Ruderboote sind Wasserfahrzeuge, die mit Hilfe von Riemen oder Skulls bewegt werden.
Rennachter der Harvard University
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Heutzutage sind Ruderboote hauptsächlich im Freizeitbereich und im Sport zu finden. In den Zeiten der Segelschiffe waren Ruderboote als bewegliche Einheiten in flachen Gewässern in Gebrauch, für den Kapitän war z. B. die Gig vorgesehen.
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Sowohl der Ruderweltverband (FISA) als auch der Deutschen Ruderverband (DRV) haben in ihren Ruderwettkampfregeln Eckpunkte für den Bau von Rennruderbooten festgeschrieben. So müssen im Ruderboot alle tragenden Elemente einschließlich der Achsen der beweglichen Elemente fest mit dem Bootskörper verbunden sein, der Sitz des Ruderers kann sich jedoch in der Bootsachse bewegen. Darüber hinaus müssen alle Ruderer mit ihrem Rücken in Fahrtrichtung sitzen. Weitere Merkmale eines Ruderboots wie beispielsweise das Mindestgewicht sind ebenfalls vorgegeben.
Rennruderboote, bestehen aus Faserverbundwerkstoffen, Kohlefaser und/oder Holz. Bauteile sind i. d. R. je ein Luftkasten am Bug und am Heck. Für jedes Ruder (Skull, Riemen) gibt es einen Ausleger, an dessen Ende sich eine Dolle befindet, in die das Ruder gelegt wird. Der Ruderer sitzt mit dem Rücken in Fahrtrichtung auf einem Rollsitz, der auf zwei Rollbahnen rollt. Zwischen den Rollbahnen befindet sich ein Trittbrett, über das der Ruderer ins Boot steigt.
Stemmbrett, Rollbahnen, Ausleger und Dollen werden im Sport individuell auf jeden Ruderer eingestellt. Dieser Vorgang wird Trimmen genannt. Einige Größen: Der Dollenabstand in Skullbooten sollte sich zwischen 156 cm und 160 cm bewegen, oder das Doppelte des Innenhebels des Ruders minus ca. 14 cm. In Riemenbooten beträgt der Dollenabstand zwischen 83 cm und 87 cm, oder 30 cm kürzer als der Innenhebel. Die Dollhöhe (Höhe der Dollen über dem Rollsitz) sollte zwischen 15 cm und 16 cm betragen, der Höhenunterschied zwischen den Dollen eines Platzes beim Skullboot beträgt ca. 1 cm. Dieser Höhenunterschied kommt dadurch zustande, dass der Ruderer die Ruder leicht übereinander führt, da die Ruder ansonsten in der Mitte zusammenstoßen würden. Der Anlagewinkel (Abweichung der Ruderblätter von der Senkrechten) sollte bei Maconrudern zwischen 4° und 5° betragen.
Am Heck des Ruderboots befindet sich ein Schwert, dass dafür sorgt, dass das Ruderboot gerade fährt. Bei gesteuerten Booten befindet sich am Heck außerdem noch das Steuerruder. Das Steuerruder wird mittels zweier Drähte oder Seile vom Steuermannsplatz oder bei Booten ohne eigenen Steuermann, von einem der Ruderer mittels Fußsteuerung bewegt.
Das Skiff wird auch als Einer bezeichnet, alle anderen Typen werden auch unter dem Begriff Mannschaftsboot zusammengefasst.
Gig-Boote kommen in der Regel im Breitensport zum Einsatz. Sie werden in fünf Gruppen, abhängig von Breite und Bauweise, eingeteilt. Bei der Bauweise wird zwischen geklinkerten Booten und Booten mit glatter Außenhaut unterschieden. Geklinkerte Boote sind in der Regel aus Holz gebaut. Bei Booten mit glatter Außenhaut wird das traditionelle Furnierholz zunehmend durch faserverstärkte Kunststoffe (GFK bzw. CFK) verdrängt. Gig-Boote sind weitaus breiter als die normalen Wettkampfboote.
| Typ | Bauweise | Breite |
|---|---|---|
| A | geklinkert | 100 cm |
| B | geklinkert | 78 cm |
| C | glatt | 78 cm |
| D | glatt | 100 cm |
| E | glatt | 90 cm |
Ein Surfboat ist ein für die Brandung entworfenes Ruderboot, welches an den Stränden Australiens, Neuseelands, Südafrikas aber auch Frankreichs und Großbritanniens zur Lebensrettung eingesetzt wird. Das Boot wurde so konstruiert das es durch turbulentes "whitewater" und brechende Wellen wieder zum Ufer zurückgesteuert werden kann. Ein ausgedehntes Heck und hohe Seitenkanten verhindern das Überfluten oder das Kentern des Bootes, folglich haben Surfboats ein spitzes Heck.
Imre Mesterhazy entwickelt seit 1997 ein Vorwärts-Ruderboot in der Schweiz. Im Gegensatz zu einem normalen Ruderboot sitzt man in einem Vorwärts-Ruderboot in Fahrtrichtung. Über verzahnte Gelenke wird die Kraft mit der normalen Ruderbewegung zur Fortbewegung umgesetzt. Eine andere Entwicklung ist die von M.D. Kaltenbach, Frankfurt am Main, der einen aus einer modifizierten Kurbelschwinge entstandenen Trapezausleger verwendet.
Neben den oben beschriebenen Booten mit Rollsitz gab und gibt es immer wieder auch Boote mit Rollausleger. Weil vom Weltruderverband FISA für Wettkämpfe verboten, sind Rollausleger-Boote heute überwiegend im Breitensport anzutreffen (s. a. Pohlus-Boot).
Die bekanntesten Bootswerften sind neben der deutschen Empacher GmbH, die ihre Boote traditionell in Neongelb lackieren, Weitnauer (Schweiz; weiss); Filippi (Italien; weiß-blau), Berliner Bootsbaugesellschaft (Deutschland; rot) und Stämpfli (Schweiz; rot-weiß).
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