| Roubaix | ||
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| Staat | Frankreich | |
| Region | Nord-Pas-de-Calais | |
| Département | Nord | |
| Arrondissement | Lille | |
| Kanton | Hauptort von 4 Kantonen | |
| Geographische Lage | 50° 41′ N 03° 10′ O | |
| Höhe | 32 m (17 m–52 m) |
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| Fläche | 18.13 km² | |
| Einwohner – mit Hauptwohnsitz – Bevölkerungsdichte |
(1999) 96.984 Einwohner 7331 Einw./km² |
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| Postleitzahl | 59100 | |
| INSEE-Code | 59512 | |
| Website | www.mairie-roubaix.fr | |
Roubaix (niederländisch Robaais) ist eine französische Stadt im Département Nord, nahe der belgischen Grenze. Zusammen mit Lille und Tourcoing bildet Roubaix einen Ballungsraum mit ca. einer Mio. Einwohnern. Roubaix selbst hat 96.984 Einwohner (1999), welche Roubaisiens genannt werden.
Inhaltsverzeichnis |
Für die Mehrzahl der Etymologen steht der Name „Roubaix“ für „Bach in der Ebene“. Er lässt sich von den zwei germanischen Worten „Ros"/“Ross“, eine sumpfige oder grüne Ebene beschreibend, und „Bach"/“Bais“ ableiten. Die Ursprünge der Stadt müssen folglich am fruchtbaren Ufer eines Baches liegen, so zum Beispiel am Riez de Favreuil oder Trichon.
Unabhängig von seiner etymologischen Bedeutung ist der Name Roubaix seit dem 9. Jahrhundert historisch gesichert und kommt in zahlreichen Variationen vor. Die beiden am häufigsten genutzten Formen des Stadtnamens während des Frühmittelalters waren jedoch Rosbais und Rosbacum.[1].
Die Stadt liegt in einer sehr flachen Landschaft (30 Meter über NN).
Roubaix wird erstmals kartographisch im 9. Jahrhundert erfasst. Zu dieser Zeit war die kleine Stadt in Flandern bereits dem Bistum von Tournai angegliedert. Ihr Ursprung reicht jedoch bis in römische Zeit zurück, in der sie als Zentrum einer Vielzahl kleiner Siedlungen zu einem Lehen heranwuchs, das von lokalen Herrschern administriert und ausgebaut wurde.
Roubaix wuchs vor allem im 15. Jahrhundert unter der Regentschaft Pierres von Roubaix zu einer Stadt heran, in deren Kern sich die Burganlage und die alte Kirche Saint-Martin befanden. Ihr Schicksal war eng mit dem der Häuser von Burgund und Flandern verbunden.
Nach dem Ende des Hauses von Roubaix im 16. Jahrhundert wurden die Stadt und das umliegende Lehensgebiet durch Heirat von Familie an Familie weitergereicht. Sie blieben jedoch Gegenstand vor allem des flandrischen Interessenbereichs.
Der Grundstein für Roubaix’ industriellen Erfolg während des 19. Jahrhunderts wurde 1469 durch die Verleihung der Rechte zur Textilproduktion und zum Textilhandel durch Karl den Kühnen gelegt. Seit dieser Zeit wuchs die Stadt langsam zu einem regionalen und im Laufe des 19. Jahrhunderts zu einem weltweiten Zentrum der Textilindustrie heran. Aus dieser Blütezeit stammen ihre Beinamen „Manchester des Nordens“ und „Stadt der Tausend Schornsteine“. Die Bevölkerung verfünfzehnfachte sich während ihres industriellen Aufschwungs, der seinen Höhepunkt im Jahre 1911 mit der Ausrichtung einer internationalen Ausstellung der Textilindustrie sowie als Sitz der Wollbörse (heute in Australien) hatte.
1970 setzte, bedingt durch billigere internationale Konkurrenz und das Aufkommen der synthetischen Fasern, der rasante Zusammenbruch der französischen Textilindustrie ein, der erhebliche Arbeitslosigkeit in der gesamten Region nach sich zog.
Ende des 20. Jahrhundert begann ein Strukturwandel der Stadt, die sich aus der Krise zu einem regionalen Handelszentrum entwickelt hat und verstärkt Akzente auf die eigene Geschichte, Kunst und Kultur setzt. Unter dem Motte „la ville renouvelée“ (deutsch: die erneuerte Stadt) werden die Stadtverschönerung und -modernisierung in Angriff genommen.
Die Stadt verdankt ihre Entwicklung der Textilindustrie, deren Bedeutung jedoch in letzter Zeit stark abgenommen hat. Als Folge davon ist auch die Bevölkerungszahl stark zurückgegangen: um 1950 hatte Roubaix noch 120.000 Einwohner. 2002 hatte sie eine Arbeitslosenquote von 22,4%.
Nach Roubaix gelangt man über das hier besonders dichte Netz von Autobahnen, und zwar in Frankreich aus Richtung Süden (Paris, Arras) die A 1 und A 22, aus Südosten (Valenciennes, Cambrai) die A 23, aus Nordwesten (Dunkerque) die A 25, in Belgien aus Richtung Nord (Oostende, Brügge) die A 17, aus Nordosten (Antwerpen, Gent) die A 14 und aus Osten (Brüssel, Tournai) die A 8.
Der ÖPNV in der Stadt wird durch die Transpole abgewickelt.
An weiterführenden Einrichtungen existiert nur noch die École Nationale Supérieure des Arts et Industries Textile (E.N.S.A.I.T.), eine Textil-Hochschule. Es ist allerdings zu berücksichtigen, dass in dem Ballungsraum Lille (und auf belgischer Seite Courtrai/Koortrijk) zahlreiche weitere Einrichtungen in nächster Distanz bestehen.
