Restklassenkörper spielen in verschiedenen Bereichen der Algebra und Zahlentheorie eine wichtige Rolle. In ihrer einfachsten Form sind sie die mathematische Abstraktion des Restes bei der Division durch eine Primzahl; in einer komplizierteren Fassung geben sie die lokale Struktur eines geometrischen Objektes in einem Punkt an.
Ist p eine Primzahl, so ist der Restklassenring
ein Körper, genauer ein endlicher Körper mit p Elementen. Er wird Restklassenkörper modulo p genannt und üblicherweise mit
bezeichnet; man beachte jedoch, dass es auch endliche Körper
gibt, die mit den jeweiligen Restklassenringen nichts zu tun haben.
Für weitere Details zu endlichen Körpern siehe endlicher Körper.
Ist A ein lokaler Ring mit maximalem Ideal
, so heißt der Faktorring
(der als Faktorring eines maximalen Ideals ein Körper ist) Restklassenkörper von A.
Ist K ein diskret bewerteter Körper mit Bewertungsring
und uniformisierendem Element π, dann bezeichnet man
als Restklassenkörper von K.
Ist X ein Schema und
ein Punkt, so heißt der Restklassenkörper des lokalen Ringes
der Restklassenkörper von X in x und wird häufig mit κ(x) bezeichnet.
Ist X ein Schema über einem Körper k, so sind alle Restklassenkörper von X Körpererweiterungen von k. Ist X / k lokal endlichen Typs und
ein abgeschlossener Punkt, so ist κ(x) eine endliche Erweiterung von k; dies ist im wesentlichen die Aussage des hilbertschen Nullstellensatzes.