Risikofaktor

Als gesundheitliche Risikofaktoren werden in der Medizin und in der Psychologie in der Person, ihrer Umgebung (ökologische F.) oder in ihrer Ernährung liegende ausgeprägte Faktoren bezeichnet, die eine Gefährdung für eine oder mehrere Krankheiten bzw. psychischen Störungen deutlich über das allgemeine Krankheitsrisiko hinausgehende Maß ansteigen lassen - beispielsweise für erhöhten Blutdruck (Hypertonie), Diabetes, Herzinfarkte, Krebs, Morbus Parkinson, Rheuma oder Depression.

Unterschiedliche Zahlen zur Bedeutung der Faktoren müssen sich zwangsläufig ergeben, wenn die Statistiken der Todesursachen oder Krankheitshäufigkeit in der BRD, der EU, für andere Länder oder weltweit (=WHO-Zahlen) berücksichtigt werden. Dabei geht es aber um das Risiko ganzer Bevölkerungsgruppen und nicht nur bei einer einzelnen Person.

Ein medizinischer Befund, ein Laborwert oder eine Verhaltensweise des Patienten wird dann als Risikofaktor bezeichnet, wenn sein Vorliegen zu einem statistisch nachweisbar vermehrten Auftreten einer Krankheit führt.

Risikofaktoren werden als Ergebnis der medizinischen Ursachenforschung bekannt und sie werden bei nahezu jeder Krankheitsbeschreibung angeführt. Damit soll unter dem Stichwort Prävention erreicht werden, dass individuell oder gesellschaftlich, Vorbeugungsmaßnahmen gegen die Krankheit unternommen werden. Beispiele: Sport, Wassernutzung, Immissionsschutzbestimmungen.

Ein Konsequenz aus der Erforschung der Risikofaktoren wäre: Sie sollten in der Gesundheitserziehung bereits in der Grundschule und dann unbedingt in allen weiteren Bildungsgängen wegen deren prägender Wirkung auf den Lebensstil berücksichtigt werden. Der Erfolg wäre individuell und gesellschaftlich erleb- und messbar.

Inhaltsverzeichnis

Zum Zeitfaktor

Je nach Ausprägung des Risikofaktors kann - muss es aber keineswegs zwangsläufig - es zu einem baldigen oder späteren Auftreten einer Krankheit kommen. Immer dann, wenn sich für ein Ereignis keine klare Einzelursache erkennen lässt, kann man versuchen, durch Herausarbeiten von Risikofaktoren der Ursache näher zu kommen.

Ein Risikofaktor ist dabei ein Einflussfaktor unter mehreren, also eine abgeschwächte Kausalität, zumal auch die Einwirkzeit berücksichtigt werden muss. Bei Vorhandensein mehrerer Risikofaktoren kann sich deren Wirkung gegenseitig deutlich verstärken (z.B. rauchende Diabetikerin nutzt hormonelle Schwangerschaftsverhütung und erhöht damit die Gefährdung ihrer Blutgefäße um ein Vielfaches). So ist das beispielsweise das Rauchen ein Hauptrisikofaktor für Lungenkrebs. Genetische Veranlagung, berufliche Exposition gegenüber Stäuben und gleichzeitiger Alkoholkonsum können das Risiko erhöhen.

Wenn man den Zeitfaktor, also die Dauer der Einwirkung des Risikofaktors, in die Betrachtung mit einbezieht, kann man beim Beispiel Rauchen allerdings auch fast von einer Ursache-Wirkungs-Beziehung sprechen: Man muss nur lange genug "warten", bis sich bei nahezu jedem Raucher ein Lungenkrebs entwickelt, es sei denn der Betroffene ist bereits vorher an einer anderen Krankheit verstorben. Auch in Tierversuchen mit Zigarettenrauch kann praktisch immer Lungenkrebs ausgelöst werden, wenn der Zigarettenrauch nur lange genug in einer gewissen Konzentration einwirkt.

Dennoch sind bei Risikofaktoren die Ursache-Wirkungs-Beziehungen nicht immer eindeutig.

Abschätzung der Folgen

Risikofaktoren können, müssen aber nicht, Krankheitswert haben.

