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Revolutionärer Kampf

Den Namen Revolutionärer Kampf (RK) gab sich eine aus der antiautoritären Studentenbewegung von 1968 hervorgegangene informelle und undogmatische politische Organisation in Frankfurt am Main, die sich zuvor „Betriebsprojektgruppe“, (BPG Frankfurt), genannt hatte. Es handelte sich um einen intellektuellen Zirkel sozialistischer Studenten, die der Überzeugung waren, dass eine „Proletarische Revolution“ in Westeuropa notwendig sei und diese in Angriff nehmen wollten. Als erster Schritt zur Revolution müssten in Fabriken politisch aktive Betriebsgruppen gebildet werden, die aus Studenten und Arbeitern bestehen sollten. Damit grenzte sie sich von anderen Richtungen und Organisationen in Nachfolge der Studentenbewegung wie der KPD/ML ab, die in ihren Augen ohne jeden Kontakt zum Proletariat am Schreibtisch Lenin-Exegese und Marx-Philologie betrieben. Sie bildeten eine Betriebsgruppe bei den Opel-Werken in Rüsselsheim, die aber dort keinen nennenswerten Erfolg hatte, und sich nach kurzer Zeit weitgehend auflöste. Der RK erweiterte seine politische Tätigkeit außerhalb der Fabriken, eine Frauengruppe bildete sich zu feministischen Themen, um die Betriebsarbeit bei Opel kümmerte sich ein „Opel-Kollektiv“. Ab 1973 arbeitete der RK maßgeblich an der Frankfurter Sponti-Zeitung Wir Wollen Alles (WWA) mit, dessen erstes großes Thema der Frankfurter Häuserkampf war.

Bekannte Mitglieder des Revolutionären Kampfes waren der spätere Kabarettist Matthias Beltz, der mehrere Jahre bei Opel blieb und es bis zum Vertrauensmann brachte, der Gründer des Frankfurter Varieté-Theaters Tigerpalast Johnny Klinke, der Psychologe Reimut Reiche, sowie die Politiker Tom Koenigs, Daniel Cohn-Bendit und Joschka Fischer.

Literatur

  • Internationale Marxistische Diskussion, Heft No.3, Revolutionärer Kampf (BPG Frankfurt). 1.Untersuchung-Aktion-Organisation 2.Zur politischen Einschätzung von Lohnkämpfen, Merve Verlag, Berlin 1971
  • Genossen aus dem Opel-Kollektiv des RK:Die Mafia haut sich selbst k.o., Wir Wollen Alles, Nr. 25 (1975), S.5 ff.
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