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Das Rheinland entspricht hauptsächlich dem Gebiet der ehemaligen preußischen Rheinprovinz und erstreckt sich auf außerhalb von Westfalen-Lippe gelegene westliche Teilgebiete Nordrhein-Westfalens (NRW) und nicht-pfälzische Gegenden von Rheinland-Pfalz (RLP), im weiteren Sinne auch auf das bis 1920 rheinpreußische Gebiet der Deutschsprachigen Gemeinschaft (DG) im östlichen Belgien. Exakt lässt sich der Begriff heutzutage nicht definieren.
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Die alten Grenzen Rheinpreußens haben für den allgemeinen Sprachgebrauch einiges an Bedeutung verloren. Nur noch im Gebiet der engeren Auffassung, die das DG-Gebiet und das Saarland ausschließt, bezeichnen sich die Bewohner als Rheinländer. Die Identifikation mit dem Rheinland ist in der Kölner Bucht, wo keine andere vergleichbar gebräuchliche Regionalbezeichnung existiert, besonders ausgeprägt. In den übrigen Gegenden stehen andere Begriffe neben dem des Rheinlands.
Das Rheinische Ruhrgebiet, in dem sich der Landschaftsverband Rheinland mit dem Regionalverband Ruhr (RVR) überschneidet, sieht ein Teil der Einwohner nur als Glied der Rhein-Ruhr Region oder des Ruhrgebiets im Ganzen. Sehr viele Einwohner des rheinnahen Randes rechnen ihre Heimat durchaus dem Niederrhein, tendenziell auch dem gesamten Rheinland noch zu. Im Kreis Wesel, der trotz weitgehend fehlender Industriekulissen ebenfalls Mitglied des RVR ist, betrachten sich die Menschen üblicherweise aufgrund der Naturlandschaft und der Unterschiede in Dialekt und Mentalität weniger als Ruhrgebietler. Hingegen zeigt sich im Inneren des Ruhrgebiets an der Grenze zum Landschaftsverband Westfalen-Lippe (beispielsweise in Essen) ein anderes Bild: Die Meinung, zum Rheinland zu gehören, ist dort geringer verbreitet als im linksrheinischen Rheinhessen (mit Mainz als Zentrum) als ehemals hessisches Gebiet, das seit 1946 in das neue Bundesland Rheinland-Pfalz integriert ist.
Das Rheinland in Nordrhein-Westfalen grenzt im Norden und Westen an die Niederlande sowie im Südwesten an Belgien und im Osten an Westfalen. Der rheinland-pfälzische Teil grenzt im Westen an Belgien und Luxemburg, im Südwesten an das (früher ebenfalls zum Rheinland gezählte) Saarland und im Süden an das Nordpfälzer Bergland sowie die Vorderpfalz. Östlich stößt er an Hessen. Die höchste Erhebung des nordrhein-westfälischen Landesteils ist der in der Eifel gelegene Berg Weißer Stein mit 689 m. Der Erbeskopf im Hunsrück ist mit 816 m die höchste Erhebung des rheinland-pfälzischen Landesteils und damit des Rheinlandes insgesamt und auch der höchste deutsche Berg links des Rheins, der das Land von Südosten nach Nordwesten durchfließt. Zwischen Bingen und Bonn zerschneidet jener das Rheinische Schiefergebirge. Die die so genannte Norddeutsche Tiefebene begrenzende Mittelgebirgsschwelle verläuft östlich des Rheins am Unterlauf der Ruhr entlang, dann in südlicher Richtung ungefähr auf der Linie Mülheim an der Ruhr-Solingen-Bergisch Gladbach-Bonn, dann westlich bis nordwestlich in einem Bogen über Düren nach Aachen.
Bei der Bevölkerung des Rheinlandes handelte es sich ursprünglich um Franken, und zwar am Niederrhein um Niederfranken und weiter südlich um Rheinfranken, die auch als Ripuarische Franken bezeichnet werden. Die Moselfranken bildeten keinen eigenen Stamm. In Ortsnamen und Familiennamen wird die fränkische Herkunft noch deutlich. Linksrheinische Städte haben indes häufig lateinische Namen und verfügen über reichhaltige Funde aus der Römerzeit. Auf diese Epoche geht z. B. der Weinbau an Rhein, Mosel und diversen Nebenflüssen zurück. Ferner hinterließen die niedersächsischen Westfalen, die sich ebenso wie die Romanen mit den Franken vermischten, vor allem im Norden merkliche Spuren. Während der Katholizismus traditionell meistenteils überwiegt, leben im Bergischen Land, am nördlichen Niederrhein und im Südosten ebenfalls viele (mitunter auch mehrheitlich) Protestanten. In den Ballungsräumen gibt es zudem einen erhöhten Anteil von Muslimen.
