Ein Fahrradfahrer, kurz Radfahrer, schweizerisch: Velofahrer ist eine Person, die ein Fahrrad zur Fortbewegung verwendet.
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Benutzt ein Radfahrer den öffentlichen Verkehrsraum, so ist er als Verkehrsteilnehmer an die Bestimmungen der Straßenverkehrsordnung (StVO) hinsichtlich seiner Rechte, seiner Pflichten, seiner Fahrtüchtigkeit und der Verkehrssicherheit und Gebrauchstauglichkeit seines Fahrzeuges gebunden. Er ist im Sinne der StVO ein Fahrzeugführer.
Viele der aus der StVO und der zugehörigen Verwaltungsvorschrift (StVO-VwV) erwachsenden Rechte und Pflichten sind aber sowohl bei Radfahrern als auch bei anderen Verkehrsteinehmern umstritten. Hierzu zählen insbesondere die Radwegebenutzungspflicht und die zum Teil antiquierten Vorschriften zur Ausrüstung eines Fahrrades, insbesondere der Beleuchtung.
Nach der StVO und der StVO-VwV dürfen Radwege nur angelegt werden, wenn an einer Straße für den Radfahrer eine „besondere Gefahrenlage“ vorliegt. In der Praxis besteht allerdings bei der Benutzung von straßenbegleitenden innerörtlichen Radwegen häufig ein erhöhtes Unfallrisiko, sie wird daher von Radfahrern oft abgelehnt. Zudem werden Radwege oft von den zuständigen Behörden in Unkenntnis der tatsächlichen Vorschriften rechtswidrig als benutzungspflichtig ausgewiesen.
Siehe auch: Radweg
Bei den Vorschriften zur Ausrüstung wird von Radfahrern insbesondere die Vorschrift zur Beleuchtung heftig kritisiert: Der Gesetzgeber schreibt zum einen die Beleuchtung mittels eines Dynamos vor, zum anderen ist Beleuchtung auf 6 Volt / 3 Watt begrenzt. Radfahrer kritisieren hier, dass die als so genannte Seitenläufer ausgeführten Dynamos insbesondere bei Regen und Schnee enorm störanfällig sind und außerdem einen oft deutlich erhöhten Kraftaufwand erfordern. Moderne Akku-betriebene Lampen werden von vielen Radfahrern daher als praktischer und sicherer empfunden, sind aber nicht für alle Fahrradtypen zulässig. Weiter wird die zulässige Beleuchtung von Radfahrern einhellig als unzureichend und zu dunkel empfunden. Die Vorschriften hierzu datieren aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts. In dieser Zeit waren Kraftfahrzeuge oft mit recht lichtschwachen Karbidlampen beleuchtet, und man wollte durch die Vorschrift vermeiden, dass diese Lichter durch zu starke Fahrradbeleuchtungen übersehen werden. Heute ist die Lage genau umgekehrt: Kraftfahrzeuge fahren mit enorm starken Scheinwerfern, während Radfahrer zu per Gesetz zur Benutzung schwacher Beleuchtung gezwungen werden, obwohl moderne Technik eine adäquate Beleuchtung ermöglichen könnte.
Als Radsportler bzw. Velosportler wird ein Radfahrer bezeichnet, der Radsport betreibt, also systematisch trainiert und seine körperliche und fahrtechnische Leistungsfähigkeit mit sportlichem Ehrgeiz steigert.
Von jeher stellt vor allem das Wetter ein Hauptproblem für den Radfahrer dar. Im Gegensatz zu den Benutzern geschlossener Fahrzeuge ist er dem Wetter ungeschützt ausgesetzt. Zwar gibt es eine große Auswahl an speziellen Wetterschutzbekleidungen, jedoch müssen diese u.U. zusätzlich zur normalen Kleidung mitgeführt werden. Die folgenden Witterungseinflüsse machen dem Radfahrer Probleme:
Auch das Bewältigen von besonderen Geländeformen bereitet dem Radfahrer Probleme. Ein einmal in Bewegung versetztes Rad lässt sich in der Ebene leicht und effizient voran treiben.
