Robben Island (oder afrikaans: Robbeneiland) ist eine ehemalige Gefängnisinsel vor der Atlantikküste Südafrikas, etwa zwölf Kilometer vor Kapstadt. Von der Insel hat man einen weiten Blick über die Tafelbucht. In der Mitte der 1990er Jahre wurde sie zu einem Natur- und Nationaldenkmal und das Gefängnisgebäude zu einem Museum gestaltet. Die Führer sind ausschließlich ehemalige Häftlinge.
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Die 547 Hektar große Insel Robben Island liegt in der "Table Bay" im Westen der Küste Bloubergstrand und 60 Kilometer nördlich des Kap der Guten Hoffnung. Der kalte Benguela-Strom aus dem Südatlantik sorgt für gemäßigte Temperaturen des umgebenden Landes und ließ am Meeresgrund und der Steilküste eine bunte Kaltwasser-Flora entstehen. Unter Freunden des Schnorchelns ist sie und das nahe Smits Riff ein beliebter Urlaubsort. Die meisten Niederschläge fallen in Südafrika in den Sommermonaten, am westlichen Kap hingegen auch im Winter. Deshalb wurde auf Robben Island schon 1865 ein großer Leuchtturm errichtet.
Das Eiland auf 34° südlicher Breite misst 4,5 mal 1,5 km und ist ein natürlicher Lebensraum für Antilopen, Springböcke, Seehunde und Pinguine. Hier nistet außerdem die größte Möwenkolonie der südlichen Hemisphäre. Ihre eigentliche Berühmtheit verdankt es aber dem Gefängnis und Nelson Mandela, der hier zwei Jahrzehnte als Häftling in einer 6m² großen Einzelzelle verbrachte.
Robben Island wurde schon im 16. Jahrhundert - bald nach der Entdeckung durch England bzw. Holland - als Sträflingskolonie benutzt und in den Steinbrüchen ein gutes Schiefer-Baumaterial für das "Fort of Good Hope" abgebaut. Diesen Stützpunkt bei Kapstadt errichteten die Holländer im Auftrag der Ostindischen Handelskompanie und zur Versorgung der Schiffe, nachdem sich die Engländer gegen eine Kolonie am Kap der Guten Hoffnung entschieden hatten. Der Kaufmann Jan van Riebeeck landete am 6. April 1652 in der malerischen Bucht unter dem Tafelberg mit 82 Männern und acht Frauen, die Obst und Gemüse anbauten und das Fleisch von den Eingeborenen eintauschten. Man internierte hier aber schon früh auf der Insel Robbeneiland Aufständische des Stammes der Khoikhoi (Hottentotten).
Um 1658 kamen die ersten Malayen als Plantagenarbeiter an, die hier später durch interkulturelle Ehen den Grundstock der "Farbigen" bildeten. Unter dem Sufi-Imam Shaykh Yusuf (im Aufstand 1694 nach Südafrika deportiert) durfte der Islam am Kap ausgeübt werden. Um 1785 wurde mit Tuan Guru erstmals ein prominenter Moslem auf Robben Island verbannt, konnte aber 10 Jahre später Imam werden.
Zwischen 1795 und 1806 eroberte England die Kapkolonie und schaffte 1834 die Sklaverei ab. Vor dem 2. Weltkrieg errichteten die Engländer auf Robben Island eine Militärbasis und machten sie 1961 wieder zur Gefangeneninsel, bis das Gefängnis 1994 aufgelöst wurde und Anfang 1997 für Besichtigungen freigegeben wurde. Doch darf nicht jede Reiseagentur auf der Insel anlegen.
Da Kapstadt schon früh dicht besiedelt war, hatte die vorgelagerte Insel als ausbruchsicheres Gefängnis eine ideale Lage. Fluchtversuche waren wegen der Entfernung zum Land und der kalten, gefährlichen Strömung praktisch aussichtslos. Ab 1961 internierte man hier vor allem politische Gefangene, aber auch Kriminelle.
Wenig bekannt ist die Tatsache, dass die Insel bis in das 20. Jahrhundert hinein auch als Lager für Aussätzige, hauptsächlich die Leprakranken der Kapkolonie benutzt worden ist, die hier in isolierten Dörfern lebten.
Mit dem Erstarken der Anti-Apartheid-Bewegung wurde Robben Island zum berüchtigsten Gefängnis Südafrikas für politische Häftlinge. Bei harter Arbeit im Steinbruch waren sie oft nur unzureichend gekleidet und mussten anfangs auf dünnen Strohmatten am kalten Steinfußboden schlafen. Im Jahre 1971 schafften es die Gefangenen nach Streiks und Protesten, humanere Bedingungen durchzusetzen und durften nun sogar in der Haft studieren. Den Hauptanteil daran hatte Nelson Mandela - der ANC-Rebellenführer und später so bewunderte Friedens-Politiker, der 18 Jahre lang auf Robben Islang in Haft war. Er nützte seine Freizeit für die eigene Fortbildung und rief auch seine Mitgefangenen dazu auf, die den Ort in den siebziger Jahren auch Mandela University nannten. Der erste Teil der Memoiren "Long Walk to Freedom" (Der lange Weg zur Freiheit) entstand hier, und 1994 nahm Mandela als erster schwarzer Präsident Südafrikas elf seiner ehemaligen Mithäftlinge in seine Regierung auf.
Heute ist Robben Island eine nationale Gedenkstätte, ein vielbesuchtes Museum und seit 1999 auch Weltkulturerbe der UNESCO. Für einen Besuch, der nur im Rahmen geführter Touren möglich ist, benötigt man einschließlich der jeweils halbstündigen Katamaranboot-Überfahrt dreieinhalb Stunden. Die Touren beginnen am Nelson Mandela-Gateway an der Waterfront von Kapstadt.
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