Die Reportagefotografie, der Fotojournalismus oder die Bildberichterstattung verwendet die Ausdrucksformen und Mittel der Fotografie, um Reportagen (von französisch reportage, siehe Reporter), das heißt Berichterstattungen über Hintergründe in Politik, Kultur, und anderen Bereichen von gesellschaftlichem Belang (z. B. Gerichtsverhandlungen, Unglücksfälle oder Verbrechen), zu illustrieren oder ausschließlich in bildhafter Weise darzustellen. Berichterstatter ist der Foto-Reporter.
Diese Art der Fotografie ist gekennzeichnet durch:
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Seit Beginn des 20. Jahrhunderts ist der Bildbericht ein integraler Bestandteil der Zeitungen und Magazine (Picture Post, Paris Match, Life, Sports Illustrated, The Daily Mirror (London), The Daily Graphic (New York)) und sprach so große Lesergemeinden der 30er bis 50er Jahre an.
In den USA ergaben die sozialdokumentarischen Arbeiten der Farm Security Administration 1935 - 1942 und ihrer Fotografischen Sektion geleitet von Roy Stryker ein erhebliches Archiv des Lebens jener Zeit (Sammlung der Fotos der Farm Security Administration).
1947 wurde die Agentur Magnum Photos gegründet, deren Mitglieder bis heute eine herausragende Position einnehmen.
Am Beginn der geschichtlichen Entwicklung der Fotografie war diese von der Überlegung getragen, ein möglichst realistisches Abbild der „wahren“ Umwelt zu erstellen. Dies ist schon allein deshalb nicht möglich, weil die Fotografie den dreidimensionalen Raum auf eine Ebene mit beschränktem Ausschnitt reduziert. Dies kann die Bildaussage des Motivs unter Umständen bis zur Karikatur verzerren. Dennoch werden fotografischen Bildern hoher Wahrheitsgehalt und große Glaubwürdigkeit zugedacht.
Der Reportagefotograf hat daher eine hohe ethische Verantwortung, wenn er sich nicht als ein Instrument der Propaganda verwenden lassen möchte.
Ebenso ist die Grenze zur Verletzung der Intimsphäre und einer reinen Befriedigung der Sensationsgier (beispielsweise durch die inzwischen im Metier der Fotografen verbreiteten Paparazzi) schnell überschritten.
Die Entwicklung transportabler, kleiner Kameras (z.B. Leica) und empfindlicher Filme ermöglichte seit Beginn des 20. Jahrhunderts die Aufnahme am Ort des Geschehens sowie die Erfassung bewegter Vorgänge. Dies revolutionierte auch die Berichterstattung von den Kriegen jener Zeit: Die Fotografie konnte das Grauen der tatsächlichen Kampfhandlungen und des alltäglichen Sterbens im Feld transportieren.
Heute hat die Digitalfotografie eine Vormachtstellung erobert und ermöglicht eine weitere Beschleunigung der Berichterstattung. Unter der im Vergleich zum Film noch leichteren Manipulierbarkeit dieser Fotos hat allerdings die Glaubwürdigkeit weiter gelitten.
Siehe auch National Geographic