NRW: Kleve, Wesel, Viersen, Heinsberg, Rhein-Kreis Neuss, Mettmann*, Rhein-Erft-Kreis, Rheinisch-Bergischer Kreis, Oberbergischer Kreis, Rhein-Sieg-Kreis, Euskirchen, Düren, Aachen; der Kreis Borken zählt zu Westfalen, die kreisangehörige Stadt Isselburg lag indes bis zur Auflösung des Kreises Rees 1975 im Gebiet des LVR.
RLP: Altenkirchen, Westerwaldkreis, Neuwied, Ahrweiler, Mayen-Koblenz, Rhein-Lahn-Kreis, Rhein-Hunsrück-Kreis, Cochem-Zell, Bernkastel-Wittlich, Vulkaneifel, Bitburg-Prüm, Trier-Saarburg, Birkenfeld**, Mainz-Bingen, Bad Kreuznach**, Alzey-Worms**
Die mit * markierten Kommunen sind zwar Mitglieder des LVR, jedoch gehören Teile ihrer Gebiete - wie beispielsweise Essen-Katernberg, Oberhausen-Osterfeld, Wuppertal-Langerfeld oder die rechts des Deilbachs liegenden Ortsteile von Velbert-Langenberg - historisch zu Westfalen.
Die mit ** gekennzeichneten Kommunen sind als Bindeglieder zur Pfalz nur bedingt rheinisch geprägt.
Die CDU-FDP-Landesregierung erwägt die Schaffung von drei neuen Regionalverwaltungen Rheinland, Ruhrgebiet, Westfalen und die Auflösung der heutigen fünf Regierungsbezirke und zwei Landschaftsverbände in NRW bis zur Mitte der nächsten Legislaturperiode (2012). Somit würden die Städte Mülheim, Essen, Duisburg, Oberhausen und vermutlich auch der Kreis Wesel nicht mehr verwaltungstechnisch zum ausschließlich rheinische Gebiete umfassenden Regierungsbezirk Düsseldorf 1) gehören, sondern zum neu entstehenden landesteilübergreifenden Regionalbezirk Ruhrgebiet, welcher neben dem rheinischen Ruhrgebiet auch die westfälischen Teile des "Reviers" mit Bochum, Dortmund etc. (heute in den Regierungsbezirken Arnsberg und Münster) umfassen soll. Die geplante z.T. umstrittene Reform wird zur Zeit in den betroffenen Gremien diskutiert.
1) würde entfallen, die südl. Gebiete des Regierungsbezirks kämen zum neuen gepl. Regionalbezirk Rheinland mit Verwaltungssitz Köln, die nördlichen Gebiete würden an den neuen gemischt "rheinisch-westfälischen" Regionalbezirk Ruhrgebiet fallen.
Im nördlichen Landesteil am Niederrhein, nördlich der Uerdinger Linie bzw. der Benrather Linie, herrscht der niederdeutsche Dialekt des Niederfränkischen vor. Die Gebiete südlich davon liegen im mitteldeutschen Sprachgebiet: Bis in etwa der Landesgrenze zwischen Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, genauer gesagt bis zur Vinxtbach-Linie wird der mittelfränkische Dialekt des Ripuarischen, auch als „kölsche Mundart“ bekannt, gesprochen, während es sich südlich dieser Linie um Moselfränkisch und im Mainzer Raum um Rheinhessisch, eine rheinfränkische Mundart, handelt.
Siehe auch
Besonders bekannt ist im Rheinland der Karneval, in dem sich der Frohsinn des Rheinländers ausdrückt. Besonders der Karneval in Köln und Düsseldorf ist auch überregional bekannt, ebenso die traditionelle „Feindschaft“ zwischen den beiden Städten, die sich unter anderem in ihren verschiedenen Karnevalsrufen („Alaaf“ für Köln, „Helau“ für Düsseldorf) sowie in Meinungsverschiedenheiten über den Geschmack der jeweiligen regionalen Biersorten (Alt in Düsseldorf, Kölsch in Köln) ausdrückt. In kleineren Städten und auf dem Lande wird der Karneval auch gefeiert, hier ist oft die ganze Bevölkerung an den traditionellen Umzügen beteiligt.