Auch wenn man sich gesund fühlt, kann man Risikofaktoren ausgesetzt sein beziehungsweise in sich tragen. Das individuell vorhandene Ausmaß der Gefährdung lässt sich meistens nur mit den Mitteln der Epidemiologie beschreiben, jedoch nie individuell genau beziffern. Auf der individuellen Ebene sind Prognosen, methodisch betrachtet, eigentlich ein Kunstfehler. Es handelt sich dabei um einen Widerspruch zwischen Statistik und Ratschlägen zur individuellen Lebensführung (Gesundheitsberatung).

Es muss bei den Risiken zwischen Mitverursachung (auch im Sinne einer Begünstigung) oder alleiniger Ursache sowie der Frage unterschieden werden, ob Krankheit oder Todesfolge beeinflusst wird (Kofaktoren).

Im Jahr 2001 sind zum Beispiel weltweit schätzungsweise sieben Millionen Menschen an Krebs gestorben. Statistisch gesehen könnten von ihnen nach Majid Ezzati und Kollegen von der Harvard-Universität, Boston, USA 2,4 Millionen noch am Leben sein, wenn sie die folgenden neun Risikofaktoren vermieden hätten: Übergewicht, ungesunde Ernährung (wenig Obst und Gemüse, zu viele Fette), Bewegungsmangel, Rauchen, Alkohol, ungeschützten Geschlechtsverkehr, Luftverschmutzung (in Großstädten), Kohleheizung und kontaminierte (=verunreinigte) Injektionen.

Anteil der zehn Hauptrisikofaktoren an der Gesamtmortalität in Deutschland 2002:

Häufige Risikofaktoren

Die Liste häufiger Risikofaktoren ist verhältnismäßig kurz, diejenige der weiteren Risikofaktoren lang (s. u.).

Im Folgenden sind die häufigen Risikofaktoren alphabetisch aufgeführt. Es handelt sich dabei um jene, die zu den Hauptursachen vorzeitigen Sterbens zählen. Dies lässt sich aus Mortalitäts-Studien relativ einfach belegen. Nämlich: Adipositas, Kardio-metabolische Risikofaktoren, starker Alkoholkonsum, Alter, Bluthochdruck, fettreiche Nahrung verbunden mit erhöhtem LDL-Cholesterin, Gene (Vererbung, familiäres Risiko), Luftverschmutzung, Nikotin, anhaltender Stress, ungeschützter Geschlechtsverkehr und die Zuckerkrankheit. Soweit bekannt werden Grenzwerte und Prävention angesprochen.

Risikofaktor Adipositas

(Starkes) Übergewicht in Fachkreisen Adipositas genannt ist als Risikofaktor für die Entwicklung kardiovaskulärer Erkrankungen und Typ 2 Diabetes anerkannt. Aber das Risiko eine Herz-Kreislauferkrankung (Schlaganfall, Herzinfarkt etc.) zu erleiden, hängt nicht nur vom Ausmaß des Übergewichts sondern vielmehr auch vom Fettverteilungsmuster ab. Besonders nachteilig wirken sich Fettdepots im Bauchraum und an den inneren Organen aus. Dieses innere Bauchfett - unter Fachleuten auch „Intraabdominales Fett“ genannt – ist sehr stoffwechselaktiv. Es beeinflusst den Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel (Zuckerstoffwechsel), so dass Fettstoffwechselstörungen und Diabetes die Folge sein können. Erst in den letzten Jahren ist die Bedeutung dieses inneren Bauchfetts offensichtlich geworden. Das Risiko, dass sich Stoffwechselerkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes entwickeln, ist bei bauchbetontem Übergewicht deutlich höher.

Kardio-metabolische Risikofaktoren

Kommen zum Risikofaktor Adipositas noch die Risikofaktoren Diabetes (Zuckerkrankheit, s. u.), Fettstoffwechselstörungen (erhöhtes Cholesterin) sowie Bluthochdruck hinzu, besteht eine deutlich höhere Gefahr, im Laufe des Lebens eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu erleiden. Experten sprechen daher auch von kardio-metabolischen Risikofaktoren. Als weitere Risikofaktoren begünstigen Rauchen und Stress den Verschluss der Herz- und Gehirnversorgende Gefäße. Sowohl Raucher als auch Menschen mit hohem Druck oder Stress bekommen etwa dreimal häufiger einen Herzinfarkt als Nichtraucher bzw. Menschen, die sich nicht gestresst fühlen.