Radfahren übt einen positiven Effekt auf den gesamten Organismus aus, insbesondere auf das Herz-Kreislaufsystem. Radfahren als Sport oder Freizeitbetätigung ist in praktisch jedem Alter möglich und auch für Menschen mit körperlichen Einschränkung oft die einzige durchführbare Sportart, da es sehr gelenkschonend ist. Im Gegensatz zum Laufen etwa müssen die Beine, Knie und Hüfte nicht das Körpergewicht tragen, da der Radfahrer ja sitzt. Ärzte empfehlen oft aus den oben genannten Gründen das Radfahren. Radfahren fördert die Fitness: Die körperliche Leistungsfähigkeit lässt sich mit Radfahren erhöhen (vgl. Radsport). Ebenso stärkt Radfahren das Immunsystem.
Das normale Radfahren hat keinerlei negative gesundheitliche Effekte. Allerdings sind solche Effekte möglich durch Nebenerscheinungen: Radfahren birgt im Unglücksfall ein erhebliches Verletzungrisiko. Sturztypische Verletzungen sind Läsionen oder auch Frakturen an Hand, Unterarm, Knien und im Bereich der Hüfte sowie der Schulter (Schlüsselbein). Bei Stürzen über den Lenker oder bei hoher Geschwindigkeit können schwere Kopfverletzungen auftreten.
Der Begriff Radfahrer wird auch im übertragenen Sinne, als Kritik ausdrückende Metapher für opportunistisches Verhalten im Berufsleben verwendet: Nach oben buckeln und nach unten treten. In dieser Bedeutung möglicherweise zuerst verwendet von Kurt Tucholsky: "... der untertänig und respektvoll nach oben himmelt und niederträchtig und geschwollen nach unten tritt, der Radfahrer des lieben Gottes ..." in seiner Rezension von Heinrich Manns Roman "Der Untertan" (Die Weltbühne. 15. Jg. 1919. Erstes Halbjahr. Nr. 13. S. 317-321.)
Welch ein ergiebiger Komödienstoff sich bei genauem Hinsehen erschließt, zeigt der Spielfilm-Klassiker „L'École des facteurs“ (Schule der Briefträger) von Jacques Tati aus dem Jahr 1947. Der durch den Landkreis radelnde Postbote und seine skurrilen Bekanntschaften sind ausgetüftelte, leicht daherkommende Hochkomik, die ohne viel Worte auskommt. Ebenfalls eine Komödie, aber viel biederere Hausmannskost-Unterhaltung bietet der deutsche Nachkriegsfilm „Immer diese Radfahrer“ mit Heinz Erhardt aus dem Jahre 1958. Doch auch in ernsten und tragischen Filmen fand das Sujet des Radfahrers Einzug: So etwa im neorealisitischen italienischen Filmklassiker Fahrraddiebe von Vittorio de Sica, der 2001 ein preisgekröntes chinesisches Remake als Beijing Bicycle erfahren hat.
Aus dem französischen Chanson der Nachkriegszeit ebenso wie aus dem Bereich des anglo-irischen Folk-Songs gibt es Lieder, die den erweiterten Bewegungsspielraum und das Erlebnis im Fahrtwind geradezu hymnische und zugleich lustvoll-humorige Seiten (Kampf dem Gegenwind, der Steigung, dem Sturz) abgewinnen. Beispiele bieten in den 1950ern Georges Brassens etwa und in den 1970ern die nordirische Gruppe Sands Family.
In der Literatur gibt es überwiegend einschlägige Reiseberichte von Leuten, die teils Nachbarländer, teils fremde Kontinente per Radreisen zu erobern unternahmen und zur Refinanzierung dann ein Buch über ihre Erlebnisse und Erfahrungen machten, meist in Ergänzung der entsprechenden Dia-Show. Fahrräder spielen auch eine große Rolle in Flann O'Briens Buch Der dritte Polizist.
| Wiktionary: Radfahrer – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen |
| Dieser Artikel oder Abschnitt weist folgende inhaltlich problematische Lücken auf: Es fehlen noch Abschnitte zu 1) Kostenspar-Potenzial durch Alltagseinsatz zur Erreichung des Arbeitsplatz; 2) STATISTISCHES über häufige Unfälle, deren Ursachen und Vermeidungsstrategien; 3) STATISTISCHES über Vorkommen diverser Farradtypen und Benutzergruppen in den unterschiedlichen Regionen und Ländern.
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