Ebenfalls traditionelles Brauchtum stellen die Schützenfeste am Niederrhein und darüber hinaus dar. Besonders das Schützenfest in Neuss ist aufgrund seiner hohen Teilnehmerzahl (über 6000 Aktive) bekannt.
Konrad Adenauer (1876-1967), Oberbürgermeister von Köln, erster Bundeskanzler der Bundesrepublik
August Bebel (1840-1913), Arbeiterführer, Mitbegründer der SPD
Ludwig van Beethoven (1770-1827), Musiker und Komponist
Joseph Beuys (1921-1986), bildender Künstler und Aktionskünstler
Hildegard von Bingen (um 1098-1179), u.a. Mystikerin und Medizinerin
Heinrich Böll (1917-1985), Schriftsteller; Nobel-Preisträger
Wolfgang Bosbach (* 1952), Politiker
Carl Bosch (1874-1940), Chemiker, Techniker und Industrieller
Max Bruch (1838-1920), Komponist und Dirigent
Hilde Domin (1909-2006), Schriftstellerin
Friedrich Carl Duisberg (1861-1935), Chemiker und Industrieller
Friedrich Engels (1820-1895), Politiker, Unternehmer, Philosoph und Historiker
Veronica Ferres (* 1965), Schauspielerin
Andreas Frege alias Campino (* 1962), Musiker
Heinz-Harald Frentzen (* 1967), Autorennfahrer
Joseph Frings (1887-1978), Kardinal und Erzbischof von Köln
Joseph Goebbels (1897-1945), NS-Propagandaminister
Gustaf Gründgens (1899-1963), Schauspieler, Theaterregisseur und Intendant
Johannes Gutenberg (um 1400-1468), Erfinder der Buchdruckkunst mit beweglichen Lettern
Heinrich Heine (1797-1856), Dichter und Schriftsteller
Konrad Henkel (1915-1999), Industrieller
Heidi Klum (* 1973), Fotomodell und Schauspielerin
Hans Knappertsbusch (1888-1965), Dirigent
Heinz-Georg Kramm alias Heino (* 1938), folkloristischer Schlagersänger
Else Lasker-Schüler (1869-1945), Schriftstellerin
Karl Marx (1818-1883), Philosoph (Begründer des Kommunismus)
Wilhelm Marx (1863-1946), deutscher Politiker und Reichskanzler
Wilhelm Marx (1851-1924), deutscher Kommunalpolitiker und Oberbürgermeister von Düsseldorf
Gerhard Mercator (1512-1594), Kartograf und Mathematiker
Klemens Wenzel Fürst von Metternich (1773-1859), österreichischer Staatskanzler und Außenminister
Willy Millowitsch (1909-1999), Schauspieler
Marius Müller-Westernhagen (* 1948), Musiker und Schauspieler
Günter Netzer (* 1944), Fußballer und Unternehmer
Lukas Podolski (* 1985), Fußballer
Stefan Raab (* 1966), Musiker, Entertainer
Friedrich Wilhelm Raiffeisen (1818-1888), Sozialreformer
Johannes Rau (1931-2006), Politiker (u.a. Bundespräsident, Ministerpräsident von NRW)
Thomas Rupprath (* 1977), Schwimmer
Jürgen Rüttgers (* 1951), amtierender Ministerpräsident von NRW, ehem. Bundesforschungsminister
Ferdinand Sauerbruch (1875-1951), Chirurg
Rudolf Scharping (* 1947), Radsportfunktionär und Politiker (u.a. ehem. Bundesverteidigungsminister, Ministerpräsident von RLP)
Ursula „Ulla“ Schmidt (* 1949), amtierende Bundesgesundheitsministerin
Michael Schumacher (* 1969), Autorennfahrer
Alice Schwarzer (* 1942), Frauenrechtlerin, Schriftstellerin und Herausgeberin der Zeitschrift EMMA
Hella von Sinnen, eigentlich Hella Kemper (* 1959), Fernsehunterhalterin und Komikerin
Hans-Hubert („Berti“) Vogts (* 1946), Fußballspieler und -trainer
Wim Wenders (* 1945), Regissuer
Isabell Werth (* 1969), Dressurreiterin