Risikofaktor Alkohol

Während geringer bis moderater Alkohol-Konsum von diversen Studien als Herz und Gefäße begünstigend nachgewiesen wurden, erhöht starker Alkoholkonsum nicht nur einer schwedischen Untersuchung zufolge das Krebsrisiko dramatisch. In einem Beitrag der Mediziner Lennart Hardell und Sören Sigvardsson heißt es, nach genauem Studium von "Alkoholikerlisten" aus den Jahren 1917-1977 ergebe sich für Frauen unter 45 ein um 80 Prozent erhöhtes Krebsrisiko als Folge von Alkoholmissbrauch. Generell steige es bei diesem Alkoholkonsum um durchschnittlich 60 Prozent.

Als verbreitete, legalisierte Alltags-Droge erzeugt Alkohol im psychiatrischen Sinne Sucht und macht sozial, psychisch und körperlich abhängig(Alkoholismus). Er zerstört damit die Lebensgrundlagen, weil eine Teilnahme am Familien- und Berufsleben verhindert wird. Neben-Folgen sind häufig Sekundärerkrankungen wie Leberschädigung, Infektionen oder Frakturen.

Ein weiteres Problem der Enthemmung durch Alkohol: Viele Alkoholtrinker/-innen sind "Toxomanen", die gleichzeitig Tabak u. a. Stoffe missbrauchen, so dass es im Einzelfall schwer sein mag, die krebserzeugende Wirkung für die Mundhöhle / den Rachen dem Alkohol oder dem Tabak zuzuordnen. Oft multiplizieren sich die schädlichen Einflüsse (Der Multipl.faktor kann höher sein).

Grenzwerte des Alkoholabbaus im Lebergewebe innerhalb 24 Stdn. sind bekannt und liegen unterschiedlich hoch für Frauen und Männer in der Leber-Kapazität begründet. (Dies hat wahrscheinlich etwas mit der hormonellen Steuerung des Leberstoffwechsels zu tun).

Risikofaktor Alter

Im fortgeschrittenen Alter sind bei den meisten - gerade bei gut ernährten - Menschen arteriosklerotische Veränderungen und Leistungsminderungen der inneren Organe vorhanden. Ausschlaggebend ist wahrscheinlich, wie lange welche ungünstigen Faktoren auf die Person eingewirkt haben. Diese Wirkung lässt sich methodisch bei der Einzelperson nur schwer von genetischen Faktoren trennen. Dieser als "normal" betrachtete Funktionsabbau wirkt in seiner Summierung und in Kombination mit zusätzlichen Risiken.

Weitere Funktionseinschränkungen der Organe sind in der Geriatrie vielfach beschrieben. Dabei ist eigentlich nicht das Alter sondern die jeweilige Nutzung in den Vorjahren und Schädigungen bei der Zellteilung verantwortlich.

Die Grenzwerte des Alters sind umstritten. Zur Zeit geht man von einer deutlichen Erhöhung der Krankheitsrisiken ab dem 85. Lebensjahr aus. Davor liegen allerdings krankheitsspezifisch aber bereits unterschiedliche Erkrankungsraten der verschiedenen Organsysteme, die mit dem Lebensalter korrelieren. Ein wichtiger Ausdruck in diesem Zusammenhang ist die Multimorbidität im Alter (das gleichzeitige Auftreten mehrerer Krankheiten).

Nicht vergessen werden darf in diesem Zusammenhang, dass die durchschnittliche statistische Lebenserwartung einen anderen Begriff als der Risikofaktor Alter darstellt. Das Alter spiegelt sozusagen nur die Anhäufung verschiedener Risiken wider.

Nicht vergessen: Das Leben ist eo ipso (aus sich heraus) lebensgefährlich/tödlich.

Risikofaktor Bluthochdruck

Bluthochdruck ("arterielle Hypertonie"), schädigt die Gefäße, die Blutpumpen in beiden Herzhälften und trägt zur Arteriosklerose bei. In vielen Organen können Folgeschäden auftreten, so beispielsweise Angina Pectoris, Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenversagen und Augen-Schäden.

Weiteres zur essentielle Hypertonie, sekundäre Hypertonie und den Grenzwerten für den Blutdruck bei den Stichworten.

