Pseudogley, auch als Staugley, Staunässegley, nasser Waldboden oder gleyartiger Boden bezeichnet, ist ein Bodentyp, der durch einen Wechsel von starker Nässe und relativer Austrocknung geprägt ist. Er unterscheidet sich dadurch vom Gley, bei dessen Bildung (Vergleyung) Grundwasser im Bodenkörper steht.
Ursache ist meist ein verdichteter Stauhorizont im Untergrund, wie eine Tonlage, die die Versickerung von Schmelz- oder Niederschlagswasser hemmt. Normalerweise folgt unter einem humosen A-Horizont ein fahlgebleichter, teilweise schlieriger Stauwasserbereich, in der Pedologie als Sw-Horizont bezeichnet. In diesem ist das rückgestaute Wasser frei beweglich. Die darunter liegende, verdichtete Stausohle (Sd-Horizont) weist intensive Fleckung durch Eisen- und Mangankonkretionen und Schlierung auf. Die Konkretionen entstehen dann im angestauten Sickerwasser unter anaeroben Bedingungen, auch unter Beteiligung organischer Säuren. Pseudogley sind sauer und meist nährstoffarm, vornehmlich von Wald bestockt oder als Wiesenstandort genutzt. Für eine Ackernutzung sind umfangreiche Drainagemaßnahmen nötig. Ertragsausfälle oder -einbußen sind trotzdem nicht ausgeschlossen. In typischer Form entwickeln sich Pseudogleye aus Parabraunerden und Fahlerden als Endpunkt einer Bodenentwicklungsreihe. Die Vorkommen von Pseudogleyen in Mitteleuropa sind meist kleinflächig.