Der Rätikon ist eine Gebirgsgruppe der Ostalpen (Zentralalpen). Anteil am Rätikon haben die Länder Österreich (Bundesland Vorarlberg), Liechtenstein und Schweiz (Graubünden). Liechtenstein befindet sich vollständig innerhalb der Grenzen des Rätikon. Die Zugehörigkeit des Rätikon zu den zentralen Ostalpen ist allein geographisch bedingt. Große Teile des Rätikon bestehen aus Sedimentgesteinen (Kalksteinen). Aus geologischer Sicht ist der Rätikon somit den Nördlichen Kalkalpen zuzuordnen.
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Der Rätikon grenzt an die folgenden anderen Gebirgsgruppen der Alpen:
Verwall, Silvretta und Plessuralpen sind wie der Rätikon Gebirgsgruppen der Zentralalpen in den Ostalpen.
Glarner Alpen und Appenzeller Alpen sind Gebirgsgruppen der Westalpen.
Im Westen bildet der Rhein die Grenze von der Einmündung der Ill bei Feldkirch flussaufwärts bis zur Einmündung der Landquart beim gleichnamigen Ort. Dies ist gleichzeitig die Grenze zwischen den Ostalpen und den Westalpen. Im Süden bildet das Prättigau die Grenze von der Einmündung der Landquart in den Rhein flussaufwärts bis zur Einmündung des Schlappinbachs in die Landquart bei Klosters-Dorf. Im Osten verläuft die Grenze vom Schlappinerjoch entlang der Täler Schlappintal nach Süden und Valzifenz- und Gargellental nach Norden. Die Grenze im Norden wird vom Montafon und Walgau gebildet. Sie beginnt bei der Einmündung des Suggadinbachs in die Ill bei Sankt Gallenkirch und verläuft entlang der Ill bis zur Einmündung in den Rhein bei Feldkirch.
Das Schlappinerjoch verbindet den Rätikon mit der Silvretta. Sonst ist der Rätikon nur von Tälern umgeben.
Es besteht keine international anerkannte Einteilung der Alpen in Untergruppen. Die hier beschriebene Umgrenzung des Rätikon wie auch die Definition des Rätikon als eigenständige Untergruppe der Alpen entspricht der Sichtweise der Alpinisten und Touristen aus dem deutschsprachigen Raum (ohne die Schweiz), wie sie sich im Verlauf von vielen Jahrzehnten herausgebildet hat. In anderen Staaten des Alpenraums oder außerhalb sowie bei anderen Interessengruppen sind teilweise andere Einteilungen der Alpen und Umgrenzungen von Untergruppen gebräuchlich.
Der vergriffene Alpenvereinsführer Rätikon teilt die Gebirgsgruppe in die folgenden Untergruppen auf:
Die 10 höchsten Gipfel des Rätikon:
Im Rätikon gibt es knapp 300 benannte und mit Höhenkote versehene Gipfel. Zu den bekannteren gehören, geordnet nach der Höhe:
Gemäß Artikel 5 des Bundesgesetzes über den Natur- und Heimatschutz führt die Schweiz ein Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung.
Im Rätikon gibt es zur Zeit nur eine dieser Landschaften:
Naturschutzgebiet Gamperdonatal, B AT3415000 Natura 2000 Gebiet „Alpenmannstreu Gamperdonatal“
Im Vorarlberger Teil des Rätikon befinden sich die folgenden Hütten des Deutschen und des Österreichischen Alpenvereins sowie der Naturfreunde Österreich:
Im Liechtensteiner Teil des Rätikon befinden sich die folgenden Hütten des Liechtensteiner Alpenvereins:
Im Graubündner Teil des Rätikon befinden sich die folgenden Hütten des Schweizer Alpen-Clubs:
Die Hütten sind in der Regel von Anfang Juli bis Mitte September geöffnet. Es empfiehlt sich, bei den Alpenvereinen bzw. in den Talorten Erkundigungen zur aktuellen Situation in Bezug auf die Übernachtungsmöglichkeiten und die Verpflegung einzuholen.
Die Via Alpina, ein grenzüberschreitender Weitwanderweg mit fünf Teilwegen durch die ganzen Alpen, verläuft auch durch den Rätikon.
Der Rote Weg der Via Alpina verläuft mit sieben Etappen durch den Rätikon wie folgt:
Der Grüne Weg der Via Alpina verläuft mit einer Etappe, der ersten Etappe, im Rätikon wie folgt:
Die Rätikon Tour (Rätikontour) ist eine neuntägige Höhenumrundung des Rätikongebirges durch alle drei Anrainerstaaten. Sie verläuft auf der nördlichen Seite teilweise entlang des Rätikon Höhenweges (Rätikontour Nord), auf der Südseite entlang der Via Alpina (Via Alpina Retica). Die Wanderzeiten für die einzelnen Tagesabschnitte betragen zwischen drei und höchstens sieben Stunden. Die täglichen Anstiege betragen höchstens 650 m. Die Weitwanderung kann normalerweise von Anfang Juli bis Mitte Oktober begangen werden. Einzig in schneereichen Jahren mit kaltem Frühsommer kann sich der Saisonstart infolge verspäteter Schneeschmelze verzögern.
Im Juli 2005 wurde der erste Klettersteig im Schweizer Teil des Rätikon eröffnet. Der Sulzfluh Klettersteig führt durch die Südwand der Sulzfluh und ist von der Carschinahütte erreichbar. Der Steig ist nur während der Bergwandersaison geöffnet. Außerhalb dieser Zeiten werden die Seilstücke am Beginn und Ende des Steigs demontiert. Der Klettersteig wurde vom Bündner Bergführer Verband angelegt und hat den Schwierigkeitsgrad "schwierig". Die Einstiegshöhe ist 2320 m, die Ausstiegshöhe ist auf dem Gipfel der Sulzfluh mit 2817 m.
Dieser Führer ist seit einiger Zeit vergriffen. Eine Neuauflage ist zurzeit nicht in Sicht. Damit gibt es zumindest für den in Österreich und Liechtenstein gelegenen Teil des Rätikon zurzeit keine Gesamtdarstellung aus bergsteigerischer und touristischer Sicht.
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