Risikofaktor fettreiche Nahrung, erhöhtes LDL-Cholesterin

Ein erhöhter LDL-Cholesterinspiegel ist Hauptrisikofaktor bei etwa der Hälfte aller Patienten mit Herz-Kreislauf-Krankheiten (zum Beispiel Herzinfarkt, Schlaganfall). Sowohl Lebensstil als auch die genetische Veranlagung spielen dabei eine Rolle.

Exakte Grenzwerte sind umstritten. Nicht jedoch, dass ab einer bestimmten noch verträglichen Bandbreite mit Folgeschäden zu rechnen ist. Nach einer israelischen Langzeitstudie haben Männer mit leichtem Übergewicht (BMI von 25 bis 27) deutlich bessere Aussichten auf Langlebigkeit als Fettsüchtige mit einem (BMI mehr als 30) bzw. stark Übergewichtige (BMI über 27) oder Untergewichtige bzw. Schlanke. Aus dieser Beobachtung an 10 000 Männern über 40 Jahre ziehen die Forscher die Schlussfolgerung, dass der bisherige Grenzwert für Übergewicht, der Körpermasseindex (BMI), evtl. etwas nach oben korrigiert werden muss.[2]

Prävention durch fettarme Nahung, hohe Obst- und Gemüseanteile in der Ernährung und viel Bewegung (z. B. durch Arbeit oder altersgemäßen Sport) sind Konsens.

Risikofaktor Gene, Vererbung, familiäres Risiko

Ist der Vater vor dem 55. Lebensjahr oder die Mutter vor dem 65. Lebensjahr an einem Herzinfarkt oder Hirnschlag erkrankt oder verstorben, haben auch die leiblichen Kinder ein erhöhtes Risiko dazu.

Bei vielen Erkrankungen ist bisher der Anteil von genetischen und körperlichen und psychischen Faktoren von verhaltensbedingten und umweltbedingten Risikofaktoren nicht nachweislich abzugrenzen.

Risikofaktor Luftverschmutzung

Vor allem in größeren Städten und in der Nähe von Industrieansiedlungen ist die Atemluft mit Umweltgiften belastet, die im Verdacht stehen, Krebserkrankungen auszulösen. Hierbei handelt es sich neben Schwermetallen vor allem um Schwefeldioxide und Stickoxide. Für einige Substanzen wurden bereits Grenzwerte festgelegt, bei deren Überschreitung gesundheitliche Risiken befürchtet werden. Allerdings konnten sich die Experten noch nicht darüber einigen, welchen Einfluss eine dauernde Exposition geringerer Schadstoffkonzentrationen hat. Hierzu haben norwegische Forscher in einer 2003 veröffentlichten Studie über eine Langzeituntersuchung mit über 16.000 norwegischen Probanten neue Erkenntnisse gewonnen: Sie konnten nachweisen, dass Männer, die in Regionen mit starker Luftverschmutzung leben, ein höheres Lungenkrebsrisiko haben.

Siehe weiter bei: Das Abstract der genannten Studie, Luftverschmutzung, Luft, Pulmologie, Ökologie

Risikofaktor Nikotin

Nikotin schädigt das Endothel, die innere „Tapete“ der Atem- und Blutgefäße. Außer der direkten Wirkung auf die Atmung und die Atmungsorgane trägt Nikotin und Teer über die Blutbahn Risikofaktoren in den gesamten Körper. Es wirkt also systemisch. Blutfettspiegel und Blutdruck z. B. werden ungünstig beeinflusst. Die Krebshäufigkeit fast aller Organe steigt.

Mit dem Rauchen aufzuhören ist bereits nach 5 Jahren eine äußerst wirksame Maßnahme zur Senkung des Risikos für Herzinfarkt und Hirnschlag.

Allerdings kann eine Zellentartung bereits langfristig zur Entstehung eines Tumors vorliegen. Grenzwerte dazu sind umstritten. Für die Krebsentstehung wird bereits eine nicht bezifferbare geringste Schädigungsmenge des Erbguts angenommen. Daher auch die Debatte um das Passivrauchen.

