Richard H[ugh] Tilly (* 1932 in Chicago) ist ein Wirtschafts- und Sozialhistoriker und Universitätslehrer.
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Tilly studierte an der Universität von Wisconsin mit Sitz in Madison. Dort bestand er 1955 seinen Bachelor of Art in Geschichte. Anschließend leistete Tilly seinen Militärdienst, teilweise in Deutschland, ab. Nach Abschluss des Militärs setzte er seine Studien fort und reiste zu Forschungszwecken erneut nach Deutschland. Im Jahr 1965 promovierte er in Madison (Ph.D.) im Fach Wirtschaftswissenschaften. Promotionsthema waren Finanzierung und Industrialisierung im Rheinland. Anschließend unterrichtete er an verschiedenen Hochschulen in den USA (University of Michigan, Yale University). Seit 1966 war Tilly Lehrstuhlinhaber und Leiter des Instituts für Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Universität Münster. Daneben nahm er zeitweise Gastprofessuren in den USA an. Seit 1997 ist er emeritiert.
Richard H. Tilly Schwerpunkt ist die Industrialisierungsgeschichte, Fragen des industriellen Wachstums während der Frühindustrialisierung, Geld- und Bankengeschichte, aber auch Forschungen zu historischen Dimension von sozialen Protesten. Tilly ist Mitglied im Arbeitskreis für Bankengeschichte und der Gesellschaft für Unternehmensgeschichte. Tilly gehörte 1974 zu den Mitbegründern der Zeitschrift Geschichte und Gesellschaft und war in diesem Zusammenhang Herausgeber von Themenheften zur Industrialisierungsgeschichte. Seit den 1990er Jahren gibt er die Münsteraner Beiträge zur Cliometrie heraus.