Rupert von Deutz

Rupert von Deutz, auch Rupertus Tuitensis (seltener: Robert), (* ???; † 1129 in Deutz) war ein Exeget, Mystiker und Liturgiekommentator.

Im Kindesalter wurde Rupert als Donate an das Benediktinerkloster St. Laurentius in Lüttich übergeben. Aufgrund der Wirren des Investiturstreites und daraus resultierender Probleme empfing er erst mit ca. 35 Jahren die Priesterweihe. Seine vor dieser Zeit entstandenen kleineren Schriften wie Heiligenlegenden und geistliche Dichtungen sind größtenteils nicht überliefert.

Von ca. 1110 bis zu seinem Tod 1129 verfasste er ein immenses literarisches Werk, das viele Theologen des 12. Jahrhunderts vor allem im deutschsprachigen Bereich maßgeblich beeinflusste. Vor den Angriffen seiner dogmatischen Gegner zog sich Rupert ca. 1113 in das Kloster Michaelsberg in Siegburg zurück und wurde 1120 Abt des Klosters St. Heribert in Deutz (Köln), wo er 1129 starb. Rupert kommentierte fast die ganze Bibel und ging auf dogmatische, ordensrechtliche oder hagiographische Themen nur vereinzelt in kleineren Schriften ein. Besondere Popularität erreichte sein heilsgeschichtliches Epos De victoria Verbi dei. Die allegorische und typologische Auslegung der Heiligen Schrift erfuhr mit Rupert ihren Höhepunkt.

Unter seinen Kommentaren stehen diejenigen zur Apokalypse und zum Hohenlied in nächster Beziehung zu seiner Mystik. Weitere wichtige Schriften sind seine Kommentare zum Johannes- und Matthäusevangelium, zu den kleinen Propheten, ein Kommentar zur Liturgie der Messe und des Kirchenjahres sowie seine beiden Trinitätsschriften De sancta trinitate et operibus eius und De glorificatione trinitatis et processione spiritus sancti.

Werke

Literatur

  • Walter Berschin, Os meum aperui. Die Autobiographie Ruperts von Deutz, Köln 1985
  • Anton Leichtfried, Trinitätstheologie als Geschichtstheologie. "De sancta Trinitate et operibus eius" Ruperts von Deutz, Echter, Würzburg 2002, ISBN 3-429-02375-0, Seite 10-75
  • Hubert Silvestre: Rupert von Deutz, in: Rheinische Lebensbilder Bd. 11, Rheinland-Verlag, Köln 1988, S. 7-35

Weblinks

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