Es gibt einen Hinweis auf: Starkes Rauchen schädigt bei Frauen die Gebärmutter und schmälert die Chancen auf eine Schwangerschaft. [3]

Risikofaktor Stress

Wichtiger als der messbare Stress scheint die Reaktion eines Menschen auf den Stress zu sein. Wer häufig wütend oder ärgerlich reagiert, hat ein fünfmal höheres Risiko für einen Herzinfarkt vor dem 55. Lebensjahr. Ebenfalls gefährdet sind Personen mit einer feindseligen und zynischen Einstellung gegenüber ihrer Umwelt. Eine Reduzierung der Körperabwehr-Kräfte wird diskutiert.

Bei Wut und Ärger werden Adrenalin und andere Stress-Hormone freigesetzt, was die Arterien sich verengen lässt und den Puls und Blutdruck erhöht. Für jemanden, der über lange Zeit zu viel "Stress" hat und diesen nicht reduzieren will oder kann, ist es besonders wichtig, die anderen Risikofaktoren zu kontrollieren und sonst einen gesunden Lebensstil zu pflegen. Vgl. die Diskussion über biologischen Stress u. a. nach Lazarus.

Grenzwerte sind durch die unterschiedlichen Erfassungsmethoden z. T. umstritten. Jedoch sind psychologische Instrumente zur Lebenszufriedenheit, bzw. zur Diagnose der Depression recht treffsicher.

Risikofaktor ungeschützter Geschlechtsverkehr

Geschlechtsverkehr ohne Kondom mit wechselnden Partnerinnen und Partnern erhöht das Risiko für Gebärmutterinfektionen (Zervixkarzinom) und für Geschlechtskrankheiten - insbesondere für das immer noch unheilbare AIDS und Hepatitis B und C.

Risikofaktor Zuckerkrankheit

70 % aller Typ-2-Diabetiker (die in höherem Lebensalter auftretende, schleichend beginnende Form) sterben an einer Herz-Kreislauf-Krankheit. Beim Diabetes und dem metabolischen Syndrom ist neben dem Zucker- häufig auch der Fettstoffwechsel gestört. Die meisten Betroffenen leiden oft gleichzeitig an Übergewicht, Durchblutungsstörungen und hohem Blutdruck. Ein Zusammenhang mit Morbus Alzheimer wird diskutiert.

Grenzwerte sind bekannt (Dt. Leitlinie, EBM).

Prävention durch hohe Obst- und Gemüseanteile als protektive Faktoren in der Ernährung, häufigere kleine Mahlzeiten, Kalorienreduktion und viel Bewegung (z. B. altersgemäßer Sport) sind Konsens.

weitere (umstrittene) Risikofaktoren

  • Risikofaktor weitere Drogen

Illegale harte Drogen erzeugen im psychiatrischen Sinn Sucht und machen sozial, psychisch und körperlich abhängig (Verlust der Selbständigkeit in der Lebensführung). Sie zerstören die Lebensgrundlagen, weil sie eine Teilnahme am Familien- und Berufsleben verhindern. Folgen sind häufig Beschaffungskriminalität und Sekundärerkrankungen wie Infektionen oder Frakturen.

Statistisch ist das Risiko wegen ihrer geringen Verbreitung (zum Beispiel Heroin, Ecstacy, Opium) zwar gering. Regional oder individuell kann das aber sofort ganz anders aussehen.

Allerdings ist dieses Risiko den Konsumenten auch meistens bewusst. Grenzwerte je nach Droge und Organsystem.

  • Risikofaktor Homocystein, Vitaminmangel

Homocystein ist ein möglicher Risikofaktor für Arteriosklerose, Infektionen und Krebsgenese. Bei einseitiger Ernährung mit zu wenig Folsäure und anderen Vitaminen oder durch genetische Defekte kann das Homocystein im Blut ansteigen.

In den USA werden deshalb dem Mehl größere Mengen Folsäure zugesetzt. In Deutschland sind Bestrebungen im Gange, diesem Beispiel zu folgen. Folsäure ist natürlicherweise unter anderem reichlich in Vollkorn-Produkten, Blattgemüsen und Nüssen enthalten.

  • weitere Begriffe vgl.

Inzidenz, Prävalenz Morbidität, Mortalität

Begriff - andere Meinung

Bedingt durch die Entstehungsgeschichte dieses Beitrags gilt es, auch eine andere Meinung zu berücksichtigen. Sie sieht in Risikofaktoren keine "abgeschwächte Kausalität", sondern nur eine Korrelation. Demnach sei eine Einflussgröße solange ein Risikofaktor, solange sie nicht als Ursache dingfest gemacht wird: reines Cholesterin erzeugt im Tierversuch weder Arteriosklerose noch Herzinfarkt.

