Rax

Dieser Artikel behandelt den Berg Rax in Niederösterreich, weitere Bedeutungen unter Rax (Begriffsklärung)
Rax
Rax von Osten (Zufahrt auf Payerbach)

Rax von Osten (Zufahrt auf Payerbach)

Höhe 2.007 m ü. A.
Lage Steiermark / Niederösterreich, Österreich
Gebirge Nördliche Kalkalpen
Geographische Lage 47° 41′ 21" N, 15° 41′ 20" O
Typ Plateauberg
Erstbesteigung 1. touristische Besteigung um 1575 durch den Botaniker Charles de l’Écluse[1]
Erschließung 1925 durch die Raxseilbahn
Normalweg Wanderung

Die Rax liegt in den Nördlichen Kalkalpen an der steirisch-niederösterreichischen Grenze.

Die höchste Erhebung des Kalkstocks ist die Heukuppe mit 2.007 m ü. A., welche in der Steiermark liegt. Die Scheibwaldhöhe ist mit 1.943 m die höchste Erhebung auf der Rax in Niederösterreich.

Das Raxalpengebiet gehört, gemeinsam mit der Schneealpe und dem Schneeberg, zum Einzugsgebiet der ersten Wiener Hochquellenwasserleitung. Vom Schneeberg ist es durch das Höllental getrennt. Schneeberg und Rax zählen zu den Wiener Hausbergen und sind die wesentlichen Berge der Rax-Schneeberg-Gruppe.

Durch die Raxseilbahn in Hirschwang, die die erste Seilbahn auf dem Gebiet der heutigen Republik Österreich war (Baubeginn 1925), ist das weitläufige Hochplateau der Rax ein leicht erreichbares Ausflugsgebiet und vor allem bei Wanderern aus Niederösterreich und Wien sehr beliebt. Die steilen Flanken des Plateaus können über eine Vielzahl von Klettersteigen in verschiedensten Schwierigkeitsgraden bezwungen werden. Viele dieser Steige sind vom Österreichischen Alpenverein und den Naturfreunden bereits Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut worden.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Raxalpe gilt auch als Geburtsstätte der Wiener Alpinschule.

Alpinhistorisch wichtig ist das Erscheinen des ersten Raxführers 1894, in dem der Autor Fritz Benesch den Versuch unternahm, mit einer „Vergleichsweisen Rangeinteilung der Steige nach ihrer Schwierigkeit“ die erste alpine Schwierigkeitsbewertung zu definieren. Diese Benesch-Skala hatte sieben Schwierigkeitsstufen, I war am schwierigsten, VII am leichtesten.[1]

Durch ein Lawinenunglück mit drei Todesopfern im Jahre 1896 wurde die Gründung des „Alpinen Rettungsauschusses Wien“ inspiriert, des ersten Bergrettungsdiensts der Welt.[1]

Die Rax war durch viele Jahrzehnte Refugium und Klettergebiet von Viktor Frankl. Mehrere Klettersteige sowie eine Straße in Reichenau tragen seinen Namen.

1926 wurde auf der Heukuppe ein Heldendenkmal errichtet, das an die im Ersten Weltkrieg gefallenen Mitglieder des Österreichischen Touristenklubs erinnert. 1956 wurde die Inschrift um die im Zweiten Weltkrieg Gefallenen erweitert.

1963 veröffentlichte Georg Kreisler das skurrile Chanson vom Max auf der Rax.

Schigebiet auf der Rax

Skigebiet Rax
Foto
Basisdaten
Anzahl der Liftanlagen: 2
Anzahl der Pistenkilometer: 14km
Tiefstgelegener Punkt des Skigebietes: 535 m ü. A.
Höchstgelegener Punkt des Skigebietes: 1.630 m ü. A.
Rax auf der Karte von Österreich
Rax
Rax
Die Rax auf der Karte von Österreich

Im Winter bietet die Rax – zusätzlich zur Seilbahn – durch einen am Hochplateau gelegenen Schlepplift ein kleines, für niederösterreichische Verhältnisse jedoch recht schneesicheres Skigebiet. Die Abfahrten im Skigebiet weisen den größten Höhenunterschied aller niederösterreichischen Skigebiete auf, wobei es sich dabei um keine präparierten Pisten handelt. Präparierte Pisten gibt es nur entlang des Schleppliftes. Weiters bieten Routen von der Bergstation über das Hochplateau Möglichkeiten zum Skitourengehen in einem relativ lawinensicheren Gebiet.

