Der Roland ist ein Standbild eines Ritters mit bloßem Schwert (Richterschwert) und gilt als Sinnbild der Stadtrechte. Rolandstatuen sind vor allem in nord- und ostdeutschen Städten häufiger zu finden. Darüber hinaus existieren aber auch noch weitere Statuen in ganz Mittel- und Osteuropa sowie einige Nachbildungen in weiter entfernten Gebieten wie Brasilien oder den Vereinigten Staaten. Viele Rolande sind aus Sandstein gefertigt. Beispiele sind Standbilder in Quedlinburg (Höhe = 2,75 m), Halberstadt (Höhe = 4,20 m), , Halle/Saale (Höhe = 4,00 m) und Haldensleben (Höhe = 2,40 m) . Über die Zeit sind bei diesem Material Verwitterungsspuren wie besonders in Burg (Höhe = 3,80 bis 4,20 m bei der Errichtung, jetzt Fragment) oft deutlich erkennbar. Bei Holz sieht es nicht anders aus. In Nordhausen (Höhe = 3,20 m), Neustadt (Harz) (Höhe = 3,31 m) oder Questenberg (Harz) (Höhe > 3,00 m) stehen Figuren aus Eichen- oder Fichtenholz. Oft handelt es sich schon um Neuaufstellungen, wie der in Potzlow. Mit etwas gutem Willen ist der Roland zu erkennen. Er wurde mit der Säge grob aus einem Holzklotz gefertig. Die Arme der alten Figur fanden Verwendung.
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Im Mittelalter wurden Rolande als Zeichen bürgerlicher Freiheit in vielen Städten aufgestellt („Rolandstadt“). Die Rolandsfigur galt als Sinnbild der Eigenständigkeit einer Stadt mit Marktrecht und eigener Gerichtsbarkeit und damit der Freiheit. Auch andere Errichtungsgründe konnten eine Rolle spielen. So war der Brandenburger Roland auch Ausdruck der wirtschaftlichen Prosperität der Stadt.
Die Figur des Roland, die durch das Rolandslied bekannt wurde, hatte im Mittelalter den Status eines Volkshelden. Der Ruhm geht zurück auf das Schicksal Hruotlands, der unter Karl dem Großen Graf der bretonischen Mark war. Roland fiel bei einem Rückzugsgefecht gegen die Waskonen (Basken unter Graf „Lupus“) in den Pyrenäen im Tal von Roncesvalles am 15. August 778. Dies wird in der Biographie des Beichtvaters Karls des Großen, Einhard, der Vita Caroli Magni in zwei Zeilen kurz referiert. Hieraus entstand das Rolandslied. Roland wurde später auch als Gegensymbol zur kirchlichen Herrschaft genutzt. Die ältesten Figuren des Rolands, vor allem in Südeuropa, hatten hingegen einen starken christlichen Bezug. Rolande standen hauptsächlich dort, wo das sächsische Recht galt.
Bremen hatte Schriften zufolge mit dem Bremer Roland bereits früh einen hölzernen Roland, er verbrannte jedoch 1366. 1404 wurde der Bremer Roland als Symbol für Recht und Freiheit im fränkischen Reich aus hellem Elmkalkstein neu errichtet, der aus dem Elm stammt. Er wurde auf dem Rathausplatz gegenüber dem Bremer Dom aufgestellt. Für die damalige Kirche stellte dies einen Affront dar, verfestigte es doch den Wunsch der Bremer Bürger nach Unabhängigkeit von der in der Stadt herrschenden Kirche. Von Bremen aus verbreitete sich das Bild des Rolands als Freiheitssymbol in Europa. Im Juli 2004, 600 Jahre nach seiner Errichtung, wurde der Roland von Bremen zusammen mit dem Bremer Rathaus, aufgrund dieser Bedeutung für die Unabhängigkeit der Stadt, in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen.
Belegt sind etwa 55 Rolandstatuen, von denen 20 erhalten sind (siehe auch den Artikel Liste der Rolande). Allein 13 der bekannten Statuen befinden sich in Sachsen-Anhalt, was eine deutliche Konzentration im östlichen und westlichen Raum der mittleren Elbe zeigt. Dies entspricht dem östlichen und nördlichen Grenzbereich des Frankenreiches um 800 und deutet die Verbindung zu Karl dem Großen an.
Eine Besonderheit stellt unter anderem der Haldensleber Roland dar, da er der einzige reitende Roland ist, möglicherweise an die zur Zeit der Aufstellung (1528, als Nachfolger eines älteren, hölzernen Rolands von 1419) zeitgemäßen Darstellungen Maximilians I. angelehnt. Wie auch beim Haldensleber Roland war es häufig so, dass ältere meist hölzerne Rolande durch neue ersetzt wurden, die in späterer Zeit fast immer aus Stein errichtet waren.
In einigen Orten wurde der Roland später zum Wappenmotiv, so in Wedel, Bad Bramstedt oder in Hehlingen. Das Hehlinger Wappen zeigt einen reitenden Roland. Es handelt sich um den Roland, der heute in Haldensleben zu finden ist. Er wurde laut Legende 1419 aus Hehlingen entführt. Entsprechende Entführungslegenden finden sich häufiger im Zusammenhang mit Rolanden, was als ein weiteres Zeichen ihrer hohen symbolischen Bedeutung gewertet werden kann.
In den bedeutenden Städten Westfalens existierten Analogien zu den Rolandsstatuen. In der Reichsstadt Dortmund war die Funktion auf Stadtpatron Reinoldus übertragen. Ein übermannsgroßes, hölzernes Standbild des Heiligen aus dem frühen 14. Jh. befindet sich bis heute in der Reinoldikirche, eine weitere Statue war ehemals auf der Stadtmauer aufgestellt. In der vergleichbar großen Stadt Soest war die "Rolandsfunktion" auf St. Patrokli projiziert.
Siehe im weiteren: Liste der Rolande.
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Brandenburger Roland |
Nordhäuser Roland |
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Quedlinburger Roland |
Roland im Dorf Questenberg |
Stendaler Roland |
Orlando in Dubrovnik, die südlichste Rolandsäule Europas |
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Der Roland von Neustadt im Südharz |
Bremer Roland um 1900 |
| Commons: Rolande – Bilder, Videos und Audiodateien |