Rochus Friedrich, Graf zu Lynar (* 16. Dezember 1708 in Lübbenau; † 13. November 1783 in Lübbenau) war ein Diplomat im Dienste der dänischen Krone.
Graf Rochus Friedrich stammt aus einer alten dänischen Adelsfamilie. Verheiratet war er mit Sophie Marie Helene, Gräfin Reuß zu Köstritz. Zusammen hatten sie 12 Kinder. Er galt als weltmännisch, musisch veranlagt und gelehrt. Als Gesandter war er bereits in Sankt Petersburg, Russland und in Stockholm, Schweden tätig. Die bereits sicher gewähnte Karriere zum Staatsminister in Kopenhagen wurde jedoch gestoppt als er 1752 von König Friedrich V. nach Oldenburg strafversetzt wurde.
Die Grafschaft Oldenburg war seit dem Tode des Grafen Anton Günther im Jahr 1667 unter der Regentschaft der dänischen Krone. Rochus Friedrich war 13 Jahre (von 1752 bis 1765) Statthalter in Oldenburg und Delmenhorst. In dieser Zeit widmete er sich literarischen Studien und dem Verfassen von theologischen Abhandlungen. Die Interessen der Oldenburger Bürger vernachlässigte er dabei. Durch die Erhebung ständig neuer Steuern belastete er das verständnislose Volk immer mehr.
Er kaufte unter fragwürdigen Umständen Grundstücke von Bauern aus Rastede (nördlich von Oldenburg) und ließ sich andere Grundstücke, die noch im Besitz der Regierung waren, in seinen Privatbesitz überschrieben. Dieses dubiose Bereicherung und anderes unehrenhaftes Verhalten reichte im Jahr 1765 für einige Anklagen von der Rentkammer, seine Amtsenthebung und die Streichung seiner Pensionsbezüge. Ungerechtfertigt erhobene Geldbeträge musste er wieder zurückzahlen. Einige Zeit später verkaufte er den Rasteder Besitz samt Schloss Rastede an den Justizrat Christoph Römer, der zu dieser Zeit einer der reichsten Männer des Landes war.