Wichtige Berghütten

Otto-Schutzhaus mit seinem Hausberg, dem Jakobskogel (1.737 m)
Otto-Schutzhaus mit seinem Hausberg, dem Jakobskogel (1.737 m)
Marterl und Habsburghaus
Marterl und Habsburghaus
  • Bergstation der Raxseilbahn
  • Otto-Schutzhaus
  • Gloggnitzer Hütte
  • Habsburghaus
  • Karl-Ludwig-Haus
  • Seehütte
  • Waxriegelhaus
  • Dirnbacher Hütte (offene Unterstandshütte, nicht bewirtschaftet)
Glockenblumen auf einer Wiese
Glockenblumen auf einer Wiese

Einige Wanderungen und Steige

  • Alpenvereinssteig: Großes Höllental – Ottohaus
  • Amaliensteig: Preiner Gscheid – Heukuppe
  • Bärenloch: Hinternasswald – Bärengraben
  • Bismarcksteig: Karl Ludwig Haus – Neue Seehütte
  • Brandschneide: Kaiserbrunn – Bergstation Raxbahn
  • Großes und kleines Fuchsloch: Preiner Gscheid – Heukuppe
  • Gaislochsteig: Großes Höllental – Dirnbacher Hütte
  • Göbl-Kühn-Steig: Waxriegelhaus – Neue Seehütte
  • Gamsecksteig: Nasskamm – Grasboden Alm
  • Gretchensteig: Preiner Gscheid – Karl-Ludwig-Haus
  • Großes Wolfstal (unmarkiert, Schiabfahrt!) Kaiserbrunn – Ottohaus
  • Großer Kesselgraben (Schiabfahrt!) Höllental – Gloggnitzer Hütte
  • Gsolhirnsteig
  • Gustav-Jahn-Steig: Verbindung Alpenvereinssteig – Ausstieg Gaislochsteig
  • Hans-von-Haid-Steig: Prein an der Rax – Preiner Wand
  • Hoyossteig: Großes Höllental – Rudolfsteig
  • Kaisersteig: Rehboden – Scheibwald
  • Karl-Kantner-Steig: Waxriegelhaus – Karl-Ludwig-Haus
  • Kontrußsteig: Reißtalerhütte – Waxriegelhaus
  • Peter Jokl Steig: Hinternasswald – Scheibwald
  • Preinerwandsteig: Prein an der Rax – Preiner Wand
  • Preintalersteig: Großes Höllental – Wachthüttelkamm
  • Reißtalersteig: Preiner Gscheid – Heukuppe
  • Rudolfssteig: Höllental – Klobentörl
  • Schlangenweg: Waxriegelhaus – Karl-Ludwig-Haus
  • Schüttersteig: Verbindungsstrasse Nasswald/Hinternasswald – Scheibwald
  • Seeweg: Ottohaus – Neue Seehütte
  • Teufelsbadstubensteig: Großes Höllental – Wachthüttelkamm
  • Törlweg: Knappenhof – Ottohaus
  • Wachthüttelkamm: Höllental – Ottohaus
  • Waxriegelsteig: Predigtstuhl – Waxriegelhaus
  • Wildes Gamseck: Nasskamm – Grasboden Alm
  • Wildfährte: Hinternasswald – Grasboden Alm
  • Zikafahnlsteig: Scheibwald – Habsburghaus

Quellen

  1. a b c Schall, Braun, Kapfenberger: SCHNEEBERG / RAXALPE, Verlag Kurt Schall, Wien 1989, ISBN 3-900533-04-0.
    Abschnitt Schneeberg und Rax – vorgestern und gestern von Karl Lukan

Weblinks

Commons
Commons: Rax – Bilder, Videos und Audiodateien
Quelle:
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