historisches Rathaus
Prinzipalmarkt Nr. 10, Historisches Rathaus

Der Prinzipalmarkt ist ein Platz im westfälischen Münster. Der Name bedeutet Hauptmarkt, im Unterschied zu Roggenmarkt, Fischmarkt u.a. Der Prinzipalmarkt dokumentiert mit seinem Grundriss und der Bebauung die geschichtliche und bauliche Entwicklung des wirtschaftlichen und politischen Zentrums von Münster. Von der münsterschen Bevölkerung wird er auch als ihre „Gute Stube“ bezeichnet.

Wahrscheinlich an der Wende vom 13. zum 14. Jahrhundert entstand der den Prinzipalmarkt prägende Bogengang. Die Parzellenstruktur und die Gebäudeanzahl blieb, bis auf wenige Ausnahmen, seit etwa 1500 bis heute im Wesentlichen erhalten.

2006 erreichte der Prinzipalmarkt in der ZDF-Sendung Unsere Besten - Die Lieblingsorte der Deutschen den vierten Platz.

Inhaltsverzeichnis

Erscheinungsbild

Die heutige Grundrissform entstand um die Mitte des 12. Jahrhunderts im direkten Anschluss an den Dombezirk.

Das Erscheinungsbild der Prinzipalmarktbebauung wird durch gereihte Giebelhäuser geprägt. Eine Besonderheit daran ist, das kein Giebel dem anderen gleicht. Teilweise haben die damaligen Architekten sich an den anderen Giebeln Ideen geholt, dennoch hat jeder seine eigene Vorstellung umgesetzt und so dem Prinzipalmarkt seine Form gegeben. An der Nordseite wird der Platz durch den Turm der Lambertikirche abgeschlossen, an der Südseite durch den Stadthausturm. Wesentliches Gestaltungselemente sind die (auch beim Wiederaufbau) verwendeten Materialien (Baumberger Sandstein) und der Bogengang im Erdgeschoss der Häuser an der Ost- und Westseite des Prinzipalmarktes. Das bekanntestes Gebäude der Marktstraße ist das historische Rathaus.

Wiederaufbau nach 1945

Häuserzeile mit Bogengängen am Prinzipalmarkt
Häuserzeile mit Bogengängen am Prinzipalmarkt

Im Zweiten Weltkrieg wurden die meisten Gebäude des Prinzipalmarktes völlig, einige bis auf Keller und Erdgeschosslaube zerstört. Durch den etwa zwischen 1947 und 1958 erfolgten Wiederaufbau konnte der Prinzipalmarkt seinen Charakter als Ensemble in Form einer historischen Marktlage wahren. Zwar wurden viele Gebäude gegenüber dem Vorkriegszustand stark verändert, der Wiederaufbau erfolgte allerdings auf den alten Parzellen und unter Verwendung der ursprünglichen Materialien und Gestaltelemente.

Einkaufsmeile

Durchgängig seit dem 15. Jahrhundert lebten am Prinzipalmarkt hauptsächlich Krämer und Kaufleute. Viele Angebote des örtlichen Einzelhandels sind vor allem am Prinzipalmarkt in den historischen Kaufmannshäusern beheimatet.

Durch den Bau des Einkaufszentrums Münster Arkaden in den Jahren 2004 bis 2006 nur unweit des Prinzipalmarktes haben viele Kaufleute dort ausbleibende Kundschaft befürchtet. Jedoch wurden die Arkaden recht klein gehalten und die dortigen Ladenlokale zum Teil an münsteraner Kaufleute vergeben. Damit sollte vermieden werden, dass Münster das gleiche Schicksal wiederfährt wie Oberhausen (Centro) oder Hamm (Allee-Center), nämlich das „Aussterben“ der historischen Altstadt.

siehe auch: Prinzipalmarkt Nr. 5

Literatur

Die Lambertikirche begrenzt das nördlichen Ende des Prinzipalmarktes
Die Lambertikirche begrenzt das nördlichen Ende des Prinzipalmarktes
  • Roswitha Rosinski: Der Umgang mit der Geschichte beim Wiederaufbau des Prinzipalmarktes in Münster/Westf. nach dem 2. Weltkrieg. Bonn : Habelt, 1987, ISBN 3-7749-2230-6
  • Karl-Heinz Kirchhoff: Der Prinzipalmarkt mit Michaelisplatz, Gruetgasse, Syndikatgasse und Syndikatplatz. Münster : Aschendorff, 2001, ISBN 3-402-06643-2

Weblinks

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