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Runder Tisch ist eine meist öffentliche und oftmals regelmäßig tagende Konferenzform zur Bewältigung von krisenhaften Situationen, bei der alle Interessenvertreter auf freiwilliger Basis unter Umgehung offizieller Strukturen gleichberechtigt teilnehmen.
Der Grund für die Einberufung eines Runden Tisches kann darin liegen, dass die bestehenden administrativen Strukturen eine zielgerichtete Problemanalyse und Entscheidungsfindung nicht ermöglichen oder dass die Interessengruppen in den offiziellen Gremien nicht paritätisch vertreten sind.
Die Bezeichnung Runder Tisch als eigenständiger Begriff ist zuerst für die Gespräche am Runden Tisch in Polen in der Übergangsphase vom kommunistischen Regime zur demokratischen Republik 1989 verwendet worden. Teilnehmer waren Vertreter der regierenden PZPR, der oppositionellen Solidarność, der katholischen Kirche, sowie anderer gesellschaftlicher Gruppen.
Das Verfahren des Runden Tisches wurde im Rahmen der Wende in der DDR von Ende 1989 bis zur Volkskammerwahl 1990 im März 1990 auch in der DDR angewendet. Der zentrale Runde Tisch trat am 7. Dezember 1989 zum ersten Mal zusammen und beeinflusste bis zum 12. März 1990 die Arbeit der Übergangsregierung stark. In der Folge entstanden vor allem auf kommunaler Ebene eine Vielzahl weiterer Runder Tische, die meist bis zu den Kommunalwahlen am 6. Mai 1990 arbeiteten.
Heute kommt es immer dann zu Runden Tischen, wenn Vertreter von verschiedenen Institutionen, die sich in der Regel auch auf verschiedenen Hierarchie-Ebenen befinden, eine von allen Seiten anerkannte Kompromiss-Lösung finden sollen.