| Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen finden sich unter Räuchern (Begriffsklärung). |
Das Räuchern oder bairisch Selchen ist ein Verfahren zur Konservierung von Lebensmitteln, vorwiegend von Fisch und Fleisch. Beim Räuchern werden die Lebensmittel über einen längeren Zeitraum dem Rauch von Holzfeuern ausgesetzt.
Der Rauch ist ein aus über 300 Komponenten zusammengesetztes Aerosol. Durch die unvollständige Verbrennung / Schwelen erfolgt ein durch Hitze hervorgerufener Abbau von Polymeren (Pyrolyse) harter Hölzer (Buche: Mehl / Späne): Cellulose, Hemicellulose und Lignin.
Der Rauch besteht aus einer Vielzahl gasförmiger Stoffe:
Der Rauch besteht neben den gasförmigen Stoffen aus nichtflüchtigen, partikulären Stoffen wie Asche, Ruß, Teer und Harzen.
Neben der Erhöhung der Haltbarkeit hat das Räuchern zum Zweck sensorische Eigenschaften wie die Farbe, den Geruch, den Geschmack und die Textur positiv zu beeinflussen.
Man unterscheidet drei unterschiedliche Verfahren.
Diese Form des Räucherns wird bei Rohschinken und Rohwurstwaren angewendet. Bezeichnungen wie „Land-“, „Bauern-“, werden in Österreich für Produkte, die kaltgeräuchert wurden, verwendet (österreichischer Lebensmittelcodex).
Geräuchert werden neben Fisch und Fleisch auch manche Käse, Gemüse, Eier oder Früchte, in Asien auch Tofu. Es gibt sogar Bier aus geräuchertem Malz, und auch schottischer Whisky wird aus geräuchertem Malz hergestellt.
Schüttung: Der Räuchervorgang ist in mehrere Phasen eingeteilt: Räucherphasen und Frischluftphasen. Für eine Räucherphase wird das Räuchermaterial (Smok) in die vorgesehene Lade der Räucherkammer „geschüttet“ und der Räuchervorgang durch Verglimmen des Smok eingeleitet. Der Vorgang wird während der Räucherung immer wieder wiederholt. (Je nach Fleisch-, Schinken-, oder Wurstart 3 bis 5 mal.)
Das Dielenräuchern ist eine originäre Form des Räucherns. Hier wird in einem großen Raum, wie auf der Diele der Rauch bodenständig von einem offenem Herdfeuer oder einem schwelenden Sägemehl erzeugt. Die Raumtemperatur auf der Diele wird nicht durch technische Vorgänge sondern durch Luftverbindungen zur Außenwelt und damit auch vom jahreszeitlichen Wettergeschehen bestimmt. Der Räuchervorgang kann 4 bis 5 Monate in Anspruch nehmen und eine weitere überjährige Reifezeit vorbereiten.
Siehe auch:
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