Der Risikofaktor Cholesterin ist nicht der Grund für einen Herzinfarkt. Das Wort "Risikofaktor" werde als mögliche Einflussgröße verstanden, demgemäß sei Rauchen ein gesicherter Grund für Lungenkrebs und kein "Risikofaktor". Weitere Kritik bezieht sich auf das Konzept als Ganzes. Der Mediziner Uwe Heyll meint, dass die aufwendigen epidemiologischen Untersuchungen, die zur Feststellung von Risikofaktoren erforderlich sind, nur mit einfachen, leicht messbaren Parametern durchführbar sind. Komplexe Zusammenhänge lassen sich auf diese Weise nicht abbilden.

Siehe auch

zur medizinischen und psychologischen Forschung:


zur Gesundheits-Organisation:

zur Statistik:

zu weiteren (nicht so oft auftretende) Risikofaktoren:

Literatur

  • Comparative Risk Assessment Projekts
  • Disease Control Priorities Project (NIH-Sponsor) - http://www.fic.nih.gov/dcpp/
  • Heyll Uwe : Risikofaktor Medizin, Ullstein 1993, ISBN 3-548-36623-6 (Nutzt das Wort in einem anderen Sinn, doppeldeutig)
  • Lancet: Mehr als ein Drittel aller weltweiten Krebserkrankungen ist auf neun modifizierbare Risikofaktoren zurückzuführen. Das rechnen Epidemiologen der Harvard Universität im Lancet (2005; 366: 1784-1793) vor.
  • Majid Ezzati - http://www.hsph.harvard.edu/faculty/MajidEzzati.html
  • Im New England Journal of Medicine (NEJM 2005; 353: 2158-2168) zeigen sie, dass z. B. bereits ein minimales Screening-Programm auch in Entwicklungsländern viele Zervixkarzinome verhindern würde.
  • S Sigvardsson; L Hardell; T R Przybeck; R Cloninger: Increased cancer risk among Swedish female alcoholics. In: Epidemiology: March 1996, Volume 7, Issue 2. Published by Lippincott Williams & Wilkins.
  • S Sigvardsson; L Hardell; u. a: Cancer risk among Swedish female alcoholics by age, birth cohort and severity of alcoholism. In: European Journal of Cancer Prevention: Volume 9 - 2000. Published by Lippincott Williams & Wilkins.
  • Steinhagen-Thiessen E., Borchelt M. (1996): Morbidität, Medikation und Funktionalität im Alter. In: Die Berliner Altersstudie (Hrsg) Mayer K.U., Baltes P.B. Akademie Verlag GmbH, Berlin.
  • Stamatiadis-Smidt, Zur Hausen (Hrsg): Thema Krebs. Fragen und Antworten DKFZ KID. Springer, Berlin. 440 Seiten. Neuauflage 1998 von Stamatiadis-Smidt, Sellschopp (1993). ISBN 3-540-64353-2 .
  • Thun MJ, Peto R, Lopez AD, u. a: Alcohol consumption and mortality among middle-aged and elderly U.S. adults. In: N Engl J Med 1997;337:1705-14.

Zitate, Zeitungsartikel, Quellenangaben

  1. Quelle: WHO, Zitiert nach: "Jeder Vierte stirbt an den Folgen einer Hypertonie", Forschung und Praxis 445/07, S. 5, Beilage der Ärzte-Zeitung
  2. Forscher des Hadassah-Krankenhauses in Jerusalem nach einer dpa-Meldung vom 4. Januar 2007 - dpa
  3. Laut einer Studie sinkt die Erfolgsquote so genannter Eizellspenden von 50% auf ca. 30% bei insgesamt 785 Raucherinnen (mehr als 10 Zig./die). Keiner der Väter sei Raucher gewesen. Diese Risikogruppe umfasste 44 Frauen - also method. Zeifel möglich. Dies ist nur ein erstmaliger Nachweis eines solchen Zusammenhangs. Von Forschungsgrruppe um Sérgio Soares vom IVI-Institut in Lissabon In: Human Reproduction 2006

Weblinks

Quelle:
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