2001 wurde Roubaix in die Liste der „Französischen Städte und Länder der Kunst und der Geschichte“ aufgenommen.
Das erste Rathaus der Stadt wurde in einem sanierten Flügel des ehemaligen Krankenhaus Sainte-Elisabeth mit einer Säulenhalle und Kolonnaden eingerichtet. Die Baufälligkeit des mittelalterlichen Gebäudes sowie die wachenden Anforderungen der Stadtadministration führten zur Errichtung eines Neubaus durch den Architekten Dewarlez im Jahr 1845. 60 Jahre lang hatte das Rathaus hier seinen Sitz. 1869 entsteht das „kleine Rathaus“ (franz. petit hôtel de ville) an der Grand’Place gegenüber der Kirche Saint-Martin. Es wird auf den Überresten des Hospitals Sainte-Elisabeth errichtet.
Der Bau eines größeren Rathauses wird am Anfang des 20. Jahrhunderts erwogen. Es wird ein Übereinkommen mit der Chambre de Commerce (dt. Handelskammer) abgeschlossen, welche ebenfalls nach einem neuen Sitz sucht und seit 1876 in einer hölzernen Baracke untergebracht war. Der Architekt Ernest Thibeau aus Roubaix entwarf 1903 die Baupläne für das neue Gebäude, die einen Seitenflügel für die Handelskammer auf der Seite der rue du Château vorsehen. Als am 24. November 1907 der Grundstein für das zentrale Rathausgebäude gelegt wird, kann die Handelskammer bereits ihren neuen Sitz beziehen. Wegen seiner schlechten Gesundheit musste Thibeau sich vom Bauprojekt zurückziehen, dass nun Victor Laloux übergeben wird. Laloux hatte am Bau des Pariser Bahnhofs Orsay und dem Rathaus von Tours teilgenommen und gehörte der architektonischen Schule der Beaux-Arts an. Er wird durch den Architekten Dubois aus Roubaix unterstützt. Acht Monate nach der Übergabe des Projekts im Jahr 1905 präsentierte Laloux einen überarbeiteten Entwurf der Pläne Thibeaus.
Das fertige Rathausgebäude wurde am 30. April 1911 durch den Wirtschaftsminister eingeweiht, der anschließend die Internationale Ausstellung Nordfrankreichs im Parc Barbieux eröffnete. Die beeindruckende Fassade beschrieb der damalige Bürgermeister, Eugène Motte während der Einweihungsfeier wie folgt: „Es war unser Anliegen, dass der Fries des Rathauses an alle Körperschaften des Handwerks und des Handels erinnert, die die Symphonie des Gewerbes von Roubaix bilden. Die sechs imposanten Basreliefs die das Rathaus krönen, sind der Spiegel selbst des alltäglichen Lebens der Bewohner. Wollkämmer, Fadenhersteller, Weber, Färber, Schwerarbeiter, Spediteur können sich in diesem Werk aller Bildhauer des Nordens […] wieder erkennen.“ [2] Ein Jahr nach der Einweihung des neuen Rathauses starb Motte. Das Amt ging an Jean Lebas über und die Stadtregierung blieb während mehr als 70 Jahren in sozialistischer Hand.
Die Église Saint-Martin, an der Grand'Place gegenüber dem Rathaus, ist das älteste Gebäude der Stadt und war lange Zeit die einzige Kirche von Roubaix. Ihre Ursprünge liegen im späten 9. Jahrhundert, jedoch gibt es keine Überreste aus dieser Zeit. Im 14. Jahrhundert wurde das kleine und primitive Kirchengebäude durch eine hallekerk bestehend aus drei sich ähnelnden Kirchenschiffen, die sich zu einer Halle zusammenschlossen und einem Glockenturm trugen. In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Kirche unter der Leitung des Architekten Charles Leroy erweitert und umfasste nun fünf Kirchenschiffe. Die Kirche behergergt einen mehrfarbigen, hölzernen Altarretabel von Johannes dem Täufer, die aus Anvers stammt, sowie mehrere Grabmäler mit kunstvoll gestalteten Deckplatten, darunter auch die der ersten Herrscher von Roubaix.
Die Kirche wurde langwierig Restauriert und die Fassade vom Ruß der Industrie- und Verkehrsabgase befreit, um Ihren weißen, aus den Steinbrüchen des nordfranzösischen Ortes Lezennes stammenden Stein wieder zum Vorschein zu bringen.
Der Bahnhof von Roubaix (frz. la gare de Roubaix) wurde am 1. September 1888 eröffnet und gab der schnell wachsenden Stadt neben einer besseren Anbindung an das lokale Schienennetz ein weiteres architekturelles Kunstwerk. Der Bahnhof wurde im kunstvollen flämischen Stil des späten 19. Jahrhunderts (weitere Beispiele sind die Bahnhöfe von Arras (1895) und Tourcoing(1905)) gebaut. Das Bahnhofsgebäude besteht aus einer Hauptalle mit einer Höhe von 17 Metern, deren Vorraum über eine breite mit Fenstern versehene Front erhellt wird. Auf dem Giebel der Halle stützt sich ein 10 Meter hoher Campanile der auf drei Seiten mit Uhren versehen ist. Zu beiden Seiten der Haupthalle befinden sich neoklassiche Pavillons. Die Großverglasung auf der Rückseite des Bahnhofs wurde während des Rückzuges der deutschen Truppen im Jahr 1918 zerstört.
Langwierige Verhandlungen der Einsenbahngesellschaft mit der Stadt führten dazu, dass im Jahr 1911 eine Straße vom Bahnhof zur Grand'Place gebaut wurde. Diese Achse, die 1946 zur Prachtstraße ausgebaute rue Jean Baptiste Lebas, dominiert heute noch das alte Zentrum der Stadt.
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